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Migros-Bildli bringen Surseer Panini-König an den Anschlag

Markus Stadelmann hilft Sammlern auch nach der WM beim Füllen ihrer Panini-Alben. Nach einer Migros-Aktion sind viele Bilder doppelt vorhanden, andere fehlen. Nach 14 Jahren überlegt sich Stadelmann deshalb, aufzuhören.
Urs-Ueli Schorno
Fühlt sich vom Panini-Verlag im Stich gelassen: Markus Stadelmann. (Bild: Jakob Ineichen (Ruswil 4. Mai 2018))

Fühlt sich vom Panini-Verlag im Stich gelassen: Markus Stadelmann. (Bild: Jakob Ineichen (Ruswil 4. Mai 2018))

Die WM ist vorbei, alle Panini-Hefte sind voll. Alle? Vielen Sammlern fehlt noch ein letztes oder zweitletztes Bild. Vielleicht ein Dutzend. Eine Büez, diese klebenden Neymars, Hazards oder Hendersons noch aufzutreiben. Abhilfe verspricht Panini-König Markus Stadelmann.

Der Mann aus Sursee hilft Kindern, Familien und Fans seit 14 Jahren, ihre Alben vollzukriegen. Dazu schickt man ihm eine Liste mit den fehlenden Motiven und die Klebebilder, die man zu tauschen bereit ist. Zusätzlich ein frankiertes Rücksendecouvert. Das klappte bisher bestens, 1500 Alben von verzweifelten Sammlern wurden so mit seiner kostenlosen Hilfe schon gefüllt.

Doch nun bringt das Sammelalbum der eben beendeten Weltmeisterschaft in Russland den Panini-König selbst an den Anschlag: «Wenn meine Partnerin und ihre Kollegin mich nicht motiviert hätten, weiterzumachen, hätte ich vor einem Monat den Bettel hingeschmissen», sagt er.

Pro Tag treffen bis zu 40 Briefe ein

Was ist passiert? Mit einer Gratis-Aktion hat die Migros unzählige Klebebilder in den Umlauf gebracht. Die genaue Zahl gibt sie nicht bekannt. Stadelmann vermutet, dass einzelne Bilder tausendfach verteilt wurden. Das Problem: «In den Zweierpäckli hat es nur etwa 130 verschiedene ‹Grende› drin. Genau die erhalten wir nun als Tauschbilder. Das Album hat aber 682 Motive. Wir können deshalb beim Tauschen nicht mehr helfen, weil es von einigen Bildli viel mehr gibt, als von anderen.» Über 450 Listen hätten er und seine Helfer in den vergangenen Wochen unbearbeitet retournieren müssen. «Und es kommen immer noch täglich bis zu 40 Briefe an.»

Die Migros hat schnell reagiert, als Stadelmann das Problem schilderte: Rund 6000 Original-Panini-Bildli stellte sie ihm zur Verfügung. «Das hat zunächst geholfen, aber inzwischen sind die zusätzlichen Kleber aufgebraucht.» Inzwischen nimmt Stadelmann keine Listen mehr an, er hat schlicht zu wenig Material zum Tauschen. «So macht es keinen Spass – gerade wenn man Kinder enttäuschen muss, statt sie glücklich zu machen.» Viele hätten auch erst durch die Migros-Aktion mit dem Sammeln begonnen. «Sammeln ist teuer und viele Familien sind finanziell nicht auf Rosen gebettet. Sie haben sich gedacht, mit den Gratis-Klebern fülle sich das Album günstiger.»

Migros: Insgesamt seien mehr Bilder im Umlauf

Bei der Migros sagt man auf Anfrage, in der Panini-Promotion sei ein Grossteil der Bilder aus dem Album gratis abgegeben worden. Die Zahl der verschiedenen Bilder sei allerdings höher, als die genannten 130 – eine konkrete Zahl gibt man aber nicht preis. Nur soviel: «Tatsache ist, dass Panini die ganze Schweiz mit dem gleichen Kontingent an Bildern beliefert hat wie in den Euro- und WM-Jahren zuvor. Die Gratisbilder der Migros gab es ‹oben drauf› dazu, als Unterstützung beim Sammeln», heisst es in einer schriftlichen Antwort.

Das heisst aber auch: Es waren tatsächlich von einigen Motiven mehr im Umlauf als von anderen. Das entspricht eigentlich nicht den Gepflogenheiten bei Panini, wo man Jahr für Jahr beteuert, von allen Bildli gleich viele in den Umlauf zu bringen. Dort sagt man auf Anfrage, man habe die Shops mit gleich vielen Stickers beliefert, wie immer. Nur eben: Zusätzlich habe man die Migros mit weiteren Bildern beliefert. Um wie viele Motive es handelt, gibt man auch bei Panini nicht bekannt.

Panini empfahl Stadelmann, aufzuhören

Stadelmann ärgert sich derweil nicht so sehr über die Migros, sondern über den Panini-Verlag. Er kenne den Deal nicht, den man mit der Migros abgeschlossen habe. «Aber wie mit mir umgegangen wurde, als ich mich beschwert habe – das geht nicht.» Nach langer Zusammenarbeit hätte er erwartet, dass man auch auf ihn zukommen würde. «Stattdessen wurde mir von Panini empfohlen, mit dem Sammeln aufzuhören, wenn es keinen Spass mehr mache.»

Das überlegt er sich zurzeit tatsächlich: Ob er in zwei Jahren seinen beliebten Tauschdienst wieder anbietet, will Stadelmann heute nicht versprechen. Bleibt für Sammler nur zu hoffen, das ihn seine Unterstützerinnen auch 2020 noch einmal motivieren, wenn die Euro in verschiedenen Städten auf dem Kontinent stattfinden wird. Der Panini-König lässt alle Optionen offen: «Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.»

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