Möischterer präsentiert Hunderte seiner Werke

Der Illustrator Ludwig Suter hat seine Karriere in einem Buch zusammengefasst. Darin sind auch Zeichnungen einer Bärenlegende und der Mondmission zu sehen. Hinter allen steckt eine spezielle Geschichte.

Matthias Stadler
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Ludwig Suter liess sich von einem Bild in der Stiftskirche in Beromünster inspirieren (hängt über ihm). Sein Werk (unten) zeigt, wie der Maler Ildefons Troxler im Jahr 1775 an einem Ölgemälde zu einer Jagdszene eines jungen Grafen in der Kirche arbeitet. Bild: Pius Amrein (12. Februar 2019)

Ludwig Suter liess sich von einem Bild in der Stiftskirche in Beromünster inspirieren (hängt über ihm). Sein Werk (unten) zeigt, wie der Maler Ildefons Troxler im Jahr 1775 an einem Ölgemälde zu einer Jagdszene eines jungen Grafen in der Kirche arbeitet. Bild: Pius Amrein (12. Februar 2019)

«Wissen Sie, ich wollte Ordnung in mein Atelier bringen», erklärt das Möischterer Urgestein Ludwig Suter. Dabei seien Tausende Zeichnungen herumgelegen, «und da habe ich gedacht, als 70-Jähriger kann ich die Werke mal sauber in einem Buch ordnen», sagt er.

Der Illustrator hat soeben ein 230 Seiten starkes Buch mit Hunderten seiner Bilder veröffentlicht. Er zeigt darin einen Querschnitt seiner Karriere als professioneller Zeichner. Viele Bilder zeigen Luzerner Dörfer und Häuser, manche Szenen spielen in Beromünster, wo er sich auskennt wie kaum ein anderer. Ludwig Suter ist nicht umsonst auch als Nachtwächter bekannt, der Führungen durch Stift und Flecken anbietet.

Nicht nur Beromünster fasziniert ihn, sondern auch die Stiftskirche. «Sie war meine Kinderstube und mehr als ein Zuhause. Dort war ich Altardiener und als Kind hielt ich mich oft im Kirchenestrich auf und machte dies und das.» Nicht überraschend, dass er auch die Stiftskirche und Szenen darin in seinen Bildern festhielt. So etwa auch die Szene einer Legende aus dem 10. Jahrhundert, in der Graf Bero von Lenzburg auf die Jagd ging. Sein Sohn Adalbert kämpfte dabei mit einem Bären, Angreifer und Tier starben. An dieser Stelle, so die Erzählung, errichtete Bero später die Stiftskirche. Der Name der Gemeinde leitet sich von dieser Legende ab.

Mit dem Bild zeichnete Ludwig Suter den Barockmaler Ildefons Troxler, der das Bild 1775 in der Stiftskirche malte. «Ich wollte ihn bei seiner Arbeit nochmals verewigen», erklärt Suter.

Den «typischen Suter» gibt es nicht

Der 70-Jährige sagt von sich selber, er sei «kein Künstler, sondern Illustrator. Ich verwende verschiedene Techniken, von Aquarellen bis Strichzeichnungen.» Den «typischen Suter» gebe es nicht, obwohl Bleistiftzeichnungen von Dörfern, Kirchen und Schlössern schon eines seiner Markenzeichen seien.

Das früheste Werk, das es ins Buch geschafft hat, ist ein Aquarell und zeigt den Start zur ersten Mondlandung im Sommer 1969. «Das ist ein Zeitdokument, von dem ich mehrere Blätter gemalt habe», sagt Ludwig Suter. Er habe das Ereignis dazumals «wie alle» im Fernsehen geschaut und sei fasziniert davon gewesen. Da es nur schwarz-weiss-Aufnahmen gab, wollte er die Startszene farbig nachmalen. «Ich stellte mir dabei vor, wie gewaltig das Feuer der Rakete gewesen sein musste.»

So könnte Suter zu all seinen Werken Geschichten erzählen, entsprechend wären es nicht wenige. Er hat 50 Jahre professionell gezeichnet und illustriert. Zudem war er für gut 30 Ausgaben der Seetaler-Brattig verantwortlich. Nun scheint er ein wenig Ordnung in seine Sammlung und in sein Atelier gebracht zu haben – «oder zumindest ist der gute Wille da», lacht er.

«Zur Ansicht» von Ludwig Suter mit Skizzen, Zeichnungen, Illustrationen und Buchmalereien, im Eigenverlag herausgegeben, Auflage von 700 Exemplaren. Bestellbar direkt bei ihm unter ludwigsuter@bluewin.ch, 60 Franken plus Porto.