Mit S-Bahn statt Bussen ins Luzerner Stadtzentrum

Drei neue Tangentiallinien, grössere Busse, bessere Anschlüsse: Der Luzerner Verkehrsverbund hat das neue ÖV-Konzept in die Vernehmlassung gegeben. Wird es umgesetzt, kostet es fast 40 Millionen Franken.

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Auf der Linie 1 (hier beim Schweizerhofquai) sollen künftig mehr Doppelgelenkbusse fahren. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Auf der Linie 1 (hier beim Schweizerhofquai) sollen künftig mehr Doppelgelenkbusse fahren. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Wer kennt das Problem nicht: Der Bus kommt nicht, weil er im Stau steht. Der Anschluss geht flöten. Deshalb hat der Luzerner Verkehrsverbund am Dienstag ein neues ÖV-Konzept vorgestellt. Im Zentrum von «AggloMobil Due» steht die Verknüpfung von Bus mit S-Bahn, das heisst, die Busse sollen von der Agglomeration nicht mehr direkt an den Bahnhof Luzern fahren. In Ebikon, Horw oder Emmenbrücke sollen sogenannten Hubs eingerichtet werden, wo die Fahrgäste laut Medienmitteilung «trotz Umsteigen pünktlich und schnell» ins Zentrum von Luzern gelangen sollen. Dank der besseren Verknüpfung von S-Bahn und Bus sollen gar kürzere Reisezeiten möglich sein.

Grössere Busse

Weil viele Buslinien an ihre Kapazitätsgrenzen stossen, sollen nicht zusätzliche, sondern grössere Busse zum Einsatz kommen. So soll unter anderem auf der stark belasteten Linie 1 zwischen Luzern und Kriens mit dem Einsatz von Doppelgelenk-Bussen die Kapazität um 30 Prozent erhöht werden können.

Tangentiallinien statt Fahrt bis zum Bahnhof

Der Luzerner Verkehrsverbund plant mit drei neuen Tangentiallinien: Kriens-Pilatusplatz-Seetalplatz, Kriens-Horw und Littau-Kantonsspital-Ebikon. Damit könne das Zentrum entlastet werden, schreibt der Verkehrsverbund in der Medienmitteilung weiter. Auch soll beispielsweise die Buslinie 1 bis nach Ebikon mit Doppelgelenk-Bussen verlängert werden.

40 Millionen zusätzlich

Laut Daniel Meier, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Luzern, können so die Kapazitäten nach Kriens um 43 Prozent, nach Emmenbrücke um 35 Prozent und nach Ebikon um 26 Prozent erhöht werden. Der Luzerner Verkehrsverbund rechnet bis 2030 mit 50 Prozent mehr Fahrgästen als heute. Die zusätzlichen Kosten betragen 39,6 Millionen Franken: 30,3 Millionen für die Infrastruktur (Hubs und Fahrleitungen) und 9,3 für die jährlichen Betriebkosten.

Die betroffenen Gemeinden und Transportunternehmen können bis Mitte Mai ihre Stellungsnahmen abgeben. Umgesetzt werden sollen die Schritte «unter Berücksichtigung der politischen und finanziellen Rahmenbedingungen» bis 2018.

Der Luzerner Regierungs- als auch der Kantonsrat wollen den öffentlichen Verkehr ausbauen. Die Mittel werden mit dem neuen Budget noch knapper. Für die 100 Bahn- und Buslinien im Kanton Luzern stehen 323 Millionen Franken zur Verfügung. Der Kantonsrat sprach sich Ende Januar für die Inbetriebnahme von Tangentiallinein schon bis 2015 aus. Alle anderen Anträge wurden abgelehnt.

pd/rem

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Was sind Ihre Erfahrungen mit Bussen und S-Bahn in und rund um Luzern? Haben Sie andere Ideen, um notorisch verstopfte Strassen zu entlasten? Loggen Sie sich ein und geben Sie Ihre Meinung im Kommentarfeld ab.

Diese Änderungen sind geplant:

1: Verlängerung bis Ebikon Bahnhof-Schindler mit Doppelgelenktrolleybussen
3: Neue Tangentiallinie Kriens-Emmenbrücke als Trolleybus
4: Neue Gelenktrolleybusse
6: Trolleybusverlängerung Büttenen; neue Linie 25 ohne Büttenenhalde
12: Verlängerung bis zum neuen Stadtteil Littau Tschuopis
13: Neue Tangentiallinie Littau-Seetalplatz-Emmen;
55 (neu): Seetalplatz-Rothenburg-Ikea
16: kürzer bis Kriens-Kuonimatt; 16B (neu): Kriens-Horw Bahnhof
16C (neu): Spitz-Horw Bahnhof-Winkel
18 (neu): Littau Tschuopis-Ebikon Bahnhof
19: Angebotsausbau und Einsatz Gelenkbusse
20: Linienendpunkt Ennethorw für alle Kurse
21: Linienendpunkt Horw Bahnhof
22: Linienendpunkt Ebikon Bahnhof
23: Linienendpunkt Ebikon Bahnhof
26: Linie Adligenswil-Unterlöchli mit Linie 27 Adligenswil-Ebikon
27: Bedienung neuer Bushub Ebikon
31: Linienendpunkt Horw Bahnhof
51: Linienendpunkt Emmenbrücke Sprengi
70 (neu): Linie Sempach-Rothenburg (Station)
73: Linienführung via Brüelstrasse mit Gelenkbussen