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Mit viel Blau mischen diese Luzerner die Zürcher Street Parade auf

28 «Lovemobiles» tuckern am Samstag rund um das Zürcher Seebecken – darunter zwei aus Luzern. Was den Sound, das Publikum und die Ticketpreise betrifft, unterscheiden sich die beiden voneinander. Eines aber haben sie gemeinsam.
Roman Hodel
Flinke Hände bauen seit Donnerstag auf dem Landi-Areal das «Lovemobile »von Ronny Schröter auf. (Bild: Dominik Wunderli (Sempach-Station, 9. August 2018))

Flinke Hände bauen seit Donnerstag auf dem Landi-Areal das «Lovemobile »von Ronny Schröter auf. (Bild: Dominik Wunderli (Sempach-Station, 9. August 2018))

Es wird gehämmert, gebohrt und geschraubt hinter dem Landi-Markt in Sempach-Station. Auf einem Tieflader liegt blauer Teppich und es türmen sich meterhohe Lautsprecherboxen. Seit Donnerstag bauen Ronny Schröter und seine Kumpels hier ihr «Lovemobile» auf. Es wird morgen zusammen mit 27 anderen Wagen das Herzstück der 27. Zürcher Street Parade bilden. «Ich erfülle mir damit einen Traum», sagt Ronny Schröter, der in Sempach-Station ein Baugeschäft betreibt. Er war selber schon Gast auf anderen Lovemobiles und hat sich mehrfach für die Teilnahme mit einem eigenen Wagen beworben – bislang vergeblich. «Jetzt hat es endlich geklappt.»

Mit den Namen «Sonntagskinder» organisiert Schröter in der Zentralschweiz hin und wieder Partys, vor allem im Freien, aber auch im Luzerner Club Klangfabrik. «Dank des Lovemobiles wollen wir unseren Bekanntheitsgrad steigern», sagt der gebürtige Deutsche. Ein befreundeter Berliner Architekt hat ihm die Pläne für das Lovemobile gezeichnet. Denn diesbezüglich betritt der 38-jährige Neuland – im Gegensatz zu gestandenen Lovemobile-Organisatoren. So musste Schröter etwa bei der Musikanlage nach einem Probelauf mächtig aufrüsten: «Es klang nicht gerade fett, wir mussten 20 weitere Lautsprecher ordern.» Aus diesen wird Techhouse dröhnen. Die DJs heissen unter anderem Alfred Heinrichs (Bremen), Thomas Lizzara (Berlin), Lyam Cruz und Chris P. (Luzern).

Für das Lovemobile gibt Schröter nach eigenen Angaben rund 20 000 Franken aus – im Vergleich zu den meisten anderen ist das eher wenig. «Dafür lege ich selber viel Hand an», sagt er. Gedeckt sei der Betrag durch Sponsoren und die Einnahmen der 150 Tickets. 186 Franken kostet eines – Getränke inklusive. Kurzentschlossenen sei gesagt: Es hat noch welche. Zwingend ist der Dresscode: Er lautet «Blau-Weiss» – passend zur Deko. «Das steht für unser Motto ‹Blue Waves› und für Luzern natürlich», sagt Schröter und schmunzelt.

Tänzerinnen im Stewardess-Look

Auch das zweite Luzerner Lovemobile setzt auf Blau. «Die Farbe passt zu meinem Webradio Yacht – wir spielen House und Techno orientiert an Ibiza, denn bei uns endet der Sommer nie», sagt Organisator Nico Lodise. Dekoriert wird sein Wagen mit Quallen, Fischen, Ankern – alles blau. Auch die Animationstänzerinnen und -tänzer tragen blaue Kostüme im Stewardess- oder Matrosenlook. Überhaupt lautet der Dresscode für alle auf dem Wagen Blau oder Blau-Weiss. «Bei uns werden auch über 30-jährige Geschäftsleute feiern», sagt Lodise. «Alles wird ‹luxury› sein». Dieses Wort benutzt er öfter. Sein Webradio, das 24 Stunden House-Musik spielt, ist «luxury» und auch sein Lifestyle-Magazin «Sette Hautestyle», dem er als Verleger vorsteht. Es liegt an Flughäfen, in Schönheitspraxen und in Fünf-Sterne-Hotels auf.

Der 49-Jährige gibt unumwunden zu, dank des Lovemobiles vor allem neue Hörer für sein Webradio gewinnen zu wollen. Selber sei er erst 2016 erstmals an der Street Parade gewesen – auf dem Lovemobile eines Freundes. Was das eigene Fahrzeug betrifft, vertraut er punkto Know-how auf einen Kollegen, der seit 20 Jahren Lovemobiles organisiert. «So kann nichts schief gehen.» Wie viel er für das Ganze ausgibt, will Lodise nicht sagen – nur dies: «Wenig ist es nicht.» Wobei auch er auf Sponsoren zählen kann. Bei ihm kostet ein Ticket 200 Franken – Getränke inbegriffen. Ein paar wenige der 150 Tickets sind noch zu haben. Wer eines ergattern möchte, sollte Housemusik mögen. Für diese sorgen die DJs Roberto Barone und Lupo di Mare (beide aus Italien) sowie der Luzerner DJ Kloë Braun und DJ Sonidy aus London.

Mit den Startnummern 18 und 25 auf der Route

Lodises Lovemobile wird ebenfalls seit gestern aufgebaut – allerdings nicht im Raum Luzern, sondern in einer Halle in Regensdorf ZH. Morgen früh wird es nach Zürich verschoben. Mit Startnummer 18 geht’s um 16 Uhr auf die Umzugsroute. Ronny Schröter wird sich etwas länger gedulden müssen. Mit der Startnummer 25 geht’s für ihn erst um 17.12 Uhr los. Zeit für Ferien werden weder er noch Lodise haben – aber beide sagen: «Es wird ein einmaliges Erlebnis.»

Hinweis Letzte Tickets für das «Blue Waves»-Lovemobile sind erhältlich im «Selfie», Unter der Egg 11, oder direkt an der Parade. Letzte Tickets für das «Yacht»-Lovemobile gibt’s auf radioyachtevent.com. Und alle Infos zur Street Parade findet man auf streetparade.com.

Die Lovemobile-Ehe hat nicht gehalten

Immer wieder nehmen Luzerner mit einem Lovemobile an der Street Parade teil. Das wohl bekannteste war der Wagen des früheren Clubs Pravda (Hotel Astoria) im Jahr 2000. Auf diesem heirateten Berry Vanderbroeck und Ursi Baumeler damals. Smartphones und soziale Medien waren noch in weiter Ferne. Doch dank Radio Pilatus und der SRF-Live-Übertragung war dann doch die halbe Schweiz mit dabei. «Wir hatten nicht geplant, auf dem Lovemobile zu heiraten, lediglich das Datum stand fest», sagt Vanderbroeck heute. Das Ganze sei aus einem Jux heraus entstanden. Gehalten hat die Ehe nicht. Der 49-jährige gebürtige Holländer lebt heute mit seiner neuen Frau, Kindern und Hunden in Emmenbrücke und betreibt dort eine Hundepension. An die Street Parade geht er nicht mehr. «Dafür fehlt mir schlicht die Zeit.» (hor)

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