Ein letztes Mal aus dem Häuschen am Monstercorso in Luzern

Mit einem gewaltigen Finale verabschiedeten sich am Dienstagabend 80 Monster und 30'000 Zuschauer von der fünften Jahreszeit. Ihnen blieb eines: in die letzte Nacht hinein zu feiern.

Yasmin Kunz
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Ein letztes Mal auf die Pauke schlagen: Noteheuer Fasnachtsmusig am Monstercorso. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 5. März 2019)

Ein letztes Mal auf die Pauke schlagen: Noteheuer Fasnachtsmusig am Monstercorso. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 5. März 2019)

Das kann kein Fasnächtler nachvollziehen: Ich, im Kanton Luzern aufgewachsen und wohnhaft, war noch nie am Monstercorso. Zugegeben: Grossanlässe sind nicht so mein Ding. Die rüüdigen Tage konnte ich immer umgehen – bis am Dienstagabend.

Auftrag: Berichterstattung zum Monstercorso. «Du wirst sehen, das macht Spass», meinte ein fasnachtsangefressener Redaktionskollege. 80 Formationen der Vereinigten Guuggenmusigen Luzern fanden sich am Güdisdienstag beim Theaterplatz ein, um auf der üblichen Route von der Bahnhofstrasse via Seebrücke, Schweizerhofquai, Hertensteinstrasse und Löwengraben das Publikum zu begeistern.

Lozärner Kracher (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
24 Bilder
Loschtmölch (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Chnuppesager (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Coco-Schüttler (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Rüssgosler Revival Band (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Rüssgosler Revival Band (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Rüssgusler (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Fritschimusig Lozärn (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Fritschimusig Lozärn (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Rotsee-Husaren Ebikon (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Pilatusgeister Guggenmusig Luzern (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Luzerner Original Guggenmusig 4711 (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Luzerner Original Guggenmusig 4711 (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Gögguschränzer (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
RüssSuuger (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
RüssSuuger (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
RüssSuuger (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Coco-Schüttler (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Coco-Schüttler (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Chatzemusig Lozärn (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Pilatusgeister Guggenmusig Luzern (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Pilatusgeister Guggenmusig Luzern (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Vikinger Fasnachtsmusik Luzern (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)
Noteheuer Fasnachtsmusig Lozärn (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)

Lozärner Kracher (Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 5. März 2019)

Sujets: Von düster bis fröhlich

Zuvorderst marschierte wie gewöhnlich der Tambourenverein Luzern, die Fritschigruppe der Zunft zur Safran und der Tambourenverein Gerliswil-Emmen, gefolgt von den Guuggenmusigen, die heuer ein Jubiläum zelebrieren – das sind insgesamt 14 Gruppen.

So zum Beispiel die Chatzemusig Lozärn mit den hübschen Katzengesichter oder die Rüssgusler Ebikon, die mit Atemschutzmasken, Helm und Munition eher düstere Zukunftsmusik spielen. Farblich aufgefallen sind die Cocoschüttler Meggen mit dem diesjährigen Motto Samba do Brasil. Frohe Stimmung verbreiteten auch die Rotsee-Husaren Ebikon in Clownkostümen.

Cocoschüttler mit dem Motto Samba do Brasil. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 5. März 2019)

Cocoschüttler mit dem Motto Samba do Brasil. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 5. März 2019)

Die Rotsee-Husaren geben als Clowns ihr Bestes. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 5. März 2019)

Die Rotsee-Husaren geben als Clowns ihr Bestes. Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 5. März 2019)

2000 Besucher mehr als im Vorjahr

Das Wetter hat es heuer – wie schon vergangenes Jahr – gut gemeint mit den Fasnächtlern. Es blieb trocken, die Temperaturen deutlich über der Nullgradgrenze. Weniger gnädig zeigte sich der Wettergott in den Jahren 2016/17. Einmal sehr nass, einmal sehr stürmisch. Die Luzerner Polizei zählte am Monstercorso rund 30'000 Zuschauer, die am Strassenrand staunten, mitwippten und mitsangen. 2018 besuchten 28'000 Zuschauer den Schlussumzug durch die Strassen Luzerns.

Am 20. Februar 2020 geht das rüüdige Treiben wieder los

Etwa drei Stunden nach Beginn ist das furiose Finale vorbei, die schrillen, lauten Töne und die Paukenschläge verstummt. Es bleibt die Erinnerung an eine wie immer herausragende Fasnacht mit genialen Sujets, irrsinnigen Wagenbauten und toller Guuggenmusig.

Ich muss meinem Redaktionskollegen recht geben: Der Monstercorso ist in der Tat ein Anlass, den alle Lozärner einmal gesehen haben sollten – und eigentlich die gesamte Fasnacht. Die nächste Möglichkeit eröffnet sich am 20.2.2020 – in 8424 Stunden.

Das Monstercorso in voller Länge, produziert von Tele 1:

Chendermonster rockt Luzern!

Überaus kreativ zeigten sich die grossen und kleinen Teilnehmer beim Chendermonster-Umzug. Einige machten die Zuschauer «gluschtig» – andere gingen in die Luft.
Theres Bühlmann