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MParc Ebikon: Alle warten auf das Verdikt der mächtigen CVP

Die Ebikoner CVP ist gespalten in einen liberalen und einen konservativen Flügel. Das zeigt sich exemplarisch bei der bevorstehenden Abstimmung über das MParc-Areal.
Roman Hodel
Ausladende Balkone und viel Grün: So könnte es auf dem MParc-Areal dereinst aussehen. (Visualisierung: Migros Luzern)

Ausladende Balkone und viel Grün: So könnte es auf dem MParc-Areal dereinst aussehen. (Visualisierung: Migros Luzern)

Sie stellt faktisch drei von fünf Ebikoner Gemeinderäten, erzielte bei den letzten Kantonsratswahlen 2015 einen Wähleranteil von 28,3 Prozent – so viel wie keine andere Partei in Ebikon. Anders gesagt: Die CVP hat in der Gemeinde Einfluss, hier gilt ihr Wort noch etwas. Entsprechend gespannt warten alle auf ihre Parole betreffend Umzonung und Bebauungsplan Weichle (MParc-Areal). Die Abstimmung findet am 10. Februar statt.

Der «andere» Flügel will kein Hochhaus

Denn in der Partei existieren zwei Flügel. Da gibt es den liberalen – dieser befürwortet das Grossprojekt der Migros mit 340 Mietwohnungen und einem 55-Meter-Wohnturm. Und dann gibt es den «anderen», wie Co-Präsident Alex Fischer sagt. Zu diesem zählt er sich selber. «Wir stehen dem Wachstum in dieser Form kritisch gegenüber.» Wobei ihm die Differenzierung wichtig ist. «Gegen innere Verdichtung habe ich nichts – Neubauprojekte wie jenes der Amag oder auch die Überbauungen Aussenschachen befürworte ich.» Mühe bereite ihm dagegen die Grösse des MParc-Projekts und ja, das Hochhaus an dieser Stelle. «Idealerweise würde dieses Areal weiterhin gewerblich genutzt.»

CVP-Gemeinderäte sind offiziell dafür

Seine Meinung teilen auch andere in der Partei. Mehr als die Hälfte – oder gar zwei Drittel der Mitglieder? Fischer will sich nicht festlegen. Für ihn ist der Ausgang offen. Dazu muss man wissen: Die CVP stellt mit Daniel Gasser den Gemeindepräsidenten. Auch Bauvorsteher Hans-Peter Bienz ist CVP-Mitglied, wenngleich er offiziell für das Gewerbe in der Exekutive sitzt. Beide vertreten die Haltung des Gemeinderates, dies sei «der richtige Ort mit einem hochwertigen Projekt».

Blick mitten ins Quartier – links ist das Hochhaus zu sehen.
Geplant sind diverse Wohnhäuser mit grossen Fensterflächen und viel Grün drumherum.
Zwischen den Gebäuden sind Begegnungszonen geplant.
Das Quartier soll laut laut der Migros ökologisch vorbildlich werden und Platz haben für die unterschiedlichsten Wohnformen.
Das waren noch Zeiten: Geburtstagstorte zum 5-Jahr-Jubiläum des MParcs Ebikon. (Archivbild LZ (12. April 2002)
Nach 20 Jahren Betrieb wurde das Zentrum vor einem Jahr geschlossen. Mit Ausnahme der Migrol-Tankstelle sind alle Migros-Formate in die Mall of Switzerland gezogen. (Bild: PD/Genossenschaft Migros Luzern)
Auf dem Areal plant die Migros nun ein neues Quartier. Unter anderem ist ein 55 Meter hohes Hochhaus vorgesehen. (Visualisierungen: PD/Genossenschaft Migros Luzern)
Besucherinnen eines Infoanlasses zum Projekt beäugen das Modell des geplanten Quartiers. (Bild: hor (Ebikon, 27. November 2018))
8 Bilder

Der alte MParc soll zum hippen Quartier werden

Mit der Nein-Parole würde die CVP den eigenen Gemeinderäten in den Rücken fallen – nicht zum ersten Mal. Bereits bei der Trolleybus-Verlängerung, wo es allerdings keine Abstimmung gab, vertraten einige Parteimitglieder eine andere Meinung. In einem Brief an die VBL wetterten CVP-, FDP- und SVP-Mitglieder im letzten Herbst gegen die «Wäscheleinen» über der Hauptstrasse, «welche die Gemeinde optisch noch stärker trennen werden». Aus Protest blieben die Vertreter der drei Parteien dem Spatenstich fern. Für Fischer hinkt der Vergleich: Im Fall des MParcs gehe es um ein privates Bauprojekt, «bei dem wir dank unserer direkten Demokratie mitreden dürfen». Er verhehlt aber nicht, dass die Aufgabe delikat ist, «verschiedene Meinungen zu haben, gehört halt zu einer demokratischen Partei. Das hat für mich nichts mit ‹in den Rücken fallen› zu tun!»

