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Motel Pilatusblick: Darum ist eine Zwischennutzung ausgeschlossen

Obwohl sie keine Pläne für das Grundstück hat, lässt die Migros das erst vor Kurzem erworbene Motel Pilatusblick in Kriens abreissen. Selbst für eine Zwischennutzung ist die Bausubstanz zu schlecht. Was danach mit dem Grundstück passiert, ist offen.
David von Moos
Das ehemalige Motel Pilatusblick in Kriens. (Bild: Dominik Wunderli)

Das ehemalige Motel Pilatusblick in Kriens. (Bild: Dominik Wunderli)

Generationen von Kriensern ist das Motel Pilatusblick ein Begriff - etwa zum Pizza essen. Einst lag es direkt an der ersten Autobahn der Schweiz – bis diese überdeckt wurde. Seit Dienstag wird das Gebäude abgerissen (wir berichteten). So will es die Genossenschaft Migros Luzern, die das Grundstück erst vor Kurzem erworben hat, wie diesen Frühling bekannt wurde.

Zuerst wird das Haus im Innern zurückgebaut, im Juli folgt der Abriss der Gebäudehülle. «Wie bei einem Gebäude dieses Alters zu erwarten, müssen einzelne schadstoffbelastete Bauteile entsorgt werden», sagt Lisa Savenberg, Sprecherin der Migros Luzern. Voraussichtlich am 20. Juli wird vom in den 1960er-Jahren erbauten Haus, das eine Mischung aus Motel und Hotel ist, nicht mehr viel zu sehen sein.

Zuletzt hatte die Liegenschaft als Asylheim gedient – warum ist keine Zwischennutzung mehr möglich? Dies hat man laut Lisa Savenberg geprüft: «Doch der aktuelle Zustand der Liegenschaft lässt eine weitere Nutzung aus Sicherheitsgründen nicht zu. Es müssten umfassende Sanierungsarbeiten vorgenommen werden, etwa am Dach, beim Brandschutz und am feuchtigkeitsgeschädigten Mauerwerk.»

Migros lässt sich nicht in die Karten blicken

Warum hat die Migros das knapp 5000 Quadratmeter grosse Grundstück überhaupt gekauft? Spielte beispielsweise die Präsenz von Aldi in der Nähe eine Rolle? Lisa Savenberg verneint: «Dies war für den Kauf nicht entscheidend.» Die Migros wird im benachbarten Mattenhof bei der S-Bahn-Station bald selber einen 600 Quadratmeter grossen Supermarkt eröffnen (wir berichteten).

Das alte Motel Pilatusblick mit seinen Parkplätzen (Bildmitte) liegt unterhalb des Sportparks Pilatus, der ebenfalls der Migros Luzern gehört. (Bild: Google Maps)

Das alte Motel Pilatusblick mit seinen Parkplätzen (Bildmitte) liegt unterhalb des Sportparks Pilatus, der ebenfalls der Migros Luzern gehört. (Bild: Google Maps)

Lisa Savenberg verweist bezüglich Motel auf die bisherige Kommunikation. Demnach will sich die Migros Luzern mit dem Kauf der Liegenschaft «Handlungsspielraum für die Zukunft» sichern, denn ihr gehört bereits das Sportzentrum neben dem Motel. Was nach dem Abriss mit dem Grundstück passiert, ist noch völlig offen. «Derzeit bestehen keine Pläne», sagt sie. Sollte sich in den nächsten Jahren ein Projekt konkretisieren, werde man aktiv informieren.

Läden von maximal 200 Quadratmetern

Klar ist, was anstelle des Motels nicht gebaut werden darf: «Ein Einkaufszentrum ist sicher nicht möglich auf diesem Areal, weil ein solches einer verkehrsintensiven Nutzung gleichkommt», hält Gemeinderat Matthias Senn, Vorsteher des Krienser Bau- und Umweltdepartements, fest. «Nur eine Erdgeschossnutzung für Läden kommt in Frage.» In der betreffenden Arbeitszone seien Verkaufsnutzungen aber nur auf einer Fläche von maximal 200 Quadratmeter möglich.

Vertiefungsgebiete im Entwicklungskonzept Luzern Süd. (Bild: PD)

Vertiefungsgebiete im Entwicklungskonzept Luzern Süd. (Bild: PD)

Doch auch für Wohnbauten ist der Handlungsspielraum eingeschränkt. Der «Pilatusblick» steht laut Senn in der Arbeitszone A mit einer zulässigen Gebäudehöhe von 16,5 Meter. Ohne Zonenplanänderung seien Wohnungen in dieser Zone ausgeschlossen und nur eine Hotelnutzung zulässig. Einzige Ausnahme: Mit einem Bebauungsplan könne – da das Grundstück im Entwicklungsraum Eichhof bis Schlund liege – maximal 60 Prozent der Gesamtfläche Wohnzwecken zugeführt werden. Der Migros ist all dies bekannt, wie Sprecherin Lisa Savenberg sagt.

Das Motel lief bis zuletzt gut

Das Motel gehörte zuvor einer Privatperson. Der Betrieb wurde Ende Februar 2015 eingestellt. Nicht etwa, weil das Haus, das eine Mischung aus Motel und Hotel war und 2014 noch über 10'000 Logiernächte verzeichnete, nicht rentiert hätte, sondern weil die Bausubstanz einen weiteren Betrieb nicht mehr zuliess (wir berichteten).

Das Gebäude ist gemäss dem früheren Besitzer auf einer Pfahlkonstruktion gebaut, die tief in den Boden reicht. Da der Baugrund sehr feucht ist, hat das Wasser dem Gebäudefundament über die Jahre massiv zugesetzt. Eine Sanierung hätte bis zu zwei Millionen Franken gekostet – zu viel für den früheren Besitzer.

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