MILCHINDUSTRIE: Emmi: Zweites Standbein in Lateinamerika

Der Milchverarbeiter Emmi expandiert in Mexiko und forciert damit das Wachstum im Ausland. Zu einem nicht genannten Preis übernimmt Emmi eine 50-Prozent-Beteiligung an Mexideli, Mexikos führendem Importeur von Spezialitätenkäse.

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Blick ins Emmi-Lager in Luzern. (Bild: pd)

Blick ins Emmi-Lager in Luzern. (Bild: pd)

Mexideli sei ein gesundes und profitables Unternehmen, das bereits seit Jahren erfolgreich Emmi-Produkte vertreibe, wird Emmi-Chef Urs Riedener in einer Mitteilung vom Freitag zitiert. Rund ein Viertel oder etwa 400'000 Tonnen des in Mexiko konsumierten Käses werde importiert.

Die Beteiligung stärke Emmis Position in einem interessanten, wachsenden Markt und erhöhe das Potenzial für den Export von Produkten der Emmi-Gruppe nach Mexiko, erklärte Riedener. Neben Spezialitätenkäse vertreibt Mexideli auch Desserts.

2013 dürfte Mexideli mit seinen 250 Mitarbeitenden einen Umsatz von rund 45 Mio. Fr. erzielt haben. Die Firma verfügt über eine Logistikinfrastruktur mit sechs Standorten und ist im Food Service laut den Angaben marktführend in der Touristenmetropole Cancún.

Abhängigkeit von der Schweiz reduzieren

Mit Mexideli schafft sich Emmi neben Chile ein zweites Standbein in Lateinamerika. Der Schweizer Marktführer will den Umsatzanteil des Auslandgeschäfts mittelfristig auf 50 Prozent erhöhen. Aktuell beläuft er sich auf rund 43 Prozent.

Die Bank Vontobel rechnet daher mit weiteren Akquisitionen. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) halten jedoch fest, dass bereits mit dem Mexideli-Deal in einem neuen Land für Emmi die Gefahr einer weiteren Verzettelung bestehe. An der Börse legte die Emmi-Aktie am Freitagvormittag dennoch um 1,4 Prozent zu.

sda