MOTION: Die SVP will Unter-15-Jährige heimschicken

Die SVP der Stadt Luzern hat am Freitag eine Motion eingereicht, in der eine Ausgangssperre für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr gefordert wird.

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Blick auf die Kapellbrücke bei Nacht. Geht es nach der SVP, soll der öffentliche Raum nach 23 Uhr frei von Kindern und Jugendlichen sein. (Bild Michael Buholzer/Neue LZ)

Blick auf die Kapellbrücke bei Nacht. Geht es nach der SVP, soll der öffentliche Raum nach 23 Uhr frei von Kindern und Jugendlichen sein. (Bild Michael Buholzer/Neue LZ)

Früher sei es üblich gewesen, dass Eltern ihren Kindern Grenzen bezüglich der Dauer des Ausgangs gesetzt hätten – spätestens um 23 Uhr hätten Kinder und junge Teenager bis zum 15. Altersjahr zu Hause sein müssen, heisst es im im Namen von Fraktionschef Yves Holenweger eingegebenen Vorstoss.

«Immer mehr betrunkene Kinder»
Dies sei für einen «Grossteil» der Familien «selbstverständlich». Trotzdem gebe es «leider zahlreiche Eltern, die ihren Zöglingen immer weniger Grenzen setzen und sich diese selbst überlassen. Aus einem falsch verstandenen Akt von Toleranz und Kinderliebe treffen wir immer mehr betrunkene Kinder unter 15 Jahren in der Stadt Luzern nachts im öffentlichen Raum an», heisst es weiter.

Die betroffenen Eltern bräuchten von den Behörden «Leitlinien, um ihrer Verantwortung auch tatsächlich gerecht zu werden» – letztlich schütze man so auch die Kinder vor sich selber.

Nach dem Vorbild Zurzach
Vorgeschlagen wird nun nach dem Vorbild des aargauischen Bezirks Zurzach, den entsprechenden Passus § 25 Abs. 2 wortwörtlich ins Stadtluzerner Polizeireglement aufzunehmen. Demzufolge dürfen sich «Jugendliche bis zum vollendeten 15. Lebensjahr ohne Begleitung der Eltern nach 23 Uhr nicht mehr auf öffentlichen Strassen und Plätzen aufhalten».

In Zurzach gilt das Reglement seit dem 1. April. «Allzu eng auslegen» wollen die Gemeinden das Ausgehverbot für Jugendliche indessen nicht, wie der Präsident des Führungsausschusses der Regionalpolizei Zurzach gegenüber der Nachrichtenagentur sda klarmachte. Viele Jugendliche seien in Vereinen engagiert – und da könne es am Abend schnell einmal etwas später werden (siehe Artikelverweis).

scd