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MESSE: «Design Schenken»: Da wird was Schönes ausgestellt

An der erstmals in der Viscosistadt in Emmenbrücke durchgeführten Messe Design-Schenken (1. bis 3. Dezember) ist auch viel Zentralschweizer Handwerkskunst zu bestaunen. Unsere Autorin Cécile Moser stellt ein Quartett vor.
Caroline Flueler im Atelier in Oberwil-Zug. Sie trägt natürlich selbst eines ihrer Foulards. (Bild: Philipp Schmidli)

Caroline Flueler im Atelier in Oberwil-Zug. Sie trägt natürlich selbst eines ihrer Foulards. (Bild: Philipp Schmidli)

94 Aussteller aus den Bereichen Mode & Accessoires, Schmuck, Möbel, Taschen, Keramik, Papeterie, Licht und Wohnen sind diesmal an der traditionellen Messe Design-Schenken mit dabei. Mit einer markanten Neuerung: Erstmals präsentieren sich die Designerinnen und Designer aus der ganzen Schweiz nicht in der Stadt Luzern, sondern in der Viscosistadt in Emmenbrücke (erreichbar mit S-Bahn, Bus, Auto und Velo, zudem gibt es einen Shuttle-Service ). Geöffnet sind die Designtage, die auch immer Anregungen für Geschenke geben, Freitag, 1. Dez., 14–20 Uhr, am Samstag, 2. Dez., 10–20 Uhr, und am Sonntag, 3. Dez., 10–17 Uhr. Alle Informationen gebündelt unter www.designschenken.ch

Schlicht zeitlos

Die Zugerin Caroline Flueler (49) ist studierte Textildesignerin und steht für echte Schweizer Handwerksqualität. Mit ihren reduzierten und schlichten Designs konnte sie bereits diverse grosse Fische an Land ziehen, so etwa Interio oder die Fluggesellschaft Swiss. Für Letztere entwarf sie 2002 ein komplett neues Konzept für die Kabinen-Gestaltung, das Ausdruck von ultimativer «Swissness» sein soll.

«Mit all meinen Kollektionen möchte ich einen Beitrag zum Erhalt des handwerklichen Know-hows in der Schweiz leisten», erklärt sie. Ihrer konsequenten Designhaltung, der Kontinuität ihrer Arbeit sowie auch ein wenig dem Glück schreibt sie ihren kommerziellen Erfolg zu. Um ihre gestalterische Freiheit auszuleben, fertigt sie jährlich aber auch eine eigene Kollektion: «Von Socken, Krawatten und Schals über Foulards und Geschirrtücher bis hin zu Wolldecken und Bettflaschen versuche ich, ästhetische Alltagsgegenstände zu erschaffen.»

Caroline Flueler versteht es, Farben spannend oder auch auf den ersten Blick ungewohnt zu kombinieren und trotzdem immer nur so viel zu nehmen, wie notwendig ist. «Der Aspekt der Zeitlosigkeit ist mir bei meinen Designs besonders wichtig.» ( www.caroline-flueler.com )

Entlebuch trifft Indien

Liebevolle Details und Hingabe zur Handwerkskunst kennzeichnen die Produkte von Martina Unternährer (35). Unter dem Label Storyfabrics produziert sie Strickdecken und Bettwäsche, die zeitlosen Formen und meist zurückhaltenden Farben folgen.

Die Leidenschaft wurde der in Doppleschwand aufgewachsenen Frau in die Wiege gelegt: «Bereits als kleines Mädchen sass ich an der Nähmaschine und habe Kleider für Puppen genäht.» Aber trotz Liebe zur Heimat zog es sie in die Welt hinaus: «Ich hatte im Entlebuch ein bisschen Glamour vermisst.» Während einer Indien-Reise wuchs der Wunsch nach einem eigenen Unternehmen. «Storyfabrics» will schöne Qualitätsprodukte auf eine nachhaltige Weise produzieren und zu einem erschwinglichen Preis anbieten. Heute in Zürich lebend, ist Martina Unternährers Herkunft noch immer zentraler Antrieb für ihr Schaffen: «Mit Stolz getragene Trachten, eigenhändig umhäkelte Nastücher oder schön geschmückte Tiere beim Alpaufzug – all das begleitet mich bis heute.» Das hat sie auch in ihrem Denken und Handeln geprägt: Die Designerin besucht ihre ­Lieferbetriebe und arbeitet fast nur mit zu 100 Prozent biologischer und Fair-Trade-zertifizierter Baumwolle. (storyfabrics.com)

