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Merlischachen: Letzter öffentlicher Seezugang soll privatisiert werden

Eine geplante Umzonung in Merlischachen ist an der Bezirksversammlung harsch kritisiert worden. Diese hätte zur Folge, dass das Seeufer nicht mehr öffentlich zugänglich wäre. Das letzte Wort hat das Volk.
Edith Meyer, Niels Jost

Die Nutzungsplanung ist im Bezirk Küssnacht ein umstrittenes Thema. Seit über zehn Jahren ist man nun schon dran, das Planwerk zu überarbeiten. Eine erste Abstimmung über die Gesamtrevision scheiterte 2013 an der Urne. Nun wagt der Bezirksrat einen neuen Versuch. An der Bezirksversammlung von Montagabend war die erste Beschlussfassung über die Teilrevision der Nutzungsplanung traktandiert.

So viel vorweg: Das Thema bleibt umstritten. So meldeten sich diverse Bürger kritisch zu Wort. Etwa Roland Huwiler aus Merlischachen. Ihn störe die vorgesehene Umzonung M1 in Unterbärgiswil in Merlischachen (siehe Karte).

Dort soll das Gebiet vom Campingplatz bis zur Kantonsgrenze zu Luzern von einer Landhauszone WLB in eine Landhauszone WL umgezont werden. Was heisst das konkret? Für Huwiler war klar: «Das schöne Seeufer wird in eine Betonwüste verwandelt.» Der Uferbereich und die Bepflanzung seien in der jetzigen Zone WLB verbindlich festgehalten. Nach der Umzonung sei dort Kahlschlag angesagt, so Huwiler.

Gesetz und Schutzverband stützen Bürger

Ähnlich argumentierte der Huwiler über die Umzonung M2. Diese sieht ebenso vor, die Ratsherrenschüür, welche neben dem Campingplatz liegt und früher zu ebendiesem gehörte, von der Kurzone in die Landhauszone WL zu ändern. «Damit würde einer der letzten öffentlichen Uferzugänge im Bezirk verloren gehen.» Im jetzigen Zustand muss bei der Ratsherrenschüür das Ufer öffentlich zugänglich sein. Dies wäre in der Landhauszone WL nicht mehr der Fall.

Das Gebiet Unterbärgiswil (gelb M1, ganz unten links) sowie das Gebiet bei der Ratsherrenschüür (gelb M2, daneben) sollen umgezont werden. (Karte: PD)

Das Gebiet Unterbärgiswil (gelb M1, ganz unten links) sowie das Gebiet bei der Ratsherrenschüür (gelb M2, daneben) sollen umgezont werden. (Karte: PD)

Huwiler zufolge widerspreche dies dem schweizerischen Raumplanungsgesetz. Darin steht im Artikel 3: «Die Landschaft ist zu schonen. Insbesondere sollen See- und Flussufer frei gehalten und öffentlicher Zugang und Begehung erleichtert werden». Auf diesen Artikel beruft sich auch Urs Steiger, Präsident des Landschaftsschutzverbands Vierwaldstättersee. «Den Zugang zum See muss man öffentlich sichern. Ansonsten kommt eine Umzonung nicht Frage», sagt er.

Überraschend sei weiter, dass der Bezirksrat in einem Einsprache-Entscheid vom April 2016 aufgezeigt habe, dass «die rechtliche Sicherung vom öffentlichen Seezugang vom Bezirk als Voraussetzung für die Umzonung festgelegt wird». Davon werde heute nichts mehr erwähnt, enervierte sich Roland Huwiler. Vielmehr werde diese Tatsache in der vorliegenden Teilrevision der Nutzungsplanung einfach unter den Tisch gewischt. «Wir vergeben einen raren öffentlichen Seezugang für alle Zeiten.»

Nur wenige Private haben Zugang zum See

Huwiler war nicht der einzige, der sich kritisch zu Wort meldete. Auch Philipp Räber, ebenfalls aus Merlischachen, kritisierte die genannte Umzonung M2 bei der Ratsherrenschüür. «Was viele nicht wissen: Der Platz bei der Schüür ist aktuell der einzige, der öffentlich zugänglich ist», sagte Räber. Nach der Umzonung sei das nicht mehr der Fall. Man müsse sich mal vorstellen, so Räber weiter, dass von den knapp drei Kilometern Uferlinie, die Merlischachen hat, gerade mal 90 Meter öffentlich zugänglich seien. «Wir wohnen alle am See, der Zugang dazu ist aber ein Privileg für wenige Privatpersonen», sagte Räber. Die Allgemeinheit habe bei dieser Teilrevision wieder das Nachsehen, schlussfolgerte er. «Anstatt eines Gesamtkonzeptes präsentiert uns der Bezirksrat wieder nur einzelne Baustellen, die er gerne durchgewunken hätte.» Er verwende dafür eine «Salamitaktik», indem er strittige Punkte ausklammere und hoffe, dass das Volk dann «Ja» sage an der Urne. Die Abstimmung findet am 10. Februar 2019 statt.

Der Bezirksrat äusserte sich an der Versammlung am Montagabend nicht zur Kritik. Auch gestern war er auf Anfrage für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Immerhin: Sämtliche gestellten Rückweisungsanträge aus der Versammlung wurden abgelehnt. Die Entscheidung fällt somit im Februar.

Hinweis: Im unten aufgeführten Link finden Sie die Botschaft der Bezirksversammlung.

Nutzungsplanung_Voranschlag_2019.pdf

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