MIETEN: Erster Referenzzinssatz für Mieten 3,5 Prozent

Der erstmals berechnete Hypotheken- Referenzzinssatz von 3,5 Prozent hat für Mieter und Hauseigentümer in der Innerschweiz kaum Auswirkungen. Kurzfristig bleiben die Mietzinsen stabil. Der variable Hypozins dürfte künftig stärker schwanken.

Drucken
Teilen
Vorläufig bleiben die Mieten stabil. (Symbolbild Keystone)

Vorläufig bleiben die Mieten stabil. (Symbolbild Keystone)

Da der variable Hypozins der Kantonalbanken in Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden aktuell bei 3,5 Prozent liege, dürften die Mieten vorerst stabil bleiben, sagte Beat Wicki, Geschäftsführer des Mieterverbandes in der Innerschweiz, am Dienstag.

Die Erhöhung der variablen Hypothekarzinsen um ein halbes Prozent in den vergangenen Monaten hätten die Hausbesitzer bereits auf die Mieten überwälzt. Künftig sei aufgrund der neuen Berechnung eher mit einer Glättung bei den Mieten zu rechnen.

Markt wird entscheidend
Das liege vor allem daran, dass nur 10 bis 20 Prozent aller Hypotheken variabel seien. Die grosse Zahl an Festhypotheken sorge dafür, dass steigende Zinssätze für variable Hypotheken weniger stark als bis anhin auf die Mieten durchschlügen.

Entscheiden werde aber der Markt. So sei wie bisher wohl damit zu rechnen, dass die Vermieter Mietzinssenkungen aufgrund eines tieferen Referenzzinses wohl nur verzögert an die Mieterschaft weitergeben. Sie argumentierten dann mit höheren Kosten.

Wicki erinnerte daran, dass der Referenzzins wohl nur für eine Übergangszeit von etwa zwei Jahren vierteljährlich berechnet werden dürfte. Das Ziel des Bundes sei eine totale Entkoppelung von Mieten und Hypothekarzinsen. Entscheidend werde dann die Teuerung sein.

Kantonalbanken begrüssen Neuerung
Die Innerschweizer Kantonalbanken begrüssen, dass der variable Hypozins nicht mehr «politisch belastet» ist. So überlegt sich etwa die Luzerner Kantonalbank (LUKB), ob sie ihren variablen Hypothekarzins künftig rascher dem Markt anpasst.

Ein Entscheid sei noch im laufenden Jahr zu erwarten, sagte LUKB- Sprecher Daniel von Arx. Bisher habe die Kantonalbank beim variablen Satz stets zugewartet, da der Aufwand für die betroffenen Vermieter bei Veränderungen doch beträchtlich gewesen sei.

Auch Gottfried Weber, Direktionspräsident der Schwyzer Kantonalbank, vermutet, dass man künftig mit den Anpassungen des Satzes weniger lang zögert. Wenn der varibale Hypo-Zins überhaupt überlebe, werde er sich näher am Markt bewegen. Dramatische Veränderungen erwartet er indessen nicht. Möglich sei auch, dass es neue Hypothekar-Modelle geben werde.

sda