MORSCHACH/DEUTSCHLAND: Schwyzer Millionenbetrüger

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat den Schwyzer Treuhänder M. W. aus Morschach verhaftet. Ihm wird Betrug in Millionenhöhe vorgeworfen.

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Gegen W., bis vor kurzem Pächter des «Schwarzwälderhofs» im badischen Todtmoos, werde wegen bandenmässigen und gewerbsmässigen Betrugs im Zusammenhang mit Lotto-Callcentern ermittelt, erklärt Klaus Pollmann, Oberstaatsanwalt und Pressesprecher der Schwerpunktabteilung für Wirtschaftsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Bielefeld, gegenüber der «Badischen Zeitung».

19 Millionen Euro ergaunert
M. W. war schon in früheren Jahren mit dubiosen Geschäften im Zusammenhang mit Lotto-Tippgemeinschaften in der Schweiz, vor allem aus dem Raum Zug operierend, aufgefallen. Jetzt ist ihm offensichtlich die gleiche Masche zum Verhängnis geworden. Von den Callcentern aus habe man Bürgern telefonisch vorgemacht, sie hätten an einem Gewinnspiel teilgenommen, für das sie nun zu bezahlen hätten. Bei den Kunden wurden erfolgreich Bankverbindungen abgefragt, die Rede ist von 370 000 geprellten Kunden. Mit den Kontendaten wurden Geldbeträge von jeweils etwa 55 Euro abgebucht. Der Umsatz bei diesen Geschäften habe, so Oberstaatsanwalt Pollmann, insgesamt 19 Millionen Euro – über 25 Millionen Franken – betragen.

W., ehemaliger Präsident des Kantonal Schwyzerischen Treuhänder-Verbands, ist 2008 aus dem Verband ausgeschlossen worden. Damals wie heute hat sich der Schwyzer Treuhänder in ein unübersichtliches Firmennetz verstrickt.

Festgenommen wurde Ex-Hotelier W. am 29. Juli. Die Zeche für den Schwyzer könnte hoch ausfallen. Bei einem Schuldspruch für bandenmässigen und gewerbsmässigen Betrug sieht der deutsche Gesetzgeber Haftstrafen von 6 Monaten bis zu 10 Jahren vor.

Erhard Gick/Neue SZ