Mietzins-Reduktion: Es geht auch anders

Der Referenzzinssatz ist auf 2,5 Prozent gesunken. Doch die meisten Mieter merken davon nichts. Die SBL Wohnbaugenossenschaft Luzern zeigt jetzt, dass es auch anders geht.

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Hochhüsliweid in der Stadt Luzern: Auch in diesem Mehrfamilienhaus sinken die Mieten. (Bild: PD)

Hochhüsliweid in der Stadt Luzern: Auch in diesem Mehrfamilienhaus sinken die Mieten. (Bild: PD)

Der Bundesrat hat den Referenzzinssatz am 1. Dezember von 2.75 auf 2.50 Prozent gesenkt. Damit wird eine Senkung der Mietzinsen wahrscheinlicher. Der Mieterverband hat schon im Dezember die Mieter aufgefordert, ihre Vermieter mit einem eingeschriebenen Brief zur Senkung zu bewegen.

3 Prozent tiefere Mieten

Anders als in vielen Liegenschaften müssen die Mieterinnen und Mieter der SBL Wohnbaugenossenschaft Luzern kein Gesuch um Mietzinsreduktion stellen, denn die Verwaltung hat gehandelt und senkt die Mieten auf den 1. April um durchschnittlich drei Prozent.

350 Wohnungen betroffen

«Als faire Vermieterin geben wir Veränderungen an der Zinsfront immer direkt und schnell an die Mieter weiter», erklärt Markus Mächler, Präsident der SBL Wohnbaugenossenschaft Luzern. Somit müssen die Mieter der rund 350 SBL-Wohnungen in Luzern, Luzern-Littau und Adligenswil gar nicht erst ein Gesuch um Mietzinsreduktion stellen. Das sei aber längst nicht der einzige Vorteil von Wohnbaugenossenschaften. Gemäss mehreren schweizweiten Studien sind die Mieten in gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften rund 20 Prozent tiefer.

Wer den Mieter um eine Senkung des Mietzins bittet, muss keine Angst vor einer Kündigung im Zusammenhang mit der Forderung haben. Laut Beat Wicki, Geschäftsführer der Luzerer Sektion des Schweizer Mieterverbandes, wäre dies eine Rachekündigung und damit rechtswidrig. Der Mieter habe ein Recht auf eine Mietzinsreduktion.

Der Hauseigentümerverband (HEV) empfiehlt übrigens seinen Mitgliedern, ihre Mietzinsen aufgrund der neuen Situation zu überprüfen und die Mieter zu informieren.

pd/rem