MENZNAU: «Er redete nicht gern über sich»

Der Todesschütze von Menznau hat eine intakte Ehe geführt, behauptet ein enger Vertrauter. Er hat beim Familienvater aber Veränderungen festgestellt.

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Die Hintergründe der Schreckenstat von Menznau interessieren bis weit über die Landesgrenzen hinaus. Auf dem Bild: Journalisten am Mittwochmorgen auf dem Firmengelände der Kronospan in Menznau. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Hintergründe der Schreckenstat von Menznau interessieren bis weit über die Landesgrenzen hinaus. Auf dem Bild: Journalisten am Mittwochmorgen auf dem Firmengelände der Kronospan in Menznau. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die neusten Informationen der Luzerner Polizei werfen einen noch dunkleren Schatten auf den Amokläufer von Menznau. Der 42-Jährige war kein unbeschriebenes Blatt: Bereits 1998 wurde er in Luzern wegen Raubs verurteilt.

«Er führte eine gute Ehe»

Doch wer war der Mann, der am Mittwoch drei unschuldige Menschen mit sich in den Tod riss? Unsere Zeitung konnte mit einem Verwandten sprechen, der dem Todesschützen sehr nahe stand. Er zeigt sich bestürzt über die Tat. «Nie hätte ich erwartet, dass er zu so etwas fähig wäre», sagt er.

Der Verwandte stellte beim Familienvater aber Veränderungen fest. «Etwas stimmte in letzter Zeit mit ihm nicht mehr. Er fühlte sich verfolgt und behauptete, er werde heimlich fotografiert.» Und: «Er redete nicht gern über sich, blockte persönliche Gespräche stets ab.» Von Eheproblemen als möglichem Hintergrund für den tödlichen Ausraster weiss der Verwandte nichts. «Er führte eine gute Ehe und war sehr stolz auf seine Kinder.» Natürlich habe es hin und wieder Spannungen gegeben. «Aber nicht mehr als in anderen Beziehungen.»

Laut Polizeiangaben wurde der Leichnam des Amokläufers freigegeben. Er soll demnächst beigesetzt werden.

Berührende Messe am Freitag in Menznau

Nachdem bereits in Willisau eine grosse Gedenkfeier für die Opfer des Amoklaufs abgehalten wurde, fand am Freitagabend auch in der Dorfkirche in Menznau ein Gedenkgottesdienst statt. Die Kirche war mit rund 500 Personen bis auf den letzten Platz gefüllt. Die einstündige Messe war geprägt von Emotionen und vielen Tränen. Nebst Arbeitskollegen, Freunden, Angehörigen, Regierungsvertretern und dem Menznauer Gemeindepräsidenten Adrian Duss war auch die Verwaltungsratspräsidentin der Krono Holding AG, Ines Kaindl, unter den Trauergästen. «Der Mittwoch hat unser aller Leben für immer verändert», sagte sie und rang sichtlich um Fassung.

Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ
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pi/eer/avd

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