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MOBILITÄT: Luzerner fahren immer weiter

Die Luzerner legen heute mehr Kilometer pro Tag zurück als noch 2005. Sie brauchen dafür allerdings weniger lang. An einem Tag werden dabei klar die grössten Distanzen zurückgelegt.
Stau auf der Seebrücke in der Stadt Luzern. (Archivbild)

Stau auf der Seebrücke in der Stadt Luzern. (Archivbild)

Matthias Stadler

matthias.stadler@luzernerzeitung.ch

Die Luftliniendistanz von Luzern nach Perth in Westaustralien beträgt etwa 14 000 Kilometer. Diese Distanz legt ein Einwohner des Kantons Luzern pro Jahr in der Schweiz zurück. Oder anders ausgedrückt: Pro Tag ist ein Luzerner durchschnittlich 38,4 Kilometer im Inland unterwegs. Die Luzerner sind damit etwas weiter unterwegs als der Durchschnitt der Schweizer (36,8 Kilometer). Dies zeigt die neueste ­Erhebung von Lustat Statistik Luzern zur Mobilität im Kanton Luzern, welche gestern vorgestellt wurde. Die Zahlen lassen sich mit älteren Daten vergleichen, denn die Umfrage wird alle fünf Jahre durchgeführt.

Die neuesten Zahlen stammen aus dem Jahr 2015. Zehn Jahre zuvor legte die Luzerner Bevölkerung durchschnittlich 4,3 Kilometer pro Tag weniger zurück. Sie brauchte dafür allerdings 92 Minuten, also 6 Minuten länger als heute. Männer sind dabei weiter unterwegs als Frauen. Sie legten 2015 rund 43 Kilometer täglich zurück, Frauen deren 34 (siehe Grafik).

«Samstag ist der Einkaufstag schlechthin»

Der Spitzentag, um unterwegs zu sein, ist der Samstag. An diesem Tag bringen die Luzerner mit 49 Kilometern die grössten Distanzen hinter sich. Dafür sind sie knapp 100 Minuten unterwegs. Grund dafür ist laut Norbert Riesen, Direktor von Lustat, das Einkaufsverhalten. Er erklärte gestern hierzu: «Der Samstag ist der Einkaufstag schlechthin.»

Einkaufen ist allerdings nicht der Hauptgrund, um unterwegs zu sein. Mit gut 18 Kilometern geht fast die Hälfte der zurück­gelegten Distanzen auf das Konto von Freizeitaktivitäten. An zweiter Stelle liegt die Arbeit, danach kommt der Einkauf. Die Entwicklung zeigt wenig Veränderung. Freizeit war auch 2005 der Hauptgrund, um unterwegs zu sein. Allerdings variieren die ­Distanzen. 2005 wurden knapp 16 Kilometer für die Freizeit pro Tag zurückgelegt, 2010 etwas mehr als 13, und in den vergan­genen Jahren stieg der Wert auf die erwähnten 18 Kilometer an.

Das Auto ist dabei das wichtigste Fortbewegungsmittel. Fast 70 Prozent der Distanzen werden heute im Auto zurückgelegt. Die öffentlichen Verkehrsmittel decken etwas mehr als 20 Prozent ab. Der Langsamverkehr – zu Fuss, mit dem Velo oder E-Bike – kommt mit nicht ganz 10 Kilometern an letzter Stelle. Hier zeigt die Entwicklung, dass der Anteil des ÖV zwischen 2010 und 2015 um 2 Prozentpunkte zurückgegangen ist. Dies, nachdem zwischen 2005 und 2010 eine Zunahme um 5 Prozentpunkte festgestellt worden war.

Ein Stadt-Land-Graben bei den Verkehrsmitteln

Bei der Wahl des Verkehrsmittels gibt es innerkantonale Unterschiede: Bei Stadtluzernern ist der ÖV fast so beliebt wie das Auto. 42 Prozent der zurückgelegten Distanzen werden von ­ihnen mit dem Zug, Bus oder Postauto absolviert. Das Auto liegt mit 45 Prozent nur knapp vorne. Wie beim vor kurzem veröffentlichten Monitoring Gesamtverkehr von Kanton, Stadt Luzern und Verkehrsverbund Luzern (Ausgabe vom 27. Oktober), sieht es auf dem Land anders aus. Im Seetal etwa brauchen die Einwohner ihre Autos für 81 Prozent der Distanzen, der ÖV wird nur für 11 Prozent, der Langsamverkehr für 7 Prozent verwendet. Robert Küng, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements des Kantons Luzern, führte gestern aus, dass dies mit dem Angebot zu tun habe. Das Seetal habe nur eine Bahnlinie. Zudem lägen viele Gemeinden nicht direkt an der Seetalbahn-Linie. Das führe dazu, dass viele Einwohner das Auto bevorzugen würden. Norbert Riesen ergänzte: «Je weniger man umsteigen muss, desto eher nimmt man den ÖV.»

Regierungsrat Robert Küng blickte in seinem Referat auch in die Zukunft. So werde die Mobilitätsentwicklung zusammen mit dem erwarteten Bevölkerungswachstum weitergehen: «Die zurückgelegten Distanzen werden sicher nicht kürzer.» Er erwartet zudem, dass es immer mehr ­Verkehrsmittel geben wird. So existieren heute etwa E-Bikes oder Elektroautos. Künftig würden auch Mitfahrangebote von Privaten oder autonome Busse eine Rolle spielen. Der Kanton Luzern setze dabei auf den ÖV: «Wir wollen das Mobilitätswachstum auf den öffentlichen Verkehr bringen.»

Die Umfrage wurde schweizweit von den Bundesämtern für Statistik und für Raumentwicklung durchgeführt. Im Kanton Luzern wurden 3100 Interviews per Stichprobe geführt.

Hinweis: Der ganze Bericht im Detail »

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