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Die Luga 2021 ist definitiv abgesagt

Die beliebte Publikumsmesse findet zum zweiten Mal in Folge nicht statt. Die pandemiebedingte Planungsunsicherheit macht der Organisation einen Strich durch die Rechnung.

Beatrice Vogel
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Es war zu erwarten und ist trotzdem ein harter Schlag: Die Messe Luzern AG sagt die Luga 2021 ab. Schon als der Bundesrat am 28. Oktober ein Messeverbot auf unbestimmte Zeit verhängt hatte, stand eine Durchführung der Zentralschweizer Frühlingsmesse auf wackligen Beinen. «Da sich die Coronasituation seither nicht entspannt hat, ist eine Aufhebung des Messeverbots nicht absehbar», sagt Messeleiterin Luzia Roos. «Wir müssten spätestens jetzt mit der Organisation der Luga beginnen. Aber dafür ist die Planungsunsicherheit zu gross.» Deshalb komme nur eine Absage der Luga 2021 in Frage.

Viel Volk, geselliges Beisammensein: Die Luga ist jeweils ein beliebter Treffpunkt.

Viel Volk, geselliges Beisammensein: Die Luga ist jeweils ein beliebter Treffpunkt.

Manuela Jans-Koch (Luzern, 27. April 2018)

Zwar hätten sich schon viele Aussteller für die Zentralschweizer Frühlingsmesse, die zwischen 30. April und 9. Mai 2021 geplant war, angemeldet, so Roos. Doch einzelne haben sich bereits wieder zurückgezogen. Denn nicht nur die Messe, auch die Aussteller haben Auslagen. «Für sie ist es wichtig zu wissen, ob sie ihr Budget für andere Marketingformate verwenden können.» Für die Messe Luzern komme die offene Frage hinzu, ob eine Durchführung überhaupt erfolgreich wäre, denn der Erfolg einer Messe hänge künftig auch von der gesellschaftlichen Akzeptanz von Menschenansammlungen ab.

Verschiebung ist keine Option

Mit der Luga falle für die Messe Luzern die Haupteinnahmequelle weg, sagt Roos. Auch die Aussteller, für welche die Luga eine der wichtigsten Marketingplattformen ist, treffe es hart. Am schlimmsten sei es aber für die Zulieferer und Partner der Luga, wie Zelt- und Standbauer, Caterer oder Firmen aus dem Agentur- und Eventbereich. «Für sie tut es mir besonders leid, denn sie haben keine Perspektiven und die Reserven halten nicht ewig», so Roos.

Die Messe Luzern habe neben der Absage auch eine Verschiebung und Konzeptänderungen geprüft – und verworfen. «Wir glauben, dass ein anderes Konzept, beispielsweise die Reduktion auf eine reine Verkaufsmesse, der Luga als Produkt schaden würde», sagt Roos. Eine Verschiebung sei insofern schwierig, da im Sommer und Herbst bereits andere Veranstaltungen geplant und manche Partner der Luga dann nicht verfügbar seien.

Publikumsmessen weiterhin gefragt

Nun wolle die Messe Luzern die Zeit nutzen, um das Konzept der Luga zu überarbeiten, Einzelheiten zu verbessern und Neues aufzugleisen. Roos verweist dabei auf die im vergangenen Frühling lancierte Plattform «Luga digital».

Digitale Luga hat noch Luft nach oben

Auf www.luga.digital können Unternehmen sich und ihre Produkte vorstellen. Die Plattform ist als Ergänzung zur analogen Messe gedacht: Luga-Besucher sollen sich darüber einen Überblick über die Aussteller verschaffen können. Laut Messeleiterin Luzia Roos sind aktuell über 150 aktive Anbieter und 1000 Nutzer auf «Luga digital» registriert. «Die Nutzung nimmt stetig zu, aber auf niedrigem Niveau. Nach oben gibt es noch viel Potenzial», sagt Roos. Im kommenden Frühling – in der Zeit, in der die Luga 2021 hätte stattfinden sollen – werde es deshalb auch Online-Veranstaltungen geben. (bev)

Luzia Roos ist überzeugt, dass Publikumsmessen als Treffpunkte künftig noch wichtiger werden. «Die Pandemie hat gezeigt, dass der persönliche Kontakt und das gemeinsame Erleben enorm wichtig sind.» Dies stärke das Produkt Luga. Für die Zukunft ist die Messeleiterin optimistisch:

«Wir gehen davon aus, dass eine Durchführung der Luga 2022 möglich ist.»