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MIETZINS: Horw will 100 neue günstige Wohnungen schaffen

Mit einem neuen Reglement will die Gemeinde Bauherren unter die Arme greifen. Sie geht dabei einen anderen Weg als die Stadt Luzern.
Blick auf die Baustelle Stirnrütipark, links der Kindergarten-Pavillon auf der Gemeindeparzelle. (Bild: Philipp Schmidli (Horw, 16. März 2018))

Blick auf die Baustelle Stirnrütipark, links der Kindergarten-Pavillon auf der Gemeindeparzelle. (Bild: Philipp Schmidli (Horw, 16. März 2018))

Rund 900 der total 7000 Wohnungen in Horw gelten als «gemeinnützig». Künftig sollen es mehr sein. Der Gemeinderat hat das Ziel, dass bis 2029 mindestens 100 zusätzliche preisgünstige Wohnungen entstehen. Dies will er mit einem Reglement erreichen, das in einer Woche im Einwohnerrat behandelt wird.

Dieses geht auf eine Initiative der CVP zurück, die Anfang 2017 vom Einwohnerrat angenommen worden ist. Demnach sind folgende Massnahmen zur Förderung preisgünstiger Wohnungen vorgesehen: So soll die Gemeinde Bauherren vergünstigte Darlehen oder Bürgschaften gewähren können. Weiter könnte sie bei der Abgabe im Baurecht einen Rabatt auf den Baurechtszins erlassen. Zusätzlich bestünde die Möglichkeit, für Areale einen Mindestanteil an günstigen Wohnungen festzulegen sowie eine höhere Ausnutzung – also eine dichtere Bebauung – zuzulassen.

Anders als etwa in der Stadt Luzern kommen in Horw nicht nur gemeinnützige Organisationen als Erbauer der preisgünstigen Wohnungen in Frage. «Wir wollen für alle Interessenten offen sein. Es spielt letztendlich keine Rolle, wer baut», sagt der Horwer Bauvorsteher Thomas Zemp (CVP). «Wichtig ist, dass wir vertraglich absichern können, dass die Wohnungen tatsächlich preisgünstig sind und bleiben.»

Dafür könne man in Baurechtsverträgen Maximalmieten oder -einkommen festlegen. Zur Kontrolle müssen die Bauherren die Kennzahl jährlich der Gemeinde gegenüber ausweisen. Zemp: «Das Vorgehen haben wir bei bestehenden Bauprojekten im Ortskern bereits gewählt.» Dort waren 250 bis 270 Franken pro Quadratmeter und Jahr vorgegeben. Für eine 90-Quadratmeter-Wohnung ergibt das monatlich knapp 2000 Franken Miete.

Auf eine generelle Obergrenze verzichtet der Gemeinderat. «Diese hängt von der Lage und dem Standard und weiteren Vertragsbedingungen ab.» Bei den zuvor genannten Obergrenzen handelte es sich um Neubauten. «Der Betrag kann auch tiefer liegen, wenn die Gemeinde beispielsweise ein Darlehen leistet für die Erneuerung einer Altbausiedlung.» Weitere Vorgaben, etwa die Bevorzugung von Familien oder Alterswohnungen, seien denkbar.

Mehr Wohnungen pro Kopf als in Luzern

100 Wohnungen in zehn Jahren sehen auf den ersten Blick nicht nach besonders viel aus. Den Vergleich mit der Stadt Luzern, die aufgrund einer Initiative innerhalb von 25 Jahren rund 1100 Wohnungen schaffen muss, braucht Horw aber nicht zu scheuen. Pro Jahr sind zehn preisgünstige Wohnungen vorgesehen. In der Stadt Luzern sind es 44. Letztere hat aber rund sechsmal mehr Einwohner als Horw.

Sind zehn Jahre aber nicht ein etwas kurzer Zeithorizont? «Aus unserer Sicht ist das ein guter Zeitpunkt, um zu überprüfen, ob das Reglement Wirkung erzielt hat», sagt Zemp. Danach seien allenfalls Anpassungen denkbar. Zu diesem Zweck plant der Gemeinderat auch die Schaffung einer Arbeitsgruppe «Preisgünstiger Wohnraum», bestehend aus Vertretern der Gemeinde und von Bauträgern. «Diese soll die Entwicklung beobachten und Verbesserungsvorschläge machen.»

Auf welchen Arealen könnten die zusätzlichen Wohnungen entstehen? Zemp nennt als Beispiele ein Grundstück der Baugenossenschaft Familie sowie der Korporation Horw an der Bachstrasse/Allmendstrasse und ein Grundstück der Baugenossenschaft Pilatus im Quartier Spitz. «Grundsätzlich soll durch Verdichtung Wohnraum geschaffen werden.» Eigene Grundstücke für die Abgabe im Baurecht besitze die Gemeinde dagegen kaum mehr. Möglich seien Neubauten allenfalls auf dem Areal des Kindergartens Ebenau oder bei den Schrebergärten am Brändiweg. «Entsprechende Pläne bestehen derzeit aber keine», sagt Zemp.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

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