Mit überzeugenden Argumenten in das Debattierfinale

Am Zentralschweizer Regionalfinal des Wettbewerbs «Jugend debattiert» an der Kantonsschule Alpenquai bewiesen 76 Gymnasiasten ihr rhetorisches Talent. Selbst gestandene Politiker zeigten sich beeindruckt.

Luca Merlo
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Die Finalistinnen des Kanti Cups von «Jugend debattiert» in der Kategorie I: (von links) Liv Kloth (3.), Marie Weise (3.), Sina Meyer (2.) und Siegerin Giuanna Largiadèr. (Bild: Dominik Wunderli (18. Januar 2019))

Die Finalistinnen des Kanti Cups von «Jugend debattiert» in der Kategorie I: (von links) Liv Kloth (3.), Marie Weise (3.), Sina Meyer (2.) und Siegerin Giuanna Largiadèr. (Bild: Dominik Wunderli (18. Januar 2019))

Sollen in Zukunft auch E-Sports als Sportart in der Schweiz finanziell unterstützt werden? Diese Frage diskutierten die vier Finalistinnen der Kategorie Untergymnasium (7.–9. Schuljahr) der Zentralschweizer Vorausscheidung des Debattierwettbewerbs gestern in Luzern. «Beim Gamen sitzt man, und wissen Sie, was man im Gesundheitsbereich sagt? Sitzen ist das neue Rauchen», gibt Gianna Largiadèr von der Kantonsschule Alpenquai (14) von der Contra-Seite gleich zu Beginn der viertelstündigen Debatte zu bedenken und entlockt dem Publikum den ersten Lacher. «Nur schon das zeigt die negativen Auswirkungen dieser Sportart.» Nicht minder eloquent fällt jedoch die Erwiderung der Pro-Seite aus: «Auch beim Schachsport sitzt man, wie Sie bestimmt schon bemerkt haben. Und dieser wird auch unterstützt», gibt Sina Meyer (14) der Kantonsschule Zug zurück. Insgesamt bewiesen 76 Gymnasiasten ihr rednerisches Talent.

Die Finalistinnen und Finalisten des Kanti Cups von «Jugend debattiert» in der Kategorie II: (von links) Samuel Achermann (3.), Siegerin Alena Egli), Lia Blättler (2.) und Pablo Mathis (3.). (Bild: PD)

Die Finalistinnen und Finalisten des Kanti Cups von «Jugend debattiert» in der Kategorie II: (von links) Samuel Achermann (3.), Siegerin Alena Egli), Lia Blättler (2.) und Pablo Mathis (3.). (Bild: PD)

Der Schlagabtausch wird hart, aber fair geführt. Die Positionen wurden kurz zuvor ausgelost. Eine gute Vorbereitung auf die Themen, die seit einigen Wochen bekannt sind, schien für eine erfolgreiche Verteidigung des Standpunkts zentral. «Man muss in­haltlich aus dem Vollen schöpfen können, damit man sein rednerisches Talent auch ausspielen kann», sagte Jurymitglied und Nationalrat Michael Töngi (Grüne). Von der Leistung der Schüler zeigte er sich beeindruckt: «Ich habe das Gefühl, dass die Jugendlichen heute besser frei sprechen können als noch in meiner Generation. Das war wirklich stark.»

Giuanna Largiadèr der Kanti Alpenquai in der Kategorie I und Elena Egli der Kanti Beromünster in der Kategorie II überzeugten die Jury am meisten: Beide landeten auf dem ersten Platz ihrer Kategorie. Doch alle vier Finalisten der Vorausscheidung sind für das nationale Finale von «Jugend debattiert», das Ende März in Bern stattfindet, qualifiziert (siehe Rangliste).

Rollentausch für die Showdebatte

Schliesslich wurde der Spiess umgedreht. Mit den Jurymitgliedern Michael Töngi, Pirmin Müller (SVP Luzern), Laura Dittli (CVP Zug) sowie Ylfete Fanaj (SP Luzern) setzten sich vier erfahrene Politiker mit der Legalisierung von Cannabis auseinander. Auch über ihre Position entschied das Los. So musste sich Kantonsrat Müller entgegen seiner Überzeugungen für eine Liberalisierung stark machen, während Befürworter Töngi Argumente dage­gen ins Feld führte. Dem Unterhaltungsfaktor der Auseinandersetzung tat diese Inkongruenz keinen Abbruch– ganz im Gegenteil. Gleich zu Beginn fragt Müller in die Runde, wer schon mal gekifft habe. Einige Hände gehen in die Höhe. «Ich gratuliere, Sie sind auf dem Weg in die Kriminalität. Das zeigt doch die Problematik: Cannabis ist ein weitverbreitetes Genussmittel, und wir sind mündige ­Bürger, die selbst entscheiden können, was wir konsumieren wollen.» Das wiederum lässt Töngi nicht gelten: «Es gibt auch viele Ladendiebstähle. Und trotzdem sagen wir nicht: Komm, liberalisieren wir den Ladendiebstahl. Es braucht klare Grenzen.»

Rangliste
Kategorie I: 1. Giuanna Largiadèr, Luzern (Kantonsschule Alpenquai Luzern). 2. Sina Meyer, Baar (Kantonsschule Zug). 3. Marie Weise, Kriens (Kantonsschule Reussbühl). 3. Liv Kloth, Meggen (Kantonsschule Alpenquai Luzern).
Kategorie II: 1. Alena Egli, Rain (Kantonsschule Beromünster). 2. Lia Blättler, Morgarten (Kantonsschule Menzingen). 3. Pablo Mathis, Luzern (Kantonsschule Luzern). 3. Samuel Achermann (Kantonsschule Menzingen).