Kommentar

Mit der Ablehnung der Carparkplätze Hinterschlund verspielt Kriens seine starke Position ohne Not

Der Entscheid des Krienser Einwohnerrats zum Car-Parking Hinterschlund ist im Grundsatz verständlich, aber vorschnell.

Stefan Dähler
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Stefan Dähler

Stefan Dähler

Der Krienser Einwohnerrat will nichts wissen von einem Car-Parking auf dem Areal Hinterschlund. Das ist grundsätzlich verständlich. Dass die Stadt Luzern als Grundstückseigentümerin die Fläche auf Krienser Boden jahrzehntelang nicht entwickelte und dort die im Zentrum nicht mehr erwünschten Touristenbusse abstellen will, zeugt von wenig Sensibilität gegenüber der Nachbarstadt. Zumal sich das Areal nicht im Nirgendwo, sondern in einem urbanen Entwicklungsgebiet befindet.

Trotzdem ist der Entscheid des Krienser Einwohnerrats vorschnell. Zwar ist die Stadt Luzern bei der Car-Frage auf Kriens angewiesen. Doch die Abhängigkeit beruht auf Gegenseitigkeit. So will Kriens im Gebiet eine Velo- und Fussverbindung, eine neue Freizeitfläche und allenfalls ein neues Schulhaus realisieren. Diese Projekte sind zentral, wenn Luzern Süd zu einem lebendigen Stadtteil werden soll. Doch Kriens besitzt dort keine geeigneten Grundstücke – im Gegensatz zur Stadt Luzern, die neben dem Hinterschlund auch das Areal Grabenhof ihr Eigen nennt.

Es wäre für die Entwicklung von Kriens also wichtig, bei Verhandlungen mit Luzern Zugeständnisse herauszuholen. Bei einem unbefriedigenden Resultat hätte der Einwohnerrat ein Car-Parking später immer noch versenken können. Immerhin hat Kriens noch ein Ass im Ärmel: einen Alternativstandort beim Südpol. Doch die Optionen sind aufgrund des Entscheids des Einwohnerrats stark eingeschränkt worden – und das ohne Not.

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