Mord an der Luzerner Fasnacht

Kommissar Reto Flückiger sucht inmitten des fasnächtlichen Treibens einen Mörder. Am Schmutzigen Donnerstag in Luzern – und bald auf den heimischen TV-Schirmen.

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Schaulustige verfolgen den Dreh des Tatortes auf dem Kapellplatz. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Schaulustige verfolgen den Dreh des Tatortes auf dem Kapellplatz. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Es herrscht Aufruhr auf dem Kapellplatz an diesem Donnerstagmorgen. Nicht wegen der Fasnacht, die zwei Stunden vorher am gleichen Ort mit dem Urknall gestartet ist. Sondern wegen der Szene, die sich beim Fritschi-Brunnen abspielt.

Zwei Polizeiautos, ein Leichen- und ein Krankenwagen haben eine Art Wagenburg um ein kleines Zelt gebildet. In weisse Überzüge gekleidete und mit Mundschutz ausgestattete Spezialisten der Polizei suchen nach Spuren. Drei junge Männer stehen verängstigt zusammen. Dann wird auch noch ein Sarg herangetragen. «Gabs eine wüste Schlägerei? Wurde jemand verletzt oder gar getötet?», fragt einer der schaulustigen Fasnächtler besorgt einen (echten) Polizisten. «Nein, nein», kann dieser beruhigen, «das ist nur der neue ‹Tatort›-Krimi, der gedreht wird.»

Riesiger Aufwand

In der Szene gehts um den Mord am Luzerner Zünftler Franz Schäublin. Dieser wird inmitten des fasnächtlichen Treibens erstochen auf dem Kapellplatz aufgefunden. Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) ermittelt und nimmt sich einen Zeugen (Max Hubacher) zur Brust. «Im Film dauert diese Szene nur etwa drei Minuten», erklärt in einer Drehpause Lukas Hobi von der Luzerner Produktionsfirma Zodiac Pictures («Achtung, fertig, Charlie»). Dafür müssen an diesem Donnerstagmorgen rund 40 Mitarbeiter der Filmcrew plus diverse Statisten über zwei Stunden arbeiten. Immer wieder und wieder muss Flückiger den Tatort betreten, immer wieder und wieder wird das Gespräch mit dem unter Schock stehenden Zeugen aufgezeichnet. Erst wenn Regisseur Dani Levy («Alles auf Zucker!») sein Okay gibt, ist die Szene im Kasten.

Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
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Bild: Ernst Zimmerli/luzernerzeitung.ch
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Gemäss Lukas Hobi lief bis jetzt alles nach Plan. Auch die Dreharbeiten inmitten der fasnächtlichen Urgewalt – bereits vom Urknall an filmten vier Kameramänner die Massen in der Altstadt – seien problemlos verlaufen. Ärger mit betrunkenen oder pöbelnden Fasnächtlern habe es nicht gegeben. Für den Luzerner Hobi ist es das erste Mal, dass er in seiner Heimatstadt dreht: «Vor der Haustüre zu filmen ist natürlich aussergewöhnlich und macht Spass.»

Unter anderem war die Filmcrew diese Woche schon beim Drehen entlang des Luzerner Quais und auf der Museggmauer gesichtet worden. Nächsten Montag werden laut Hobi ergänzend noch ein paar kleinere Fasnachtsszenen gedreht. Begonnen haben die Arbeiten Anfang Woche, beendet werden sie Mitte März.
Im neusten «Tatort», der in etwa einem Jahr ausgestrahlt werden soll, muss Kommissar Flückiger zusammen mit seiner Partnerin Liz Ritschard (Delia Mayer) den Mord am umtriebigen Zünftler aufklären – was nicht einfach ist, denn dieser scheint in diverse nebulöse Geschäfte verstrickt zu sein. Zudem dauert es eine Weile bis die Ermittler merken, dass sie der Mörder zum Narren gehalten hat   ...

Ärger wegen Sexszene

Dieser «Tatort» gab im Vorfeld zu reden. Weil im Film die Fasnacht zu stark auf Sex und Alkohol reduziert sei, stieg die Zunft zu Safran aus den Dreharbeiten aus.

Luca Wolf