Farbige Erinnerungen

Die Möbelstücke von Monig Z’Rotz (48) sind ein Hingucker. Die gelernte Innendekorateurin versteht es, mit Farben und Formen umzugehen. Im Atelier in Luzern fertigt sie Polstermöbel der etwas anderen Art: «Ich versuche, die Polsterei neu zu definieren, sprich: aus der verstaubten Ecke zu holen.» So werden etwa alte Holzmöbel mit bunt gemusterten Textilien überzogen und wirken so alsbald wie ein exklusives Design-Objekt: «Kommen Kunden mit ihren Stücken zu mir, ist das stets ein Prozess. Am Ende steht immer das Bestreben, für jeden ein ganz individuelles Kunstwerk zu schaffen.»

Handwerkskunst war seit ­jeher die Leidenschaft der in Jegenstorf BE aufgewachsenen Frau: «Im Handarbeitsunterricht war ich unterfordert», sagt sie lachend. Nach der Lehre als Innendekorateurin führte das Studium «Fine Arts» an der HSLU zum eigenen Polsterei-Atelier. Neben der Kunst geht es dabei auch um Lebensgeschichten: «Den Kunden geht es meist um die Menschen hinter diesen Möbelstücken. Nicht selten war es der Sessel, auf dem der Opa immer sein Nickerchen machte oder Oma jeweils strickte.» Genau solche Erinnerungen gelte es mit zeitgenössischem Touch zu bewahren. ( www.innendekoration-luzern.ch )

Comeback von Emaille

Sabrina Hirsiger hatte sich zunächst ganz dem Tourismus ver­schrieben. Doch als sie vor sieben Jahren ins väterliche Emaille­geschäft einstieg, wurde ihre Leidenschaft für die Handwerkskunst entfacht. «Emaille findet dank seiner Langlebigkeit seinen Weg zurück in die Haushalte», sagt die 35-Jährige. Das hat sie inspiriert, 2015 ihr Label Lebelang zu gründen. Gefertigt werden alltagstaugliche Produkte wie Regale, Zeitungshalter oder Kerzenständer. «Handwerk hat für mich einen hohen Stellenwert, da es sehr persönlich ist. Zudem geht der Trend allgemein hin zu langlebigen und hochwertigen Produkten», sagt die aus Wohlen BE stammende Frau.

Mit ihrem Familienbetrieb M&M Public Design AG ist sie nicht nur handwerklich, sondern auch materialtechnisch an der Quelle. Im eigenen Emaillewerk in Luzern-Littau wird der Rohstoff verarbeitet. Davon abhängig ist auch der Design-Prozess von «Lebelang»: «Mir ist wichtig, dass wir die Emailleprodukte vorläufig mit unseren betriebseigenen Maschinen und Einrichtungen herstellen. So entstehen schlichte und zeitlose Formen, die Hand in Hand von Designern, Schlossern und Emailleuren ausgearbeitet werden.» ( www.lebelang.ch )

Martina Unternährer mit einer ihrer Decken, fotografiert bei «Sleepgreen», Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Martina Unternährer mit einer ihrer Decken, fotografiert bei «Sleepgreen», Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Monig Z’Rotz mit Sessel, der bis zu «Design-Schenken» auch wieder Lehnen haben wird. (Bild: Ph. Schmidli)

Monig Z’Rotz mit Sessel, der bis zu «Design-Schenken» auch wieder Lehnen haben wird. (Bild: Ph. Schmidli)

Sabrina Hirsiger in ihrem eigenen Emaillewerk in Littau. (Bild: Pius Amrein)

Sabrina Hirsiger in ihrem eigenen Emaillewerk in Littau. (Bild: Pius Amrein)

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