Mobile Konzerthalle für Erdbebenregion in Japan

Die japanische Erdbebenregion Higashi Nihon soll auch kulturellen Beistand zur Überwindung der Katastrophe erhalten. Lucerne Festival und die Konzertagentur Kajimoto realisieren deshalb eine aufblasbare und mobile Konzerthalle.

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In Japan sollen Orchster bald in einem mobilen Konzertsaal spielen. (Symbolbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

In Japan sollen Orchster bald in einem mobilen Konzertsaal spielen. (Symbolbild Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Projekt Ark Nova ist am Dienstag von Festivaldirektor Michael Haefliger und vom Besitzer der Agentur, Masahide Kajimoto, in Luzern vorgestellt worden. Die Konzerthalle soll vier bis fünf Millionen Euro kosten und mit Spenden finanziert werden.

Konzipiert wird die Halle vom japanischen Architekten Arata Isozaki, der rund um den Erdball mit Bauten präsent ist. Für das Design ist der britisch-indische Bildhauer Anish Kapoor zuständig, für die Akustik Yasuhisa Toyota. An Bord ist ferner der Theaterexperte David Staples, der in Luzern bereits in das Salle- Modulable-Projekt involviert war.

Die Konzerthalle wird aus einer aufblasbaren, elastischen und roten Hülle bestehen, die in der Form an eine Arche (Ark) erinnert. In dem 72 Meter langen, 40 Meter breiten und 23 Meter hohen Gebilde sollen je nach Bestuhlung 500 bis 700 Zuschauer Platz finden.

Die Wahl dieses Konzepts begründete Architekt Arata Isozaki damit, dass die Halle leicht sowie einfach auf- und abbaubar und transportierbar sein müsse. Die Technik gebe es bereits, etwa für Tennishallen, sagte er. Die grosse Herausforderung sei die Akustik.

Hoffnung und Zuspruch mit Musik

Michael Haefliger begründete das Engagement mit den engen Beziehungen, die Lucerne Festival mit Japan habe. Masahide Kajimoto sagte, in der Erdbebenregion müssten nicht nur Häuser neu aufgebaut werden. Die Menschen benötigten auch Hoffnung und Lebenskraft.

Ark Nova wird in Japan von höchster Stelle begrüsst. Der japanische Kulturbeauftragte Seiichi Kondo sagte in einer Einspielung, das Projekt komme zum richtigen Zeitpunkt. Für den japanischen Botschafter in der Schweiz, Ichiro Komatsu, ist eine Aufmunterung durch exzellente Musik sehr wertvoll.

In der aufblasbaren Halle soll klassische Musik, Jazz und Tanz dargeboten werden. Auch multimediale und interdisziplinäre Projekte sind geplant. Das Programm soll sich jeweils auf die Region, in der die Halle steht, beziehen.

Ein künstlerisches Komitee aus dem Umfeld von Lucerne Festival wird die Programmgestaltung unterstützen. Dem Gremium gehört auch Claudio Abbado an, der bei der Vorstellung des Projekts im KKL Luzern zusammen mit dem Lucerne Festival Orchestra ein Werk von Gustav Mahler aufführte.

Die Bevölkerung von Higashi Nihon soll die Konzerte wenn möglich gratis besuchen können. Die Reise der Ark Nova soll im Frühling 2012 starten.

sda