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Vornamen-Hitparade: Mia und Elias
sind an der Spitze – aber wo ist Michi?

Mia löst Emma ab. Bei den Buben ist Elias zu zweiten Mal in Folge an der Spitze. Ein Blick in die zeigt: Die Vorlieben bei der Namenswahl haben sich seit 1990 stark verändert.
Ismail Osman

Elias sitzt zum zweiten Mal in Folge auf dem Thron, während Mia soeben Emma an der Spitze abgelöst hat: Lustat Statistik Luzern hat die Liste der häufigsten Vornamen von Neugeborenen im Kanton Luzern im Jahr 2018 veröffentlicht.

Mia oder Mya steht mit 30 Nennungen im Kanton an der Spitze der meistgewählten Mädchennamen. Mia überholt damit Emma und Lena, die im Jahr 2017 den 1. und 2. Rang inne hatten. Elin(e)/Elyn(e) schliesst mit 29 Nennungen nahe zum 1. Platz auf und rückt vom 10. Rang (2017) auf den 2. Platz vor. An 3. Stelle stehen die gleichermassen beliebten Mädchennamen An(n)a und Lia(h)/Lya/Liya.

Beliebteste Mädchen-Vornamen 2018

Rang Name Häufigkeit
1 Mia, Mya 30
2 Elin (e), Elyn (e) u.ä. 29
3 An(na) 27
3 Lia (h), Lya, Liya 27
5 Elena 26
6 L(o)uisa 24
6 Sophia, Sofi(ja) 24
8 Lea(h) 22
9 Juli(j)a 21
10 Nina 20
10 Lena 20

Bei den Knaben wird die kantonale Liste mit 30 Nennungen von Eli(j)as, Eljas angeführt. Den 2. Platz teilen sich Ben und Luc(c)a oder Luka mit je 27 Nennungen. Dahinter folgen Lo(u)is und Gian. Der 2017 drittplatzierte Fin(n) oder Fyn(n) rutscht auf den 9. Rang ab.

Beliebteste Buben-Vornamen 2018

Rang Name Häufigkeit
1 Eli(jas), Eljas u.ä. 30
2 Ben 27
2 Luc(c)a, Luka 27
4 L(o)uis 24
5 Gian 23
6 Leano 22
7 Leon 21
7 Mat(t)eo, Ma(t)theo 21
9 Fin(n), Fyn(n) 20
9 Jan(n), Yan(n) u.ä. 20
9 Joel, Joël u.äh. 20
9 Juli(j)an 20
9 Liam, Lijamh 20
9 Nino 20
9 Noa(h) 20

Die Namen werden immer kürzer

Die jährlich erscheinende Top-20-Liste der beliebtesten Vornamen ist jeweils ein Schnappschuss, der aktuelle Trends und Vorlieben bei der Namensgebung widerspiegelt. Ein Beispiel: In der Tendenz suchen sich die Eltern heute kürzere Namen aus als in der Vergangenheit. 2017 hatte jedes dritte Neugeborene einen Vornamen mit vier oder weniger Buchstaben erhalten. Das ist im Durchschnitt ein Buchstabe weniger als noch 30 Jahre zuvor. Die neue Spitzenreiterin der Vornamens-Hitparade, Mia, illustriert diese Entwicklung mustergültig.

Das aktuelle Jahrzehnt ist zwar noch nicht zu Ende, ein Vergleich mit den beiden vorangegangenen Dekaden lohnt sich aber dennoch – nur schon um der Frage nachzugehen, was eigentlich mit Michael passiert ist.

Michael war der mit Abstand beliebteste Vorname der 1990er-Jahre. Nicht weniger als 502 Michis kamen zwischen 1990 und 1999 in Luzern zur Welt (Tabellen unten). Und dann der Absturz: Schon Ende der 90er-Jahre bröckelt seine Herrschaft und im folgenden Jahrzehnt schafft er es nur noch bis 2003 in die Jahrescharts. Danach fällt er komplett raus. Einfach so. Dafür drängen sich die Tims, Noahs, vor allem aber die Lucas, vor. Mit seinen sieben(!) Buchstaben, war Michaels Niedergang wohl unvermeidbar.

