Kantonsgericht Luzern reduziert Strafe für Kranführer leicht

Bis vors Luzerner Kantonsgericht hat sich ein Kranführer gegen die Verurteilung wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung gewehrt. Bislang ohne Erfolg, wie das Urteil zeigt, das nun im Dispositiv vorliegt und noch nicht rechtskräftig ist.

Evelyne Fischer
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Das Luzerner Kantonsgericht am Hirschengraben 16 in Luzern. (Bild: Pius Amrein)

Das Luzerner Kantonsgericht am Hirschengraben 16 in Luzern. (Bild: Pius Amrein)

Das Unglück hat sich im August 2016 auf einer Grossbaustelle in Altishofen ereignet: Bei einem inkorrekten Kranmanöver ist die Kranflasche – daran sind die Lasten befestigt – ausgeschwenkt und an eine Leiter geprallt, die über eine Mauer hinausragte. Ein Bauarbeiter, der auf der Leiter Einschalungsarbeiten ausgeführt hat, ist darauf rücklings gestürzt. Der Privatkläger ist bis heute arbeitsunfähig (Artikel vom 24. Juni).

Der im Kanton Aargau wohnhafte Kranführer war im September 2017 per Strafbefehl der fahrlässigen schweren Körperverletzung und der fahrlässigen Verletzung der Regeln der Baukunde schuldig befunden worden. Er erhob Einsprache, der Fall gelang ans Bezirksgericht und kürzlich ans Kantonsgericht. Aus dem Urteil, das nun im Dispositiv vorliegt und noch nicht rechtskräftig ist, geht jetzt hervor: Das Kantonsgericht bestätigt das bisherige Strafmass von 20 Tagessätzen zu je 110 Franken, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von zwei Jahren. Es sieht allerdings von der Busse über 500 Franken ab.

Kosten von über 17'000 Franken werden überwälzt

Der Beschuldigte hat sämtliche Untersuchungs- und Verfahrenskosten zu tragen sowie eine Parteienentschädigung auszurichten – insgesamt Kosten von über 17'000 Franken.

Mit dem Verdikt des Kantonsgerichts dürfte der Fall nicht abgeschlossen sein: Der Privatkläger fordert auf dem Zivilweg eine Teilgenugtuung von 80'000 Franken – mit Zins seit dem Unglückstag.