Stimmfreigabe wäre «schwach»

Da und dort munkelt man, dass die CVP über eine Stimmfreigabe nachdenkt. Das wäre für Kurt Steiner allerdings «schwach», wie er sagt. Das CVP-Mitglied ist anders als Fischer ein Befürworter des MParc-Projekts. Er gehört dem kürzlich gegründeten Ja-Komitee an und lässt sich in einer Medienmitteilung wie folgt zitieren: «Das Wachstum können wir nicht verhindern, aber mit einem Ja zum Bebauungsplan Weichle können wir es am richtigen Ort mit den richtigen Partnern steuern.»

Das klingt im Vergleich zu den Zitaten anderer Komiteemitglieder allerdings nicht gerade begeistert. Steiner sagt: «Wir haben viele Nein-Stimmen in der Partei und ich wollte nicht bloss einen Gegenpol schaffen, ich wollte aufklären.» Er kenne das Projekt als Mitglied der Planungs-, Umwelt- und Energiekommission bestens und finde es sehr gut. «Weil es modern und nachhaltig ist, ein Leuchtturm-Projekt.»

Dass vom inneren Kern der CVP viele dagegen sind, wundert ihn nicht. «Dieser besteht vorwiegend aus Alteingesessenen – sie sehen Ebikon immer noch als Dorf und nicht als aufstrebende Agglo-Gemeinde.» Hinzu kämen möglicherweise Verlustängste bezüglich Einfluss – die neuen Wohnungen würden eine urbane, eher grün und links tickende Bevölkerung anziehen.

Migros finanziert einzelne Massnahmen des Ja-Komitees

Gebannt beobachtet auch Peter Steiner – nicht verwandt mit Kurt Steiner – das Vorgehen der CVP. Er leitet das Ja-Komitee zu den beiden Vorlagen. Steiner, der vor langer Zeit für die FDP im Kantonsrat sass, ist ein langjähriger und erfahrener Kampagnenleiter für überparteiliche Komitees. Man kennt ihn auch in Ebikon bestens. So war er Mitte der Nullerjahre Leiter des Pro-Komitees für den Rontal-Zubringer. Er sagt: «Alle sind gespannt, wie sich die CVP als Führungspartei in Ebikon verhalten wird.»

Steiner stand zwecks Formation des Ja-Komitees in Kontakt mit allen politischen Parteien und zudem mit der Migros. Diese sei an den Aktivitäten interessiert und finanziere zwar einzelne Massnahmen. «Das Komitee ist aber von der Migros unabhängig», stellt Peter Steiner klar und ergänzt, dass es üblich sei, dass involvierte oder interessierte Firmen solche Komitees mitfinanzieren. «Dies war beispielsweise auch bei der Allmendarena oder dem KKL so», sagt Steiner. Interessant ist: Unter den Komitee-Mitgliedern finden sich zwar die Parteipräsidenten von FDP und GLP – Vorstandsmitglieder der CVP hingegen fehlen. «Grundsätzlich war es nicht schwierig, CVPler für das Ja-Komitee zu finden», sagt Steiner dazu. «Nur wollen sich manche nicht exponieren, so lange die Partei keine Parole gefasst hat.»

Partei entscheidet erst kurz vor der Abstimmung

Und bis dahin dauert es noch gut einen Monat. Erst am 21. Januar treffen sich die CVP-Mitglieder – gerade mal drei Wochen vor der Abstimmung. Das hat laut CVP-Co-Präsident Alex Fischer folgenden Grund: «Wir erachten es als unseriös, eine Parole zu fassen ohne die offiziellen Abstimmungsunterlagen vor uns auf dem Tisch zu haben. Diese werden Mitte Januar versendet, so dass wir am 21. Januar sehr gut vorbereitet unsere Parole beschliessen können.»

MParc-Überbauung: Das sagen die anderen Parteien

Die Ebikoner FDP hat die Parole als erste Partei gefasst. Sie sagt zwei Mal Ja – zur Umzonung und zum Bebauungsplan. Auch die Grünliberalen befürworten beide Vorlagen. Die SP ist dem Ansinnen zwar ebenfalls wohlgesinnt, verzichtet aber aufs Mitmachen im Ja-Komitee. Die Grünen haben sich noch nicht entschieden. Und die SVP fasst ihre Parole wie die CVP im Januar, bei ihr zeichnet sich tendenziell zwei Mal Nein ab. (hor)

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