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Mit dem Rüstmesser auf den Arbeitskollegen los - ein Fall für das Gericht

Eine handfeste Schlägerei am Arbeitsplatz endet mit einer zwölf Zentimeter langen Schnittwunde und Kosten für beide Beteiligten.
Sandra Monika Ziegler

Das Luzerner Kantonsgericht hat einen Mann wegen versuchter schwerer Körperverletzung in Notwehr zu einer bedingten Geldbusse von 20 000 Franken bei einer Probezeit von 2 Jahren verurteilt. Der heute 30-Jährige hatte am Arbeitsplatz einen Arbeitskollegen mit einem Rüstmesser angegriffen und verletzt. Es bestätigt damit ein erstinstanzliches Urteil des Luzerner Kriminalgerichts vom 4. Juli 2017. Zudem muss der Beschuldigte dem Opfer eine Genugtuungssumme von 5000 Franken bezahlen. Er zog den ersten Schuldspruch weiter, um einen Freispruch zu erlangen und die Kosten nicht übernehmen zu müssen.

Auch der Angegriffene legte Berufung ein. Er wollte, dass der Angeklagte die gesamten Prozesskosten übernehmen muss – und er eine Genugtuung in der Höhe von 25 000 Franken erhält. Doch das Kantonsgericht hatte auch dafür kein Gehör, wie im Urteil vom 26. Juni nachzulesen ist: Das Opfer erhält weniger Geld als gefordert und muss seine Prozesskosten selber tragen sowie 2000 Franken an die Berufungsverhandlung zahlen.

Zuerst verbale Attacken, dann wurde es handgreiflich

Der Angriff in jener Nacht Mitte Dezember 2012 soll sich wie folgt ereignet haben: An ihrem Arbeitsplatz treten vier Angestellte ihre Nachtschicht zum Rüsten an und arbeiten vorerst friedlich nebeneinander. Dann fangen drei von ihnen an, einen vierten mit Sprüchen zu provozieren. Da der Attackierte sieben Wochen arbeitsabwesend war, fragt ihn einer nach seinem Hausarzt, denn «einen solchen, der Patienten so lange krankschreibe, hätte er auch gerne». Daraufhin wird dieser wütend und schubst den Fragesteller mit beiden Händen von sich weg. Das lässt sich der spätere Angeklagte nicht gefallen und fragt: «Was soll das?» Denn laut Anklageschrift «hat er bis zu diesem Zeitpunkt geglaubt, die Sticheleien sind einfach nur Spass».

Doch der Schubser nähert sich ihm erneut, da habe er es mit der Angst zu tun bekommen, denn dieser war ihm körperlich überlegen. Der Provokateur greift zu seinem 15 Zentimeter langen Rüstmesser mit abgebrochener Klinge und verletzt seinen Arbeitskollegen im Gesicht mit einem 12-Zentimeter-Schnitt vom linken Augenlid bis zum linken Ohr. Beide landen auf dem Boden und prügeln weiter. Der Verletzte schlägt den Provokateur mit gezielten Fausthieben ins Gesicht. Arbeitskollegen müssen die beiden Streithähne trennen. Dem Verletzten wird die Wunde genäht, der Angreifer angeklagt.

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