Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

MISSIONAR: Altwis feiert seinen Bischof

Zum 150. Todestag des Bischofs Anastasius Hartmann findet ein Fest- gottesdienst statt. Über 500 Personen werden erwartet – einige sogar aus Indien.
Niels Jost
Bischof und Missionar Anastasius Hartmann (1803-1866). (Bild: PD)

Bischof und Missionar Anastasius Hartmann (1803-1866). (Bild: PD)

Niels Jost

Vom Bauernsohn zum Bischof hat es Joseph Alois Hartmann, der 1803 auf einem Altwiser Bauernhof geboren wurde, gebracht. Bekanntheit erlangte er unter seinem Namen als Bischof: Anastasius Hartmann. Am Sonntag vor genau 150 Jahren starb der Kapuziner im Alter von 63 Jahren – im gut 7000 Kilometer entfernten Patna im Nordosten von Indien. Denn Anastasius missionierte für die katholische Kirche im Fernen Osten, errichtete Pfarreien, gründete Schulen, Waisenhäuser und die Wochenzeitung «The Examiner», die es noch heute gibt.

Seine Art zu missionieren ist mitunter der Grund, wieso am Sonntag in der Pfarrkirche Hitzkirch und danach in Altwis für den Bischof eine Gedenkfeier gehalten wird. Anastasius Hartmann, einer der ersten Schweizer Kapuziner-Missionare in Übersee, gilt als Pionier in der Missionarstätigkeit. Sein Wirken sei noch heute ermutigend und bedeutend, sagt Stefan Schmitz von der Pfarreileitung Hitzkirch. «Er liess sich vom Unbekannten nicht abschrecken und ging offen auf andere zu.» Diese Haltung zeuge etwa auch angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme von Aktualität.

Bischof und Botschafterin dabei

Wie wichtig der Altwiser Bischof noch für die heutige Zeit ist, zeigt ein Blick auf die Gästeliste des Festgottesdienstes. Neben dem Luzerner Regierungspräsidenten Reto Wyss (CVP) und dem Kantonsratspräsidenten Franz Wüest (CVP) werden auch die indische Botschafterin der Schweiz sowie indische Priester anwesend sein. Letztere hielten sich sowieso in Europa auf, mussten für die Feier nicht extra eingeflogen werden, sagt Stefan Schmitz. Die Predigt in Hitzkirch wird der gebürtige Luzerner Bischof Felix Gmür halten. «Die Kirche wird gut besetzt sein, wir erwarten über 550 Personen», sagt Stefan Schmitz.

Nach dem Gottesdienst geht es zu Fuss weiter nach Altwis. Auf dem Weg werde man an fünf Stationen Halt machen. Dort wird dann jeweils eine Spielszene aufgeführt, die etwas über das Leben und Wirken des Missionars erzählt. Bei der Kapelle Altwis wird dann am Nachmittag die erste Station des Anastasius-Hartmann-Wegs eingeweiht, der dereinst sein Geburtshaus, die Pfarrkirche und die Anastasiuskapelle miteinander verbindet.

Der Fussmarsch selber soll an die weiten Strecken erinnern, die Anastasius zurücklegte. So lief der spätere Bischof mit 38 Jahren von Altwis über den Gotthard nach Rom, gelangte dann später mit dem Schiff über Neapel, Malta und das Rote Meer nach Indien. «Dort legte er allerdings viel weitere Strecken zurück, etwa von Mumbai im Westen nach Patna im Osten», weiss Schmitz. Dabei verzichtete der Kapuziner auf grossen Komfort und legte weite Strecken auf Ochsenkarren und Barken zurück. Gleichzeitig nutze er diese Reisemöglichkeiten, um zu schreiben.

Mehr als «wilde Heiden» bekehren

Als Pionier gilt Anastasius deshalb, weil er die damalige Missionsauffassung und -organisation, die noch vom mittelalterlichen Welt- und Kirchenbild geprägt war, zu überwinden versuchte. Statt die «wilden Heiden» bloss zu bekehren, begegnete Anastasius der Bevölkerung auf Augenhöhe und anerkannte deren vielfältige Kultur. Diese wollte er den Einheimischen nicht austreiben, sondern sie mit dem christlichen Glauben vereinen. So prägte «der Brückenbauer» die Missionstätigkeit nachhaltig.

Obwohl: Vor seiner Abreise nach Rom und Indien klang das noch ganz anders, wie aus seiner Abschiedsrede in Hitzkirch von 1841 zu lesen ist: «Gott ruft mich aus dem Vaterlande, aus Europa in ein fremdes, unbekanntes Land – jenseits des Meeres – unter wilde Völker, die in Finsternis und im Schatten des Todes sitzen.» Dazu sagt Stefan Schmitz: «Die geistige Entwicklung von Bischof Anastasius ist hoch spannend.»

Seliggesprochen wurde Bischof Hartmann (noch) nicht. Allerdings hat ihm Papst Johannes Paul II. im Jahre 1998 den heroischen Tugendgrad seines Lebens anerkannt und ihm den Titel «Ehrwürdiger Diener Gottes» verliehen – ein Verfahrensschritt im Prozess der Seligsprechung.

Hinweis

Der Gottesdienst findet am Sonntag um 10 Uhr in der Pfarrkirche Hitzkirch statt. Fürs anschliessende Mittagessen in Altwis kann man sich beim Pfarramt Hitzkirch über Telefon 041 917 12 45 oder info@pfarreihitzkirch.ch anmelden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.