Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Interview

Michel Richter (65) ist der Mann, der Ihren Oldie-Wunsch erfüllt

In Norddeutschland geboren, in der Schweiz aufgewachsen, in Horw wohnhaft: Der 65-jährige Michel Richter hat sich als kompetenter und vielseitiger DJ einen Namen gemacht.
Interview: Turi Bucher
Michel Richter, der schweizweit dienstälteste DJ, bei sich zu Hause in Horw. (Bild: Philipp Schmidli, 24. Juli 2018)

Michel Richter, der schweizweit dienstälteste DJ, bei sich zu Hause in Horw. (Bild: Philipp Schmidli, 24. Juli 2018)

Michel Richter, wie viele DJ-Auftritte haben Sie im Verlaufe eines Jahres?

Zwischen 80 und 100. Zwischen Oktober und April bin ich jeden Sonntagabend im Luzerner Hotel Montana DJ, dazwischen liegen 50 bis 70 andere Auftritte. In der Bar 59 veranstalte ich an jedem ersten Freitag des Monats den «Rock ‘n’ Roll Circus». Dazu kommen Engagements an Hochzeiten, Firmenanlässen, privaten Events oder auch Seniorennachmittagen.

Ist es eigentlich schwierig, Engagements zu finden?

Ich muss mich selber nicht mehr anbieten. Die Anfragen kommen zu mir. Ich mache meinen DJ-Job vollberuflich und bin schweizweit der Dienstälteste. Mein Markenzeichen ist, dass ich zu den gewünschten Hits und Oldies auch Geschichte über die Musiker oder über die Musik erzählen kann.

Wird der Job mit der Zeit nicht langweilig?

Langweilig sicher nicht. Ich habe ja verschiedene Programme und trete wie erwähnt an verschiedenen Orten auf. Wenn ich aber mehrere Nächte hintereinander Auftritte habe, kann es schon «too much» werden.

Welches sind Ihre persönlichen Lieblingsmusiker?

Leonard Cohen und Johnny Cash. Bis auf eines habe ich alle Konzerte von Leonard Cohen in der Schweiz besucht. Acht Konzerte waren das. Ich habe beide Künstler kennen gelernt, Cohen als höflichen, Cash als schüchternen Menschen. Klar, beide haben sie keine grossen Singstimmen, aber mit ihrer Musik, mit ihren Texten, mit ihren politischen Meinungen auch sind sie einzigartig.

Sie haben kürzlich in einem Interview gesagt, Jazz sei nicht «Ihr Ding». Wenn man so viel Musik hört wie Sie muss man doch einmal beim Jazz ankommen ...

Ich wollte damit sagen, dass Jazz nicht DJ-Musik ist. Etwa drei Prozent der Besucher verlangen bei einem Auftritt Jazz-Musik. Wenn dabei aber 50 Leute verschwinden, ist das nicht der Sinn der Sache. Aber ich habe bei bestimmten Anlässen natürlich auch schon Wünsche nach Klassikern wie Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Benny Goodmann oder Glenn Miller erfüllt.

Wie sind Sie eigentlich zum DJ-Beruf gekommen?

Ich habe schon als Teenager Singles gesammelt. Als 15-Jähriger hatte ich rund 1000. Heute sind es 35'000 Singles, 11'000 LPs und 11'000 CDs. Ich kann den Leuten mit dem Abspielen der Musik einfach eine riesige Freude bereiten. Zu einem Auftritt nehme ich in der Regel 1300 Singles mit, abgespielt werden rund 70 Songs.

Daheim leisten sich Sie sogar ein separates Beatles-Zimmer.

Die Beatles waren und bleiben die einzigartigste Band der Welt. In diesem Beatles-Zimmer habe ich ein Sofa mit dem Motiv des Sergeant-Pepper-Albums der Beatles bezogen. Den Stoff habe ich seinerzeit im Schaufenster einer Polsterei in Luzern entdeckt. In diesem Zimmer empfange ich gerne Freunde zum Apéro.

Wird es Ihnen niemals zu viel, immer wieder dieselben alten Hits hören zu müssen?

Ich blicke auf ein inzwischen riesiges Spektrum. Klar, ich habe mich auf Oldies, die mindestens 25 Jahre zurückliegen, spezialisiert. Aber ich versuche, auch bei der heutigen Musik dranzubleiben. An Silvesterpartys lege ich auch aktuelle Musik auf.

Wir machen noch ein kleines Quiz. Ich habe mich spontan an drei Radio-Hits meiner Jugendzeit erinnert. Ich sage den Titel und will von Ihnen den Interpreten hören. 1. «Porque te vas» ...

Diesen Song hat die Spanierin Jeanette gesungen. Der Song kommt auch im Film «Züchte Raben» von Carlos Saura vor. In diesem Film spielt übrigens Géraldine Chaplin, die ich einst in Montreux kennen lernen durfte.

«Popcorn» ...

Ein instrumentaler Synthesizer-Hit der Gruppe Hot Butter.

Und zuletzt «Love is in the Air» ...

... vom Australier John Paul Young. Sein Hit «Lost in your love» gefällt mir sogar noch besser.

Gut, ich sehe, Sie haben die Hits im Griff. Wann haben Sie Ihren nächsten Auftritt?

Am Freitag, 31. August, in der Luzerner Bar 59 beim Rollschuh-Disco-Abend.

Hinweis: Mehr über DJ Michel Richer: www.musicmagicians.com.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.