Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MENZNAU: Steuern sollen massiv sinken

Gute Nachrichten für die Menznauer Bürger: Der Gemeinderat will den Steuerfuss um satte drei Zehntel-Einheiten senken. Gelder des Kantons machen dies möglich – aber nicht nur.
Ernesto Piazza
Übersicht über das Dorf in Menznau. Der Bahnhof, der rechts von der Kirche steht, soll für 32 Millionen Franken erneuert werden. (Bild: Pius Amrein)

Übersicht über das Dorf in Menznau. Der Bahnhof, der rechts von der Kirche steht, soll für 32 Millionen Franken erneuert werden. (Bild: Pius Amrein)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Während dreier Jahre musste die Menznauer Bevölkerung mit dem kantonalen Spitzensteuerfuss von 2,6 Einheiten leben. Auf 2018 hin soll sich dies jedoch wieder ändern. «Wir beantragen für die Budget-Gemeindeversammlung vom 23. November eine Reduktion von 0,3 Einheiten», erklärt Gemeindeammann Beat Blum auf Anfrage. Damit würde Menznau sogar unter das Niveau sinken, wo es sich vor der Erhöhung befand. Und so wäre der in der Gemeinde in jüngster Vergangenheit oft präsente Geist «Steuerhölle» ebenfalls vertrieben.

Es sei eine schwierige Zeit gewesen, erinnert sich Gemeindepräsident Adrian J. Duss (CVP). Vor allem, als es darum ging, die unangenehme Botschaft dem Volk zu eröffnen und zu erklären. Umso mehr freut es ihn, «dass wir diese finanziell schwierige Phase gemeistert haben». Dass Menznau jetzt eine Steuerreduktion von satten drei Zehntel-Einheiten für 2018 budgetieren kann, hat auch mit der Unterstützung des Kantons zu tun. So bekam Menznau für 2015 bis 2017 jährlich 700 000 Franken an Sonderbeiträgen. Diese waren aber an die besagte Steuerhöhung auf 2,6 Einheiten gekoppelt. Zwischen 2004 und 2013 hatte Menznau vom Kanton schon vier Millionen für sogenannte Nothilfe erhalten.

«Die guten Steuerzahler sind uns erhalten geblieben»

Durch die Steuererhöhung flossen jährlich rund 700 000 Franken mehr in die Gemeindekasse. «Mit den zusätzlichen Mitteln konnten wir vor allem einige Millionen Schulden abbauen», erklärt Duss. Doch die Gemeinde habe neben der finanziellen Unterstützung durch den Kanton auch weitere Hausaufgaben gemacht. Will heissen: weiterhin ein restriktives Ausgabenmanagement betrieben – ohne jedoch Dienstleistungen abzubauen, Gebühren anzuheben oder neue zu schaffen.

Durch den kantonalen Spitzenwert sei es nicht zu vielen Wegzügen gekommen, resümiert Duss. «Vor allem die guten Steuerzahler sind uns erhalten geblieben.» Zudem hätten während der drei Jahre die nötigen Investitionen getätigt werden können. Allerdings sagt er auch: «Für irgendwelche ‹nice to have›-Varianten wäre der finanzielle Spielraum zu eng gewesen. Ganz abgesehen davon wägen wir im Gemeinderat jeweils gut ab, wofür wir das Geld tatsächlich ausgeben wollen und können.»

So hat sich die Exekutive beispielsweise entschieden, rund 4500 Quadratmeter Land in der Nähe des Schulhauses für 560 000 Franken von einer Erbengemeinschaft zu kaufen. Ungefähr 760 Quadratmeter der in der öffentlichen Zone liegenden Fläche tritt die Gemeinde an die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) ab. Diese benötigt für den künftigen Ausbau des Trassees zusätzlichen Platz.

Mit der Steuerreduktion um drei Zehntel erhofft sich Duss für die Gemeinde «zusätzliche Attraktivität». In den nächsten fünf Jahren sollen in diesem Zusammenhang 50 bis 60 neue Wohnungen erstellt werden. Man sei überzeugt, die Bautätigkeit auf einem guten Niveau halten zu können, so Duss.

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht», betont der Gemeindepräsident. Die Hochrechnung der Kosten des laufenden Jahres und der gute Steuerertrag lassen es sogar zu, in der Rechnung 2017 den restlichen Bilanzfehlbetrag abzuschreiben. Per 1. Januar lag er noch bei knapp einer Million Franken. Voraussetzung für die «best case»-Variante ist aber, «dass kein aussergewöhnliches Ereignis mehr eintritt», sagt Gemeindeammann Blum. Für 2018 präsentiert Menznau bei einem Gesamtaufwand von 20,1 Millionen Franken ein ausgeglichenes Budget. Ein zusätzliches Indiz für die Gesundung der Finanzen liefern die Finanzpläne 2019 bis 2022. Diese weisen ein Plus von 500'000 bis 700'000 Franken aus.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.