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MONOPOL: Verschwendung um über 50 Prozent reduziert

Mit ihrem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung löste die «Monopol»-Chefin Brigitte Heller unzählige Reaktionen aus. Nun hat sie sich das Thema zur Lebensaufgabe gemacht.
«Bitte nehmen Sie nur auf den Teller, was Sie auch essen können.» Mit diesem Schild auf Englisch und Chinesisch kämpft das Hotel Monopol gegen Lebensmittelverschwendung. (Bild Pius Amrein)

«Bitte nehmen Sie nur auf den Teller, was Sie auch essen können.» Mit diesem Schild auf Englisch und Chinesisch kämpft das Hotel Monopol gegen Lebensmittelverschwendung. (Bild Pius Amrein)

Mittels Tischstellern kämpfte die Direktorin des Luzerner Hotels Monopol, Brigitte Heller, zunächst gegen die Essensverschwendung in ihrem Frühstücks­restaurant (Ausgabe vom 8. Mai). Nun hat sich die 52-Jährige das Thema Foodwaste in der Hotellerie zur Lebensaufgabe gemacht und unterstützt zwei Hilfsorganisationen in Kamerun mit Geldspenden. «Als Hoteldirektorin musste ich tagtäglich die Verschwendung von Lebensmitteln, insbesondere am Frühstücksbuffet, mit ansehen», sagt Heller. Sie habe feststellen müssen, dass dieses Problem in der Hotellerie seit geraumer Zeit bekannt ist. Aus Angst, Gäste zu verlieren, wagte man aber nicht, aktiv dagegen vorzugehen, so die Direktorin. «Dies hat mich dazu bewogen, selber dagegen vorzugehen.» Durch die Tischsteller und eine Anpassung ihres Buffetangebots konnte Heller die Lebensmittelverschwendung in ihrem Hotel um 50 bis 70 Prozent eindämmen. «Genaue Zahlen kann ich nicht nennen. Doch wenn weniger auf den Tellern zurückbleibt, müssen wir auch weniger Lebensmittel einkaufen», erklärt sie.

Für Swiss Award nominiert

Hellers Einsatz und die Berichterstattung in unserer Zeitung sorgten in der ganzen Schweiz und international für Schlagzeilen. Sie erntete so viel Sympathie, dass die Luzerner Direktorin für einen Swiss Award in der Kategorie Gesellschaft nominiert wurde. Der Award wird am 9. Januar vergeben. «Die zahlreichen positiven Rückmeldungen haben mich sehr bewegt und zusätzlich zum Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung motiviert.» Unter anderem wurde die Direktorin von Hilfsorganisationen kontaktiert. «Ich habe mich entschieden, einen höheren vierstelligen Betrag an zwei Hilfsorganisationen in Kamerun zu spenden.» Das afrikanische Land liege ihr am Herzen. Hellers Gotte unterstützte als Krankenschwester die Hilfsorganisation Lambarene vor Ort – verstarb aber frühzeitig an einer Krankheit.

Zwei Millionen Tonnen pro Jahr

Zum Handeln bewogen hat Heller auch die Tatsache, dass rund ein Drittel der in der Schweiz produzierten Lebensmittel verschwendet werden. «Das entspricht pro Jahr rund 2 Millionen Tonnen Nahrungsmitteln oder der Ladung von rund 140 000 Lastwagen, die aneinandergereiht eine Kolonne von Zürich bis Madrid ergeben würden», betont Heller. «Pro Person landen hier täglich 320 Gramm einwandfreie Lebensmittel im Abfall – das entspricht fast einer ganzen Mahlzeit.»

Andere Hoteliers ermutigen

Sie habe sich ihre Herzenssache zur Lebensaufgabe gemacht und will möglichst viele Menschen in der Schweiz und weltweit dazu bewegen, die Lebensmittelverschwendung einzuschränken, sagt Heller. Von ihren Gästen im Hotel habe sie nur positive Rückmeldungen erhalten, und gerade wegen ihres Kampfes seien neue dazu gekommen. «Ich hoffe, auch andere Hoteliers ermutigen zu können. Wir haben Lebensmittel und Reichtum im Überfluss und nicht das Recht, diese Ressourcen kaputt zu machen.»

Sarah Weissmann

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