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MENZNAU: Neue Schichten bei Swiss Krono AG sorgen für Unmut

Die Swiss Krono AG will die Schichtzeiten ändern. Ein Teil der Betroffenen wehrt sich gegen die Pläne. Gestern stellte sich die Firmenleitung der Belegschaft.
Mitarbeiter auf dem Gelände der Swiss Krono AG. Bild: Nadia Schärli (Menznau, 24. Oktober 2016)

Mitarbeiter auf dem Gelände der Swiss Krono AG. Bild: Nadia Schärli (Menznau, 24. Oktober 2016)

Reden will eigentlich niemand. Man wolle diese Angelegenheit intern regeln, sagt einer. Doch dann äussern doch einige ihren Unmut. «Wir werden künftig weniger Freizeit haben», meint einer. «Mich geht das zum Glück alles nichts mehr an, ich bin bald pensioniert», sagt ein anderer resigniert. Was ist geschehen? Gestern kurz vor 16 Uhr versammelten sich beim Menznauer Holzverarbeiter Swiss Krono AG (ehemals Kronospan) rund 30 Männer, um gegen geplante Änderungen des Schichtbetriebs zu protestieren.

Die Menznauer Firma produziert an 365 Tagen und 24 Stunden pro Tag. Rund 300 von insgesamt 440 Personen arbeiten im Schichtbetrieb. Es seien viel mehr als die anwesenden 30 Arbeiter unzufrieden mit den Plänen, sagte einer.

Schichtsystem ist in die Jahre gekommen

Ein lauter Protest war es nicht, vielmehr ging es gesittet und friedlich zu und her. Die Schichtarbeiter wollten lediglich mit dem Chef, CEO Mauro Capozzo, reden. Es gab weder Transparente noch Trillerpfeifen. Gewerkschaften waren keine involviert. Die Sitzung mit dem Chef dauerte keine 30 Minuten, die Presse musste draussen bleiben.

CEO Capozzo, kaufmännischer Leiter Jürg Meier, Personalchef Harald Schick und der Präsident der Personalkommission, Beni Steinmann, sowie einer der Vertreter der Personalkommission, Fabian Noci, erläuterten danach, worum es bei dem Streit geht. «Wir machen uns seit rund einem halben Jahr Gedanken dar­über, wie wir unsere Schichten besser gestalten können, damit die Gesundheit nicht darunter leidet», sagt Capozzo. Das Schichtsystem sei mittlerweile in die Jahre gekommen. Es sei zunehmend schwierig, mit dem bestehenden Modell Personal für den Schichtbetrieb zu finden, sagt Capozzo. Deshalb suche man nach einem Modell, das weniger belastend sei. Jürg Meier weist darauf hin, dass die geplante Änderung des Schichtplans keine Sparmassnahme sei.

Arbeitsgruppe wird eingesetzt

Anhand von Studien und nach Gesprächen mit umliegenden Industriebetrieben sei man vor einigen Wochen zum Schluss gekommen, dass der Arbeitstag am besten in drei achtstündige Schichten aufgeteilt werden sollte. Heute dauert die Frühschicht 7 Stunden, die Spät- und die Nachtschicht jeweils 8? Stunden. Gemäss den Plänen würde die Frühschicht neu um 6 Uhr statt um 5 Uhr beginnen. Diese Änderung ist bei einigen nicht beliebt, weil die Schichtarbeiter so über den Mittag nicht zu Hause wären. Andererseits erlaubt das neue Modell aber auch, dass die Spätschicht später beginnt als heute. Und Capozzo betont, dass die Zahl der freien Stunden auch mit dem neuen Schichtenmodell gleich bleiben soll.

Die Änderung des Schichtmodells steht allerdings noch gar nicht fest. «Bislang haben wir erst mit der Personalkommission dar­über gesprochen, es ist noch nichts entschieden», betont Capozzo. Er räumt allerdings ein, dass dies intern nicht optimal kommuniziert worden sei. Tatsächlich ging ein Teil der Belegschaft davon aus, dass gestern die Pläne fix beschlossen werden. Der kaufmännische Leiter stellte nun aber gestern klar: «Erst wenn eine Mehrheit der betroffenen Schichtarbeiter von den Vorteilen des neuen Modells überzeugt ist, werden wir es umsetzen.» Man habe nun an der Sitzung entschieden, eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Schichtarbeiter zu bilden. Diese soll in den nächsten Wochen einen Vorschlag erarbeiten, der dem Personal präsentiert wird. «Wir haben keinen Zeitdruck», sagt Capozzo. Man wolle nun basisdemokratisch einen Kompromiss erarbeiten, der für die Mehrheit akzeptabel sei.

Maurizio Minetti

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