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MIGRATION: 50 Flüchtlinge starten im Sommer in der Zentralschweiz ein Praktikum

Der Kanton Luzern hat vom Staatssekretariat für Migration grünes Licht für ein Projekt zur Arbeitsintegration bekommen. Bereits im Sommer sollen 50 junge Flüchtlinge Praktika in der ganzen Zentralschweiz beginnen.
Beliebte Praktikums-Programme wie etwa «Perspektive Pflege» (Bild) werden aus Spargründen abgeschafft. Dafür startet nun ein neues Pilotprojekt zur Integration. (Bild: Pius Amrein (29.10.2015))

Beliebte Praktikums-Programme wie etwa «Perspektive Pflege» (Bild) werden aus Spargründen abgeschafft. Dafür startet nun ein neues Pilotprojekt zur Integration. (Bild: Pius Amrein (29.10.2015))

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Der Kanton hatte aus Spargründen Integrationskurse wie die bei Arbeitgebern und Flüchtlingen beliebten «Perspektive»-Programme gestrichen. Für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene gibt es nun wieder Hoffnung auf eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt: Das Staatssekretariat für Migration (SEM) gibt dem Kanton Luzern grünes Licht und bewilligt das Projekt Integrationsvorlehre (Invol) Zentralschweiz.

Der Bund will mit sogenannten Integrationsvorlehren Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. 54 Millionen Franken investiert er in die vierjährige Pilotphase; 800 bis 1000 Flüchtlinge sollen so in den Arbeitsmarkt integriert werden. Pro Ausbildungsplatz und Jahr erhalten die Kantone 13 000 Franken. Umsetzung des Programms ist Sache der Kantone.
Im Dezember reichte der Kanton Luzern das Pilotprojekt Invol Zentralschweiz beim Staatssekretariat für Migration ein. Die Idee: Da die Anforderungen des Bundes für kleinere Kantone wie Ob- und Nidwalden nicht realisierbar waren, schlossen sich Zentralschweizer Kantone unter der Leitung von Luzern zusammen.

Motivation und Eignung entscheidend

«Der Kanton Luzern will Jugendlichen und jungen Erwachsenen Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen die Chance geben, in unserem Land eine berufliche Grundlage zu bekommen, um ein eigenständiges und von der Sozialhilfe unabhängiges Leben zu führen» sagt Christof Spöring, Leiter der Dienststelle Berufs- und Weiterbildung auf Anfrage. 50 Praktikumsplätze stehen für das erste Jahr zur Verfügung, im Sommer sollen die jährigen Praktika beginnen. Das Pilotprojekt Invol richtet sich an anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Jugendliche, welche bereits einen spezifischen Berufswunsch haben.

An drei Tagen pro Woche werden die Jugendlichen im Betrieb arbeiten. An den zwei restlichen Tagen besuchen sie das Brückenangebot im Wohnortskanton. Dort erhalten die Jugendlichen allgemeinbildenden Unterricht und berufsfeldrelevante Lektionen. In Fachkurs-Zentren oder Berufsfachschulen erhalten die Flüchtlinge berufsfeldbezogene Grundlagen.

Nach dem Praktikum sollen die Flüchtlinge fit sein für eine herkömmliche Lehre. Paralell dazu hat der Kanton im Januar auch die Kampagne «150 Praktikumsplätze = 300 Chancen» gestartet (siehe Kasten). Die 50 Invol-Plätze helfen mit, den Bedarf der 150 Praktikumsplätze für jugendliche Flüchtlinge zu decken. Im Unterschied zu Invol besuchen diese Praktikanten jedoch keinen berufsspezifischen Unterricht.

Eine Chance auf einen Praktikumsplatz hat, wer einen Ausweis B oder F besitzt, zwischen 16 und 25 Jahren alt ist und Deutschkenntnisse zwischen A2 und B1 hat. Die Jugendlichen müssen ausserdem eine Motivation zur Ausbildung haben sowie eine Eignung zum Beruf. Die Kantone vermitteln Jugendliche, welche für das Programm in Frage kommen. Über eine Institution, etwa ein Brückenangebot werden diese bei Berufs- und Informationszentren dafür angemeldet und geprüft. Erfüllen sie die nötigen Voraussetzungen dürfen sie sich auf die Invol-Stellen bewerben.

Unterstützung aus fünf Branchen – weitere möglich

Momentan beteiligen sich fünf Branchen am Invol-Programm: Bäckerei /Konditorei, Detailhandel, Gastronomie (Koch), Gebäudereinigung und Logistik. Der Kanton rechnet mit ungefähr zehn Praktikumsplätzen pro Branche. Bei der Gebäudereinigung sind es ungefähr drei. Swissmem, der Verband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie und das Autogewerbe haben ebenfalls Interesse bekundet.

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