MILCHVERARBEITUNG: Emmi steigert den Gewinn um 42 Prozent

Der Milchkonzern Emmi hat den Gewinn im vergangenen Jahr um mehr als zwei Fünftel gesteigert. Der Schweizer Branchenführer wies am Mittwoch einen Reingewinn von 58,7 Millionen Franken aus.

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Szene aus der Emmi-Produktion. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Szene aus der Emmi-Produktion. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Zu dem Ergebnis trugen alle Produktegruppen bei, wie Emmi an der Bilanzmedienkonferenz bekannt gab. Insgesamt stieg der Umsatz um 7,7 Prozent auf 2,694 Milliarden Franken. 4,6 Prozent der Umsatzsteigerung sind dabei auf Preiserhöhungen zurückzuführen, das organische Wachstum betrug insgesamt 6,6 Prozent.

Raclette im Ausland beliebt
Die Markenkonzepte wie Aktifit, Emmi Caffe Latte sowie die Jogurts haben sich in der Schweiz weiterhin gut entwickelt, wie Emmi-Chef Urs Riedener ausführte. Aber auch die Entwicklung beim Naturkäse sei trotz des wachsenden Importdruckes erfreulich. Insgesamt wurde der Umsatz in der Schweiz um 8,1 Prozent auf 2,068 Milliarden Franken gesteigert. Auf den internationalen Märkten wurde ein Wachstum von 6,5 Prozent oder 7,6 Prozent in Lokalwährungen realisiert. Hier wurden unter anderem bei den Emmi Markenkonzepten, Le Gruyere, Tete de Moine sowie bei Fondue und Raclette erfreuliche Zuwachsraten registriert. Mengenmässig stark unter Druck sei international aber der Emmentaler.

Der Reingewinn 2008 stieg verglichen mit dem enttäuschenden Jahr 2007 um 42,3 Prozent auf 58,7 Millionen Franken an. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern belief sich auf 102,1 Millionen Franken, verglichen mit 62,3 Millionen Franken im Vorjahr. Der Betriebsaufwand stieg dank konsequentem Kostenmanagement nur um 2 Prozent auf 637,2 Millionen Franken. Das negative Finanzergebnis fiel jedoch wegen dem starken Schweizer Franken mit minus 26,0 Millionen Franken mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahr.

Ausbau im Ausland im Fokus
Mit dem Markteintritt von ausländischen Discountern und dem Marktaufbau internationaler Mitbewerber in der Schweiz hat sich der Preiskampf laut Emmi nochmals verschärft. Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung haben entschieden, das internationale Geschäft in den nächsten Jahren stark auszubauen. Ziel ist ein Umsatz in der Grössenordnung des Schweizer Geschäfts. Dazu will Emmi das Auslandgeschäft in Europa und Nordamerika in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Bereits per Anfang Jahr hat der Milchkonzern den amerikanischen Käsespezialisten Roth Käse übernommen.

Aber auch in der Schweiz baut Emmi aus. Der Konzern hat mit 60 Prozent die Mehrheit an der Nutrifrais SA übernommen. Die Wettbewerbskommission muss der Übernahme der LRG-Tochtergesellschaft noch zustimmen. Mit Nutrifrais, welches die Lizenz für «Yoplait» und «TamTam» besitzt, will Emmi die Marktpräsenz im Bereich Jogurt und Flan gezielt ausbauen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Hoffnungsvolle Aussichten
Zufriedenstellend gestartet ist der Konzern gemäss Riedener ins laufende Jahr. In der Schweiz wird aber für 2009 von einem Umsatzrückgang von rund fünf Prozent ausgegangen. Dank der Übernahme von Roth Käse soll das internationalen Wachstum dagegen rund 15 Prozent betragen. Insgesamt erwartet Emmi deshalb, im Geschäftsjahr 2009 den Umsatz halten zu können.

ap