Völlig anders sieht es bei den Mädchen aus: Während zweier Dekaden regiert Sara mit eiserner Faust. Im aktuellen Jahrzehnt ist sie zwar auf den fünften Platz abgerutscht. 2018 ist sie sogar komplett aus der Top-20 gefallen. Seit 1990 sind aber schon 1050 Luzerner Saras (oder Sarah/Sahra) zur Welt gekommen. Es ist somit – mit grossem Abstand – der beliebteste Mädchenname der letzten 30 Jahre.

Mehr Babys, weniger gleiche Namen

Was im Dekaden-Vergleich sofort auffällt: Die Spitzen sind – vor allem in den 2010er-Jahren – deutlich kleiner geworden. Noch fehlen die Zahlen des aktuellen Jahres, diese werden aber nichts daran ändern, dass auch die beliebtesten Namen niemals so oft vergeben werden, wie noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Das bedeutet jedoch nicht, dass weniger Kinder zur Welt kommen. Im Gegenteil. Gemäss Lustat wurden vergangenes Jahr im Kanton Luzern 4413 Lebendgeburten gezählt. Das sind 29 Kinder mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Geburten nahm damit zum fünften Mal in Folge zu.

Der Rückgang bei der Zahl gleicher Vornamen ist wohl eher damit erklären, dass werdende Eltern heute nach ausgefalleneren, einzigartigeren Namen suchen. Insgesamt wählten Eltern im vergangenen Jahr unter 812 verschiedenen Knaben- und 798 Mädchennamen. Davon wurden je gut 500 Namen nur einmal vergeben. Dies haben Berechnungen von Lustat ergeben. Die entsprechenden Namen werden aber nicht veröffentlicht.

Auch die beiden aktuellen Spitzenreiter, Mia und Elias, tauchen beide erst deutlich nach der Jahrtausendwende in den Vornamen-Charts auf. Innerhalb des aktuellen Jahrzehnts haben sich jedoch beide bereits auf den zweiten Platz vorgekämpft.

Die Sache mit Kevin...

Wir müssen über Kevin reden. Wie kaum ein anderer kämpft er gegen Stereotype und Witze auf Kosten seines Namens an. Hintergrund ist die Tatsache, dass Anfang der 1990er-Jahre auf einen Schlag eine ganze «Horde» Kevins da war. Allein im Jahr 1991 wurden nicht weniger als 76 Babys im Kanton Luzern mit dem Namen Kevin versehen. Damit stieg der Name von Null direkt auf Platz 1 ein. Dass ein Jahr zuvor der Film «Kevin – allein zu Haus» zum Kinohit wurde, hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen direkten Zusammenhang mit dem «Kevin-Phänomen».

Wer aber meint, dass werdende Eltern heute davon absehen, ihre Kinder nach Figuren aus der Popkultur zu benennen, irrt. 2018 kamen im Kanton Luzern immerhin 7 Mädchen mit dem Namen Arya zur Welt. Die beliebte Figur der Buch- und Fernsehserie «Game of Thrones» wird hier wohl die Inspiration gewesen sein.

Übrigens: Heute mögen es Filme und Serien sein, aber auch schon viel früher liessen sich Eltern – gerade bei den Mädchennamen – gerne durch die Unterhaltungsszene inspirieren. So zeigte die Häufigkeitskurve des Namens Lilli nach 1939 einen plötzlichen Sprung auf. Dies nachdem das Soldatenlied «Lili Marleen», gesungen von Lale Andersen, damals zum ersten deutschen Millionenseller wurde, wie das «NZZ Folio» in einem 2016 erschienen Artikel aufzeigte. Auch andere Songs beeinflussten demnach die Schweizer Vornamensstatistik. Darunter etwa «Ballade pour Adeline» von Richard Claydermann (1978), «Bianca» von Freddy Breck (1973), «Marina» von Rocco Granata (1959) oder «Michaela» von Bata Illic (1971).

Und er ist doch noch da

Letzteres hilft dem einstigen Liebling Michael zwar herzlich wenig, vielleicht aber folgendes: In den Niederungen des Daten-Meeres beim Bundesamt für Statistik, lässt sich folgende Erkenntnis gewinnen: 2018 kamen im Kanton Luzern 4 Michaels zur Welt. Das reicht zwar gerade einmal für Rang 116 der Namens-Charts – aber immerhin: Michi ist noch da.

