MENZNAU: Täter von Menznau wegen Raubes vorbestraft

Zwei Tage nach der Bluttat von Menznau ist der Vorbesitzer der Tatwaffe festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass der Täter an einer Schussverletzung verstorben ist. Zwei Verletzte schweben weiterhin in Lebensgefahr.

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Eingang zur Firma Kronospan von Menznau. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Eingang zur Firma Kronospan von Menznau. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat am Freitag erstmals Details zum Täter bekanntgegeben. Beim Täter handelt es sich um einen 42-jährigen Mann, welcher im Kosovo geboren ist. Bevor er eingebürgert wurde, gelangte er 1991 als Asylbewerber in die Schweiz. Später wurde er eingebürgert. Der Täter war verheiratet und hat drei Kinder.

Wegen Raubes vorbestraft

Der Mann wurde am 13. März 1998 vom Kriminalgericht Luzern wegen Raubes zu 12 Monaten Gefängnis verurteilt. «Die Obduktion der Leiche hat ergeben, dass der Mann vor Ort an einer Schussverletzung verstorben ist», teilt die Staatsanwaltschaft mit. Er sei bereits tot gewesen, als die Polizei am Tatort in Menznau eingetroffen sei.

Wie es zu dieser Verletzung gekommen ist, ist Gegenstand der Untersuchungen. Wichtige Einvernahmen von verletzten Opfern konnten aufgrund ihres Gesundheitszustandes noch nicht durchgeführt werden.

Mann aus Obwalden festgenommen

Wie bereits seit Donnerstag bekannt, handelt es sich bei der Tatwaffe um eine Pistole der Marke Sphinx, Modell AT 380. Im Zusammenhang mit der Tatwaffe wurde der mutmassliche Vorbesitzer am Freitagmorgen von der Luzerner Polizei festgenommen. Dabei geht es darum, zu klären wie die Waffe vom Eigentümer zum Täter gelangt ist. Beim Festgenommenen handelt es sich um einen 43-jährigen Mann aus dem Kanton Obwalden.

Zwei Verletzte in kritischem Zustand

Fünf verletzte Opfer befinden sich laut Communiqué noch in Spitalpflege. Alle weisen Schussverletzungen auf. Zwei davon befinden sich in einem kritischen Zustand.

Beim Verstorbenen vom Donnerstag handelt es sich laut Recherchen der Neuen Luzerner Zeitung um einen Mann Mitte 40 aus dem luzernischen Buttisholz. Von Leuten im Dorf wird er als sehr umgänglich und freundlich beschrieben, «er stand mitten im Leben, trieb in seiner Freizeit gern Sport», wie man hört, und hatte ein Faible für Tiere. Im Telefonbuch ist er als Landwirt aufgeführt – es ist anzunehmen, dass er bei Kronospan einer Teilzeittätigkeit nachging. Nichts Aussergewöhnliches: Es gibt mehrere Landwirte aus der Region, die bei Kronospan einen Nebenverdienst haben. Oftmals handelt es sich dabei um Schichtarbeiter, solche also, die frühmorgens oder spätabends arbeiten.

pi/rem/sda

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Ein Leichenwagen verlässt am Mittwochabend das Firmengelände der Kronospan in Menznau. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
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Die Einsatzleitung der Luzerner Polizei beim Verlassen der Kronospan. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)
Ein Auto wird vom Kriminaltechnischen Dienst abtransportiert. (Bild: Keystone)
Ein Polizist bei der Spurensicherung. (Bild: Keystone)
Polizeikommandant Beat Hensler (links) und Daniel Bussmann, Chef der Kriminalpolizei Luzern. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Grosses Medieninteresse im Pfarrsaal in Menznau. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Urs C. Fluder, Konzernleitungsmitglied: «Wir sind schockiert». (Bild: Keystone)
Mauro Capozzo, CEO der Kronospan: «Logischerweise werden wir jetzt die Produktion herunterfahren. Wir brauchen jetzt Zeit, um das Ganze zu verarbeiten». (Bild: Keystone)
Daniel Bussmann, Chef der Luzerner Kriminalpolizei, erscheint zur Medienkonferenz: «Der Amokläufer richtete seine Waffe, eine Pistole, ganz gezielt auf Personen.» (Bild: Keystone)
Care-Team im Einsatz am mutmasslichen Tatort. (Bild: Keystone)
Vor Ort bei der Kronospan war ein Grossaufgebot der Polizei. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
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Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ
Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot vor Ort im Einsatz. (Bild: Keystone)
Einsatzkräfte der Polizei verlassen das Firmengelände. (Bild: Keystone)
Mehrere Blaulichtorganisationen waren im Einsatz. (Bild: Keystone)
Die Schussabgabe ereignete sich gemäss Polizei kurz nach 9 Uhr auf dem Firmengelände. (Bild: Keystone)
Die Polizei richtete eine Hotline für Angehörige ein (041 248 83 83). (Bild: Keystone)
Die Firma Kronospan in Menznau ist ein grosser Holzverarbeitungsbetrieb in der Region. (Bild: Keystone)
Gemäss Polizei wurden beim Gewaltdelikt sieben Personen verletzt, einige von ihnen schwer. (Bild: Handy Boris Bürgisser / Neue LZ)
Firmenlogo der Kronoswiss in Menznau. (Bild: Keystone)
Die Firma Kronospan in Menznau. (Bild: PD)

Ein Leichenwagen verlässt am Mittwochabend das Firmengelände der Kronospan in Menznau. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Mauro Capozzo, CEO der Kronospan, verlässt nach dem Gedenkgottesdienst die Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
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Blumen erinnern vor der Kirche an das tragische Schicksal. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Trauernde beschrifteten in der Kirche Holzspäne mit persönlichen Gedanken. Nach dem Gottesdienst werden diese vor der Kirche verbrannt. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Mehrere Hundert Trauernde versammelten sich nach dem Gottesdienst vor der Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Regierungsrat Robert Küng aus Willisau und Kantonsratspräsident Urs Dickerhof verlassen die Kirche St. Peter und Paul. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Regierungsrat Guido Graf beantwortet nach dem Trauergottesdienst Fragen der Medien. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Die Trauergemeinde vor der Kirche St. Peter und Paul in Willisau. (Bild: Leser Mhill Mirakaj)
Vor dem Gottesdienst werden in der Kirche St. Peter und Paul Blumen aufgestellt. (Bild: Keystone)
Regierungspräsident Guido Graf schreitet zum Gottesdienst. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Trauernde auf dem Weg zum Gottesdienst. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Mauro Capozzo, CEO der Kronospan, vor der Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Urs Fluder, Konzernleitungsmitglied der Kronospan, auf dem Weg zur Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Blumen vor der Kirche erinnern an die Tat. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Vor dem Eingang der Firma Kronospan in Menznau liegen Blumen und Kerzen. Die Fahnen wehen auf Halbmast. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Das Dorf Menznau. (Bild: Keystone)

Mauro Capozzo, CEO der Kronospan, verlässt nach dem Gedenkgottesdienst die Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)