Monitoring der Lebensqualität im Kanton Luzern: Wo die Ampeln auf Rot stehen

Die Luzerner fühlen sich in ihrer Wohnumgebung sicherer als in den letzten Jahren, während die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust zunimmt und die Zufriedenheit bei der finanziellen Situation abgenommen hat.

Roseline Troxler
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Drei Viertel der Luzerner ist zufrieden mit der Lebensqualität im Kanton Luzern. Nicht in allen Bereichen ist aber eitel Sonnenschein.

Drei Viertel der Luzerner ist zufrieden mit der Lebensqualität im Kanton Luzern. Nicht in allen Bereichen ist aber eitel Sonnenschein.

Bild: Pius Amrein (Sempach, 8. September 2020)

Luzernerinnen und Luzerner fühlen sich grundsätzlich wohl im Kanton Luzern. Drei Viertel sind zufrieden mit der Lebensqualität. Das zeigen die 63 Luzerner Sozialindikatoren, die ganz unterschiedliche Lebensbereiche – von der Arbeit bis zum Wohnen – unter die Lupe nehmen. Wie Lustat Statistik Luzern mitteilt, entwickeln sich 24 der Indikatoren in die gewünschte Richtung. Einen unerwünschten Verlauf gibt es bei 16 Indikatoren, während die übrigen stagnieren oder gesicherte statistische Aussagen fehlen.

Der Erhebungsrhythmus der verschiedenen Indikatoren variiert zwischen jährlich und alle fünf Jahre. Nachfolgend eine Auswahl an Indikatoren, die 2019 aktualisiert wurden und die entsprechenden Grafiken.

Negative Entwicklungen

Bei diesen Indikatoren weicht die Entwicklung vom erwünschten Verlauf ab, weshalb die Ampel auf Rot steht.

Arbeitsplatz: Die Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes ist gestiegen. Fast jeder Zehnte fürchtet sich davor. 2009, während der Finanz- und Wirtschaftskrise, waren es nur sieben Prozent. Die neuste Zahl bezieht sich auf das vergangene Jahr. Wegen Corona dürfte sich die Entwicklung verschärfen. Edith Lang, Leiterin der Dienststelle Soziales und Gesellschaft, sagt:

«Bei der Angst vor einem Arbeitsverlust handelt es sich um ein subjektives Gefühl. Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Personen, welche die Arbeitsplatzsicherheit beschäftigt, infolge von Corona weiter zunimmt.»

Die subjektive Wahrnehmung werde sich später vermutlich in objektiven Kriterien wie der Erwerbslosenquote niederschlagen.

Finanzielle Situation: Auch diese Ampel steht auf Rot. Waren 2009 noch 77 Prozent mit ihrer finanziellen Situation zufrieden, waren es 2019 noch 74 Prozent. Betroffen waren laut Edith Lang vor allem Personen mit tiefem Bildungsniveau und jüngere Luzernerinnen und Luzerner. Dass der Zufriedenheitsanteil sank, könnte auf steigende Krankenkassenprämien und die wachsende Einkommensungleichheit zwischen den Haushalten zurückgeführt werden. Allerdings zeigt sich bei weiteren Indikatoren, dass das verfügbare Einkommen im Durchschnitt zunahm und der Anteil der Armutsbetroffenen sank.

Integration: 2019 waren lediglich 44 Prozent der Luzerner, zufrieden, wie sich Ausländerinnen und Ausländer im Kanton Luzern integrieren. 2009 war der Anteil der Zufriedenen mit 49 Prozent noch wesentlich höher.

Umweltzustand: Die Zufriedenheit der Luzerner mit dem Zustand der Umwelt nimmt ab. Nur noch 69 Prozent sind zufrieden. 2009 waren es mit 76 Prozent wesentlich mehr.

Positive Entwicklungen

Steht die Ampel auf Grün, geht die Entwicklung in die angestrebte Richtung. Dies ist etwa bei nachfolgenden Indikatoren der Fall.

Gewaltdelikte: Die Luzerner Polizei hat im letzten Jahr 234 Gewaltdelikte pro 100'000 Einwohner registriert. Das sind deutlich weniger als noch im Jahr 2009 mit 406 Gewaltdelikten pro 100'000 Einwohnern.

Jugenddelinquenz: In die angestrebte Richtung geht die Entwicklung auch bei der Jugendgewalt. 2019 wurden knapp 8 von 10'000 Jugendliche beschuldigt, eine Gewaltstraftat begangen zu haben. 2009 waren es knapp 26 pro 10'000 Jugendliche. Wenn man den Schnitt der Jahre 2017 bis 2019 mit jenem von 2009 bis 2011 vergleicht, entspricht dies beinahe einer Halbierung.

Sicherheitsempfinden: 85 Prozent der Luzernerinnen und Luzerner fühlten sich 2019 in ihrer Wohnumgebung nachts sicher. Dies zeigt eine Befragung zum subjektiven Sicherheitsempfinden. 2009 lag der Anteil sechs Prozentpunkte tiefer. Dienststellenleiterin Edith Lang betont: «Das subjektive Empfinden betreffend der Sicherheit hat einen grossen Einfluss auf die Lebensqualität.»

Abfallverwertung: Der Umweltzustand macht vielen Luzernern Sorgen. Positiv ist die Entwicklung aber beim Anteil der produzierten Abfälle, die separat gesammelt und wiederverwertet werden können. Die Quote lag 2019 bei 50,7 Prozent. 2000 waren es erst 34 Prozent.

Luftbelastung: Der sogenannte Langzeit-Belastungs-Index lag in den letzten Jahren stets bei 3. 2019 sank er erstmals auf den Wert 2. Dies entspricht neu einer mässigen Luftschadstoffbelastung. Wie es bei Lustat Statistik heisst, sind damit kaum Beeinträchtigungen für die Gesundheit zu erwarten.

Hinweis: Alle aktuellen Sozialindikatoren finden Sie bei Lustat Statistik Luzern.

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