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Kommentar

Mineralwasser: Einheimisch ist gut, eigener Hahnen besser

Den Anteil des Mineralwasserkonsums aus einheimischer Produktion zu steigern, ist zu begrüssen, schreibt Sasa Rasic. Den eigenen Anteil am Kuchen jedoch auf Kosten des guten alten Hahnenburgers anzustreben, sollte jedoch nicht angebracht sein.
Sasa Rasic

Der Verband der Schweizerischen Getränkegrossisten (VSG) sorgt sich um das einheimische Mineralwasser. Der Konsum ist 2018 um 0,4 Prozent zurückgegangen – und dies trotz des Hitzesommers. Zum Vergleich: Der Absatz von Erfrischungs­getränken stieg um 8 Prozent, der Bier­verkauf um 1,8 Prozent.

Gründe für die Abnahme sind laut dem Verband die Beliebtheit von Leitungswasser (sowohl zu Hause als auch im Restaurant) und importiertem Mineral­wasser. Zum Bedauern der einheimischen Branche ist der Absatz der ausländischen Konkurrenz 2018 sogar um 1,5 Prozent gestiegen. Der VSG will auf die Entwicklung im Frühling mit einer Kampagne sensibilisieren. Zunächst sind dabei die Gastronomen als erste Zielgruppe im Visier.

Zweifel an der Dringlichkeit der geplanten Massnahme sollten erlaubt sein. Denn Mineralwasser ist immer noch das deutlich am meisten konsumierte Kaltgetränk in der Schweiz. Mit 115 Litern pro Kopf und Jahr lässt es Erfrischungsgetränke (68 Liter) und Bier (55 Liter) weit hinter sich. Zudem ist das Produkt Mineralwasser trotz der Rückschläge unter dem Strich ein Erfolg: 2017 zählte die einheimische Produktion 569,2 Millionen Liter (1989 waren es noch 377,7 Millionen Liter). Der Verkauf insgesamt hat sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt.

Den Anteil des Konsums aus einheimischer Produktion zu steigern, ist zu begrüssen. Abpackung und Transport der ausländischen Konkurrenz in das reichlich mit eigenen Quellen ausgestattete Wasserschloss Schweiz gehört zu den anschaulichsten und unnötigsten unter den Ökobilanzen von Produkten. Den eigenen Anteil am Kuchen jedoch auf Kosten des guten alten Hahnenburgers anzustreben, sollte jedoch nicht angebracht sein. Denn sogar noch besser als ein einheimisches oder regionales Produkt ist jenes ultralokale aus dem eigenen Wasserhahnen. In Zeiten, in denen das Einsparen von Energie zunehmend wichtiger wird und sich kaum jemand von zeitgenössischen Annehmlichkeiten lossagen will, gibt es wohl wenig einfachere, günstigere und gesündere Alternativen.

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