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MODE: Luzerner Foulards auf der Fashion Week in London

Eigentlich ist Fashion gar nicht so sein Ding, Philipp Sidler kleidet sich selbst am liebsten in schlichtes Schwarz. Doch die Foulards des jungen Schweizers kommen an – sogar auf der London Fashion Week diesen Herbst.
Susanne Holz
Magnolien auf Violett. Der Luzerner Philipp Sidler hebt mit seinen Foulards ganz schön ab. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 10. November 2017))

Magnolien auf Violett. Der Luzerner Philipp Sidler hebt mit seinen Foulards ganz schön ab. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 10. November 2017))

Susanne Holz

Wenn einer, der sich gar nicht so sehr für Mode interessiert, sondern eher für Marketing, und der sich aus Gründen der Einfachheit meist ganz in Schwarz anzieht, wenn der dann plötzlich Foulards entwirft und mit diesen – kaum hat er sie entworfen – auf der ­London Fashion Week vertreten ist . . ., . . . dann ist das ganz sicher ein Nachhaken wert. Und die ­Recherche lohnt: Die Stichworte, die Philipp Sidler (35) liefert, setzen sich zum bunten Bild zusammen – schillernd, wie auch seine Foulards es sind. Begriffe wie «Origami», «Farbverlauf» oder «Schlangenskelett» leuchten auf.

Fragt man den jungen Luzerner Familienvater, wie er es mit seinen Foulards in kürzester Zeit nach London geschafft hat, dann setzt die Erzählung ziemlich weit vorne in der Biografie an. Da wäre zunächst einmal eine KV-Lehre im Textilbereich, dann ein Studium in angewandter Psychologie, die Arbeit als Marketingmanager bei einem Verlag und einer Firma für Bettwaren, das Interesse für visuelle Wahrnehmung . . .

Top, Cape, Krawatte: Foulards sind wandelbar

Obwohl kein Modefreak, erklärt Philipp Sidler, schon immer auf der Suche nach Stil und einer eigenen Handschrift gewesen zu sein. Und er sagt: «Foulards finde ich seit jeher schön. Sie sind Basic wie Blickfang. Ihr Format ist das einer Leinwand, auf der die Farben intensiv sein dürfen. Sie sind nicht nur Accessoire, sondern Kleidung. Man kann sie vielseitig tragen – als Top, Cape, Krawatte. Aber: Muster und Farb­verlauf müssen funktionieren.»

Vom Thema Muster kommt man schnell zum Thema Technik. Sidler erklärt: «Meine Foulards entstehen zu 70 Prozent am Computer.» Beim Entwerfen der Muster gehe es ums «Spiegeln, Überlagern, ums Reduzieren, um alles Repetitive». Für seine erste Kollektion, «Post mortem», deren Muster sich aus verschiedensten Menschen- und Tierknochen zusammensetzen, stöberte er zunächst in einem Anatomiebuch von 1900 und ­digitalisierte sich dann seinen eigenen Knochenbaukasten. Die ­Foulards dieser Serie zieren ­beispielsweise Rosetten aus menschlichen Fingerknochen. Laut Sidler verkauft sich von allen seinen Foulards am besten der «Snake Charmer», auf dem sich die Knochen von Schlangen zu Herzen formen. Für genau diesen Foulard wirbt auch die deutsche Bloggerin Marina The Moss mit einer Fotosession.

Der entscheidende Schritt Richtung Fashion Week war jedoch vermutlich 2016 die Aufnahme Sidlers mit seiner ersten Kollektion in die Londoner Dachorganisation für Designer, «Not just a lable». Als 2017 die Einladung zur Fashion Week kommt, entwirft Sidler blitzschnell weitere Kollektionen: «Ori Design» ­(basierend auf Origami), «Carpe Diem» (mit Blüten) und «Big Five» (die Tiere Afrikas). Bei der Farbgebung inspiriert den zweifachen Vater Ehefrau Farhana.

Mittlerweile sind auch entsprechende T-Shirts zu haben, ebenfalls online. Und Sidler plant, seine Foulards nun in die Geschäfte zu bringen. Nachhaltigkeit und Tierschutz sind ihm zudem wichtig: Seine Foulards sind aus Modal und Kaschmir und werden in Como produziert. Und wie war es bei der Fashion Week? «Ich war die fünf Minuten während der Show meist backstage, am Drapieren.» Seine Models trugen Schwarz, was sonst.

Hinweis

www.philippsidler.com

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