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Motorengeheul hat die Messe von Hergiswald beeinträchtigt

Auf der Strecke Obernau-Eigenthal sind zwischen 1923 und 1968 sechs Bergrennen durchgeführt worden. Eine Ausstellung im Museum Bellpark in Kriens blickt auf die Geschichte dieser Autorennen zurück.
Roger Rüegger

Bergrennen haben in der Schweiz eine lange Tradition. Seit 1907 sind bis heute an über 110 Austragungsorten Wettbewerbe mit Autos und Motorrädern durchgeführt worden. Auch Kriens war Schauplatz mehrerer solcher Spektakel. Am 28. Mai 1923 hat die Sektion Luzern des Automobil Clubs der Schweiz (ACS) ein exklusives «Clubrennen» auf der strecke Obernau-Eigenthal organisiert. «Dieses Rennen wurde damals als Ertüchtigung, also eine Art Verkehrsschulung, für Clubmitglieder organisiert», erklärt Hilar Stadler, Leiter des Museums im Bellpark in Kriens.

Ab Sonntag zeigt das Museum eine Ausstellung über die Geschichte des Autorennens, das in den Vorkriegsjahren dreimal durchgeführt wurde und in den 1960er-Jahren wieder aufgenommen wurde. Die Ausstellung ist in zwei Sektionen aufgeteilt. Einerseits mit Bildern und Zeitdokumenten der Rennen aus den Jahren 1928, 1929 und 1931, daneben sind die Wettbewerbe der Nachkriegsjahre 1964, 1966 und 1968 dokumentiert. Auch Filmaufnahmen des Rennens von 1964 sind zu sehen.

Zeitzeugen sind neben Bildern mit packenden Szenen auch alte Zeitungsartikel oder Startlisten. Wer die Fahrerlisten genauer unter die Lupe nimmt, entdeckt berühmte Namen wie Hans Stuck, der bei Bergrennen fast unschlagbar war und auch mehrere Grand-Prix-Rennen gewann.

Hilar Stadler (links) und Patrick Blank vom Museum im Bellpark mit einem Siegerpokal und einer Silbertafel, Siegerpreise der Bergrennen im Eigenthal. (Bild Philipp Schmidli; 25. Mai 2018)

Hilar Stadler (links) und Patrick Blank vom Museum im Bellpark mit einem Siegerpokal und einer Silbertafel, Siegerpreise der Bergrennen im Eigenthal. (Bild Philipp Schmidli; 25. Mai 2018)

Wer war dieser mysteriöse Jonny?

Auch ein gewisser Gian-Claudio Regazzoni startete in Kriens. Der Mann wurde später als Clay Regazzoni in der Formel 1 bekannt. Weitere Namen, die man nicht unbedingt mit Autorennen in Verbindung bringt, sind Charles Vögele (Mode) oder Steve McQueen. Wobei die Teilnahme des Schauspielers auf einem unbestätigten Gerücht basiert. Auch Stadler kann nur eine Vermutung anstellen. «Auf einer Fahrerliste ist ein mysteriöser Jonny mit einem Porsche S90 aufgeführt. Mehr ist über diesen Piloten aber nicht bekannt.»

Im Museum ist auch eine Trophäe zu sehen, die der ehemalige Rennfahrer Heinz Hofer zur Verfügung gestellt hat. Denn der 80-jährige Mann aus Horw siegte 1964 in seiner Kategorie. Erinnert er sich an diesen Jonny? «Nein, der Name sagt mir nichts. Und Steve McQueen habe ich auch nie gesehen», sagt er. Die Rennen in den 1960er-Jahren waren Publikumsmagnete.

300 Rennautos in Kriens - nicht alle jubelten

Rund 20 000 Motorsportfans standen am Streckenrand. Dennoch wurde das Bergrennen im Eigenthal 1968 zum letzten Mal ausgetragen. Einer der Gründe war wohl das finanzielle Risiko. Der Anlass wurde für die Sektion Luzern des ACS schlicht zu gross. Zudem wurden die Sicherheitsvorschriften immer weiter verschärft.

Selbstverständlich hat nicht die gesamte Bevölkerung vor Freude gejubelt, wenn 300 Rennautos in Kriens gestartet sind. «Der Kaplan von Hergiswald beschwerte sich über die Beeinträchtigung der Messe durch das Geheul der Motoren», nennt Patrick Blank vom Museum im Bellpark ein Beispiel eines erzürnten Zeitgenossen. Am Samstag, 26. Mai wird die Ausstellung im Museum im Bellpark um 17 Uhr eröffnet. Und im September 2019 ist im Eigenthal ein Memorial-Bergrennen mit Oldtimern geplant.

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