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Kolumne

Mit dem Messer geht es besser

Diese Frau in Taipeh ist mutig. Sie legt sich gleich unter zwei Messer – aber nicht, weil sie ihre Fältchen straffen lassen will.
Yasmin Kunz
Eine ungewöhnliche Massage: Mit Messern sollen Energien ins Gleichgewicht gebracht werden. Bild: Ritchie B. Tongo/EPA (Taipeh, 17. April 2018)

Eine ungewöhnliche Massage: Mit Messern sollen Energien ins Gleichgewicht gebracht werden. Bild: Ritchie B. Tongo/EPA (Taipeh, 17. April 2018)

Würde man nur die Messer, den weissen Kittel und die dazu passenden Handschuhe sehen, könnte man denken, es handle sich eventuell um einen Metzger. Doch diese Annahme ist falsch. Es handelt sich um eine Therapeutin in Taiwan. Und die Frau auf dem Schragen lässt sich mit den Messern behandeln. Wohl ähnlich wie hierzulande die Physiotherapie, einfach, dass man in Taiwan nicht die Hände zum Kneten einsetzt, sondern Messer. Diese Therapie wurde vor 2000 Jahren von chinesischen Mönchen erfunden.

So viel vorneweg: Die Messer sind stumpf und verletzen die Klienten nicht – im Gegenteil. Die Messer sollen heilen. Was und wie, ist nicht ganz schlüssig. Klar ist: Damit die Gefahr von Verletzungen (bei genug Druck können auch stumpfe Messer schneiden) reduziert werden kann, muss der Patient sich einwärmen.

Das stelle ich mir vor wie Übungen, welche wir im Schulchor absolvieren mussten, bevor wir dann singen durften. Do-Re-Mi-Fa-So-La-Ti-Do. Vorwärts und rückwärts. Laut und leise. Tief und hoch. Dann noch etwas mit den Lippen flattern und lustige Grimassen schneiden. Das wärmt sämtliche Gesichtsmuskeln auf und sollte schönere Töne generieren.

Hier geht es nicht um die Tonleiter, sondern um Ying und Yang. Die entgegengesetzten Energien sollen wohl mit den stumpfen Kanten ins Lot gebracht werden. Oftmals habe die Therapie schon Erfolg gehabt, behauptet die Therapeutin Angelina Hsiao, die im Bild nicht sichtbar ist. Das liege aber nicht nur an den Messern. Hsiao rät den Patienten auch, sich vegetarisch zu ernähren, wohltätig zu sein und nur gute Gedanken zu haben. Auf eine Anerkennung dieser Methode im taiwanesischen Gesundheitswesen wartet Hsiao noch. Die Messer sind wohl auch der Regierung nicht ganz geheuer – verständlich. Dann doch lieber dem Ratschlag der «guten Gedanken» folgen.

Das birgt kein Verletzungsrisiko, hat keine Nebenwirkungen und ist erst noch kostenlos – über die Wirkung kann ich allerdings keine verlässlichen Aussagen machen. Das müssen Sie selber testen.

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