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Räuberischer Diebstahl in Luzern: Messerstecher verurteilt

Ein Algerier sticht einem Schweizer zweimal ins Bein. Dafür, und wegen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz, soll er hinter Gitter – und das Land verlassen.
Kilian Küttel

Es ist Sonntag, der 13. November 2016, frühmorgens, etwa 3.15 Uhr. Ein Stadtluzerner ist zu diesem Zeitpunkt auf dem Heimweg, passiert gerade den Weinmarkt in der Altstadt. Da kommt ein anderer Mann auf ihn zu, gibt ihm die Hand, umarmt ihn. Der Luzerner erwidert die herzliche Begrüssung. Die Nacht verbindet, zu dieser Zeit ist man mit vielen befreundet, die man gar nicht kennt.

Sekunden später merkt er aber, dass sein Portemonnaie fehlt. Er stellt sein Gegenüber zur Rede. Der 28-jährige Algerier fühlt sich ertappt, lässt das Portemonnaie fallen, rennt davon. Der Luzerner verfolgt ihn, glaubt, der andere habe zwar das Portemonnaie weggeworfen, nicht aber das Geld: 300 Euro und 200 Franken. Er holt den Flüchtenden ein. Es kommt zu einem Gerangel, dabei nimmt der Schweizer dem anderen ein Springmesser ab, das dieser gezückt hatte.

Der Algerier kommt frei, rennt erneut davon, wird wieder gestellt, flüchtet nochmals. Als der Schweizer den Algerier zum dritten Mal erwischt, will dieser sein Messer zurück haben. Der Algerier schneidet sich selber an der Klinge. Der Schweizer drückt ihn zu Boden. Dann spürt er die Wärme an seinem Bein, sieht das Blut. Er ist verletzt.

Täter hätte gar nicht im Kanton Luzern sein dürfen

Um etwa 3.30 Uhr meldet sich ein Passant bei der Luzerner Polizei und sagt, er habe einen Mann mit Stichverletzungen aufgefunden, der in der Altstadt zusammengebrochen war. Die Polizei rückt an, findet den Verletzten beim Hirschenplatz. Wenig später nimmt sie den Algerier fest, der sich immer noch in der Altstadt befindet. In einem Blumentopf ganz in der Nähe finden die Polizisten das Springmesser.

Der Algerier stach dem Schweizer mit dem Springmesser zweimal ins Bein, einmal am Ober- einmal am Unterschenkel. Die Stiche sind etwa zwei Zentimeter lang, einer verletzt einen Nerv. Noch am gleichen Tag wird der Schweizer im Luzerner Kantonsspital operiert. Zwar trägt er keine bleibenden Schäden davon und es bestand zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr, dennoch kann der Luzerner über ein halbes Jahr lang nur halbtags arbeiten.

Die spätabendliche Verfolgungsjagd hat ein juristisches Nachspiel: Das Luzerner Kriminalgericht verurteilt den Algerier zu zwei Jahren und elf Monaten Gefängnis, wie aus dem Urteil hervorgeht, das seit gestern Montag öffentlich ist. Hinzu zum räuberischen Diebstahl machte sich der Mann, der sich gar nicht im Kanton Luzern hätte aufhalten dürfen, der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz und der Ausübung einer Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung schuldig. Dies, weil er unerlaubterweise als CD-Verkäufer und Sicherheitsmann gearbeitet hatte.

Mit seinem Urteil geht das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten beantragt, wovon 9 Monate bedingt waren. Die Verteidigung dagegen forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe von 10 Monaten. Weiter werden dem Verurteilten die Verfahrenskosten von über 15 000 Franken auferlegt, dem Opfer muss er eine Genugtuung von 3000 Franken entrichten. Überdies wurde er mit einem Landesverweis belangt: Er darf die Schweiz acht Jahre lang nicht betreten. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt.

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