Mountainbike
Politik erhält Ansprechpartner: Neu gegründeter Verein will flächendeckendes Trailnetz im Kanton Luzern

Bikerinnen und Biker aus dem ganzen Kanton gründen den Verein Mountainbike Luzern. Der Verein ist der neue Ansprechpartner zum Thema Mountainbiken. Er strebt eine gute Zusammenarbeit mit dem Kanton an.

Pascal Linder
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Der Verein Mountainbike Luzern will ein flächendeckendes Trailnetz im Kanton Luzern.

Der Verein Mountainbike Luzern will ein flächendeckendes Trailnetz im Kanton Luzern.

Bild: PD

Mountainbiken ist beliebt im Kanton Luzern – mehr als 30'000 Personen sind regelmässig mit dem Mountainbike unterwegs. Das Problem: Legale Biketrails gibt es im Kanton Luzern nur gerade zwei – der Gigeliwaldtrail in der Stadt Luzern und der Flowtrail in Marbach. Auf den übrigen Wald- und Wanderwegen werden Bikerinnen und Biker lediglich geduldet (wir berichteten). Dies soll sich ändern: Bikerinnen und Biker aus dem ganzen Kanton organisieren sich und gründen den Verein Mountainbike Luzern.

Der Verein bündelt die Bedürfnisse und Interessen aller Bikerinnen und Biker, Bikeschulen, Zweiradfachgeschäfte, Verbände und Vereine im Kanton Luzern rund um den Bau und Erhalt von Biketrails und Bikewegen, schreibt der neu gegründete Verein in einer Mitteilung. Damit habe der Kanton künftig nur noch einen Ansprechpartner – dies vereinfache die Kommunikation, heisst es weiter.

Mountainbiker oberhalb von Schenkon.

Mountainbiker oberhalb von Schenkon.

Bild: PD

Heute Donnerstag ist die Gründungsversammlung von Mountainbike Luzern. Im Vorstand sind Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, der neuen Regionalpolitik Projekt Mountainbike Zentralschweiz sowie Mitglieder von Bikeguides Zentralschweiz. Andy Stalder, zukünftiger Präsident von Mountainbike Luzern, sagt auf Anfrage:

«Es war uns ein Anliegen, dass wir sämtliche Interessensgruppen im Vorstand des Vereins vertreten haben.»

Der Verein soll die Bikepolitik im Kanton Luzern vorantreiben. Stalder sagt: Die jetzige Situation ist für niemanden befriedigend, weder für Biker noch für Waldbesitzer.» Insbesondere im Jahr 2020 erlebte der Mountainbikesport einen Boom, wobei sich das Problem zusätzlich verschärft habe. Bereits jetzt habe das Amt für Landwirtschaft und Wald (Lawa) den Verein für diverse Projekte angefragt. Der Verein sei eingeladen worden, um bei der Teilrevision Waldentwicklung mitzuwirken. Stalder sagt: «Der Kanton hat uns als Ansprechpartner akzeptiert.»

Der Präsident der CVP Kanton Luzern, Christian Ineichen, ist ebenfalls im Vorstand des Vereins. Er ist Vizedirektor und Regionalmanager der UNESCO Biosphäre Entlebuch – einer beliebten Bike-Region im Kanton. Auch für ihn ist eine gelungene Zusammenarbeit mit dem Kanton zentral:

«Wir wollen Vorschläge erarbeiten und erwarten, dass wir einen ausgeglichenen Dialog mit dem Kanton führen können.»

2022 tritt der Bundesbeschluss Velo in Kraft. Jetzt würden sich die verschiedenen kantonalen Dienststellen mit dem Thema Mountainbiken auseinandersetzen, so Ineichen – der Verein Mountainbike Luzern biete sich den Dienststellen dabei als anerkannter Vertreter der kantonalen Mountainbike-Szene an.

Der Vereinsvorstand hofft auf eine breite Unterstützung. Der künftige Vereinspräsident Andy Stalder sagt:

«Wir haben Unterstützung von verschiedenen Politikern zugesichert bekommen. Durch eine breite gesellschaftliche Abstützung sind wir optimistisch, als Verein etwas erreichen zu können.»

Am vergangenen Sonntag präsentierte sich der neue Verein erstmals auf Social Media und seit Dienstag ist die Internetseite online – aktuell zähle der Verein bereits rund 100 Mitglieder.