Menznau
Für diesen neuen Dorfplatz spannen Kanton, Gemeinde und Kirche zusammen

Grüner, offener, sicherer: Das Zentrum von Menznau wird aufgewertet. Die Arbeiten am neuen Kreisel sind auf Kurs, der Bau eines Begegnungsplatzes steht kurz bevor. Tempo 30 lässt hingegen noch auf sich warten.

Niels Jost
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Bauarbeiten dominieren derzeit den Dorfkern von Menznau. Seit über einem halben Jahr wird hier am neuen Kreisel geschuftet, der das Abbiegen Richtung Geiss und Menzberg sicherer und dank eines neuen Belags leiser gestalten soll. Auch Fussgänger sollen den neuralgischen Punkt besser queren können. Rund 5 Millionen Franken investiert der Kanton Luzern. Umgesetzt werden auch Massnahmen zum Hochwasserschutz.

So soll der Dorfkern von Menznau künftig aussehen: Links im Bild der neue Kreisel mit freigelegtem Bach, rechts davon der neue Begegnungsplatz vor dem Pfarreizentrum inklusive Baumallee rund um den Rickenbach.

So soll der Dorfkern von Menznau künftig aussehen: Links im Bild der neue Kreisel mit freigelegtem Bach, rechts davon der neue Begegnungsplatz vor dem Pfarreizentrum inklusive Baumallee rund um den Rickenbach.

Visualisierung: PD

Das Bauwerk, welches Ende Jahr für den Verkehr freigegeben wird, dürfte ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen. Denn der Rickenbach, welcher heute unter der Kreuzung hindurch fliesst, verläuft künftig durch das Kreiselzentrum – und wird offen geführt.

Resultat der Zukunftswerkstatt

Der Bau des Kreisels wird nun genutzt, um direkt daneben vor dem Pfarreizentrum einen Begegnungsplatz zu schaffen. Dafür spannen die Kirchgemeinde und die politische Gemeinde zusammen. «Es ist schon lange ein Bedürfnis der Bevölkerung, das Zentrum optisch aufzuwerten», sagt Gemeindepräsident Adrian J. Duss (CVP). Kirchenratspräsident Erwin Pfyffer-Hürlimann ergänzt: «Auch dem Wunsch nach Begegnungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten kommen wir nun nach.»

Dort, wo heute die Parkplätze sind, sollen künftig Sitzbänke, Bäume und der Dorfbrunnen stehen.

Dort, wo heute die Parkplätze sind, sollen künftig Sitzbänke, Bäume und der Dorfbrunnen stehen.

Visualisierung: PD

Das Anliegen wurde erstmals in der Zukunftswerkstatt 2017 geäussert. Seither hat eine Arbeitsgruppe mit einem Architekturbüro das Projekt ausgearbeitet. Das Baugesuch lag bis am 6. April öffentlich auf.

Sitzstufen zum Rickenbach hinunter

Das Hauptelement bildet ein zentraler Platz mit dem Dorfbrunnen, Sitzbänken und Bäumen. Dieser soll zum Begegnungsort werden und die Möglichkeit bieten, Apéros oder kleinere Anlässe durchzuführen. Die Parkplätze kommen hinter das Pfarrhaus, wo künftig acht Autos parkieren können. Zudem soll der Rickenbach mit einer neuen Sitzstufe und einer Baumallee aufgewertet werden.

Der Dorfkern soll also auch grüner werden. Dies sei er schon früher gewesen, weiss Adrian Duss. «In den 1960er-Jahren säumten Bäume das ganze Dorf. Diesen Charakter wollen wir ein Stück weit wieder zurückbringen.»

Beim Rickenbach sind Sitzstufen geplant sowie eine Baumallee.

Beim Rickenbach sind Sitzstufen geplant sowie eine Baumallee.

Visualisierung: PD

Kosten: Total 0,8 Millionen

Für das Projekt spannen die politische Gemeinde und die Kirchgemeinde finanziell zusammen. An der Gemeindeversammlung im vergangenen November haben die Stimmbürger einem Sonderkredit von 395'000 Franken zugestimmt. Die Kirchgemeindeversammlung hatte bereits im August mit zwei Krediten von total 440'000 Franken sowie mit einem Planungskredit von 30'000 Franken im November 2019 vorgelegt. Sowohl Adrian Duss als auch Erwin Pfyffer loben die Zusammenarbeit. Um die Nutzung und den Unterhalt zu regeln, werden Gemeinde und Kirche noch einen Vertrag unterzeichnen.

Duss und Pfyffer heben ebenso den Stellenwert des neuen Dorfplatzes hervor. «Für die Attraktivität eines Dorfes ist ein schönes Zentrum wichtig», sagt Gemeindepräsident Duss. Dem pflichtet Kirchenratspräsident Pfyffer bei. Wer heute durch Menznau fahre, dem bleibe wohl nicht viel Schönes in Erinnerung, bedauert er. «Jetzt haben wir die einmalige Chance, im Zuge des Kreiselbaus das Dorfzentrum neu zu gestalten und ein positives Erscheinungsbild zu schaffen.»

Einsprachen gegen 30er-Zone

Neben dem Dorfplatz soll sich auch die Verkehrsführung im Zentrum verändern. Bei der Bahnhof- und Unterdorfstasse ist eine Tempo-30-Zone vorgesehen. «Ziel ist es, den Verkehr zu beruhigen und den Lärm zu reduzieren», sagt Adrian Duss. Ihm zufolge ist das Projekt aktuell wegen zwei Einsprachen sistiert. Geplant sind des Weiteren die Umgestaltung der Parkplätze beim Gasthof Lamm und beim Gemeindehaus. Die Bedenken, es gebe künftig zu wenig Parkplätze für das Gewerbe, teilt Duss nicht. «Es wird auch in Zukunft genügend Parkplätze geben», versichert er. Dies habe eine durchgeführte Studie gezeigt.

Mit den Arbeiten geht es nun Schlag auf Schlag. Mitte Juni soll der Bau der neuen Parkplätze inklusive der Umgebung beim Pfarrhaus starten, von August bis im November folgen die Hauptarbeiten am Begegnungsplatz. Dieser soll dann im Frühling 2022 feierlich eröffnet werden.