Beliebteste Mädchen-Vornamen von 1990 bis 1999

Rang Vorname Häufigkeit
1 Sara(h), Sahra 463
2 Stefani(e), Stephanie 382
3 Michel(l)e 363
4 Melani(e) 333
5 Jasmin(e), Yasmin 305
6 Fabienne 304
7 Celine, Seline 279
8 Nicole 250
9 Sandra 249
10 Andrea 247
11 Juli(j)a 243
12 Laura 242
13 Martina 222
14 Sabrina 213
15 Ramona 204
16 Vanes(s)a 185
17 Nadin(e) 179
18 Celina, Selina 153
Janine, Jean(n)ine 153
19 Lea(h) 149
20 Rahel 140

Beliebteste Buben-Vornamen von 1990 bis 1999

Rang Vorname Häufigkeit
1 Michael 502
2 Patri(c)k 467
3 Marco, Marko 454
4 Lucas, Lukas 440
5 Pascal 430
6 Simon 425
7 Raphael, Rafael u.ä. 407
8 Fabian 395
9 David 346
10 Philip(p), Filip u.ä. 323
11 Daniel(l) 299
12 Dominik, Dominic 290
13 Stephan, Stefan 252
14 Manuel 247
15 Luc(c)a, Luka 237
16 Sandro 231
17 Joel, Joël u.ä. 226
18 Samuel 216
19 Yannick, Janik u.ä. 206
20 Adrian 197
Kevin 197

Beliebteste Mädchen-Vornamen von 2000 bis 2009

Rang Vorname Häufigkeit
1 Sara(h), Sahra 376
2 Laura 243
3 Juli(j)a 239
4 Michel(l)e 206
5 Vanes(s)a 202
6 Lea(h) 195
7 An(n)a 179
8 Lena 176
9 Jan(n)a, Yana u.ä. 169
10 Celina, Selina 167
11 Celine, Seline 149
12 Lara 140
13 Chiara 137
14 Livia 135
15 Nina 134
Leoni(e) 134
16 Lorena 117
Elena 117
17 Jasmin(e), Yasmin 98
18 Alina 94
Melani(e) 94
19 Fabienne 72
20 Lynn(e), Linn 70

Beliebteste Buben-Vornamen von 2000 bis 2009

Rang Vorname Häufigkeit
1 Luc(c)a, Luka 287
2 David 281
3 Simon 267
4 Jan(n), Yan(n) u.ä. 263
5 Joel, Joël u.ä. 260
6 Yannick, Janik u.ä. 253
7 Noa(h) 250
8 Jonas 244
9 Lucas, Lukas 214
10 Raphael, Rafael u.ä. 184
11 Marco, Marko 162
12 Tim 159
13 Nicola(s), Nikol(l)a 138
14 Fabian 134
15 Manuel 128
16 Dario 120
17 Samuel 113
18 Eli(j)as, Eljas u.ä. 111
19 Leon 100
20 Nico 97

Beliebteste Mädchen-Vornamen von 2010 bis 2018

Rang Vorname Häufigkeit
1 Sophia, Sofi(j)a u.ä. 241
2 Mia, Mya 239
3 Elin(e), Elyn(e) u.ä 222
4 An(n)a 215
5 Sara(h), Sahra 202
6 Juli(j)a 190
7 Em(m)a 174
8 Elena 173
9 Lena 172
10 Laura 171
11 Lea(h) 159
12 Leoni(e) 150
13 Lia(h), Lya, Liya 149
14 Alina 141
15 Lara 139
16 Emili(j)a 115
Nina 115
17 Jael, Yaëlle u.ä 114
18 Jan(n)a, Yana u.ä. 106
19 L(o)uisa 104
20 Amelli(e), Amely 93
Lorena 93

Beliebteste Buben-Vornamen von 2010 bis 2018

1 Noa(h) 253
2 Luc(c)a, Luka 238
Eli(j)as, Eljas u.ä. 238
3 Leon 208
4 Jan(n), Yan(n) u.ä. 201
5 Mat(t)eo, Ma(t)theo 200
6 L(o)uis 182
7 David 180
8 Gian 153
9 Levin, Lewin 148
10 Raphael, Rafael u.ä. 134
11 Lucas, Lukas 130
12 Fin(n), Fyn(n) 122
13 Nino 117
14 Jonas 113
15 Juli(j)an 111
16 Elia(a), Elija(h) u.ä. 105
17 Tim 103
18 Joel, Jöel u.ä. 101
19 Nico 86
20 Ben 77

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