Mit gutem Ackerland haushälterisch umgehen

Im Kanton Luzern sind die Reserven an bestem Ackerland, so genannte Fruchtfolgeflächen (FFF), knapp. Der Regierungsrat plant den haushälterischen Umgang mit den restlichen 150 Hektaren. Folglich soll der Kanton vor allem in den Zentren wachsen.

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Blick auf ein Rapsfeld in Emmenbrücke. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Blick auf ein Rapsfeld in Emmenbrücke. (Bild: Jakob Ineichen / Neue LZ)

Der Bund hat den landesweiten Mindestumfang von Fruchtfolgeflächen (FFF, ackerfähiges Kulturland) auf 438'560 Hektaren kantonsweise zugeteilt. Auf den Kanton Luzern entfallen 27'500 Hektaren. Aktuell verfügt Luzern
über landwirtschaftlich anrechenbare Fruchtfolgeflächen von 27'650 Hektaren. Die Reserve beträgt somit noch 150 Hektaren.

«Wächst der Kanton im selbem Mass weiter, wären diese Reserven in drei bis sechs Jahren aufgebraucht», sagte Regierungsrat Robert Küng am Montag vor den Medien. Er will einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Boden.

So präsentierte Küng die «raumpolitischen Maximen», welche gelten sollen, um die Fruchtfolgeflächen und die damit erforderliche Drosselung des Bodenverbrauchs im Kanton Luzern sicherzustellen. Damit beantwortete er auch gleich drei parlamentarische Vorstösse.

Genügend Bauzonenreserven auf dem Land

Experten gehen davon aus, dass der Kanton Luzern bis 2030 60'000 Einwohner mehr zählen wird. Zwar werde allen Gemeinden ein Wachstum zugestanden, sagte Sven-Erik Zeidler, Leiter der Dienststelle Raumentwicklung, Wirtschaftsförderung und Geoinformation. In Anbetracht der knappen FFF-Reserven müsse sich das weitere Entwicklungswachstum aber auf die Zentren und die Hauptentwicklungsachse konzentrieren.

Bei den Gemeinden in der Landwirtschaft kann das angestrebte Wachstum innerhalb der bestehenden Bauzonenreserven erfolgen. In Luzern und Agglomeration sowie entlang der Hauptentwicklungsachse hat diese Massnahmen vor allem auch verdichtetes Bauen zur Folge. Dort sind die Bauzonenreserven eher knapp.

Alle Interessen abwägen

Regierungsrat Küng betonte, dass Fruchtfolgeflächen nur noch dort zu anderen als landwirtschaftlichen Zwecken in Anspruch genommen werden dürfen, wo dies durch entgegenstehende, höher zu gewichtende Interessen gerechtfertigt ist. Lässt sich der Flächenbedarf auch nach Abwägung aller Interessen nur auf FFF realisieren, müsse grundsätzlich flächengleicher Realersatz gefunden werden.

Denn der Kanton muss die vom Bund vorgegebene Mindestfläche dauernd sicherstellen. Er muss dem Bundesamt für Raumentwicklung Veränderungen regelmässig melden und Verluste ab drei Hektaren rechtzeitig anzeigen.

Der Bund nämlich greift ein, falls ein Kanton an die Grenze des ihm zugeteilten Mindestumfangs stösst. Beispielsweise hatte das Bundesgericht die Beschwerde gegen ein Golfplatzprojekt im Kanton Zürich mit dem Hinweis auf die sehr knappen Fruchtfolgeflächen-Reserven des Kantons gestützt.

Neuer Kataster

Im Kanton Luzern soll nun im Rahmen der laufenden Revision des Planungs- und Baugesetzes geprüft werden, ob zur Sicherstellung der Fruchtfolgeflächen auch Gesetzesanpassungen sinnvoll sind. Und es soll ein einheitlicher Fruchtfolgeflächen-Kataster entstehen, der die ungeeigneten Flächen nicht mehr, dafür die neu rekrutierbaren enthält.

sda