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München will von Luzern in Sachen Sicherheit lernen

Der Sicherheitsbericht der Stadt Luzern dient als Vorbild für München – denn er folgt einer Methode, die im deutschsprachigen Raum selten ist.
Simon Mathis
Das Reusswehr ist einer der Orte, den die Münchner Delegation in der Stadt Luzern besuchte. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 14. August 2015)

Das Reusswehr ist einer der Orte, den die Münchner Delegation in der Stadt Luzern besuchte. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 14. August 2015)

Bei politischen Vorstössen in Luzern werden häufig andere Städte als Vorbild für bestimmte Lösungen angegeben. Es geht auch umgekehrt: München nimmt sich ein Vorbild an Luzern. Denn der Sicherheitsbericht der Landeshauptstadt Bayerns, der neu konzipiert werden soll, orientiert sich unter anderem am «Luzerner Modell». Dies geht aus einem Beschluss des Münchner Stadtrats von 2016 hervor.

Maurice Illi (Bild: Eveline Beerkircher)

Maurice Illi (Bild: Eveline Beerkircher)

«Wir waren schon immer überzeugt von unserem Modell», sagt Maurice Illi, der das Luzerner Sicherheitsmanagement verantwortet. «Dass sich nun eine der bekanntesten und grössten Städte im deutschsprachigen Raum für den Bericht interessiert, ist eine schöne Bestätigung der eigenen Arbeit.» Im Münchner Beschluss wird vor allem gelobt, dass Luzern keinen klassischen Bericht in Form eines Rückblickes vorlege, sondern auch in die Zukunft blicke. Die Anregung für den «untypischen» Luzerner Bericht kam 2007 von der damaligen Stadträtin Ursula Stämmer (SP). Illi erläutert:

«Wir orientierten uns an Sicherheitsanalysen, etwa von Versicherungen und Banken, die ständig die Schwankungen des Marktes im Auge behalten müssen.»

Mit dieser Idee habe sich die Stadt Luzern als visionär bewiesen, zumindest im deutschsprachigen Raum. «Wir dachten uns einfach: Wenn das grosse Unternehmen können, wieso nicht auch Städte?»

Der Sicherheitsbericht der Stadt Luzern erscheint alle drei Jahre – im kommenden Herbst ist es wieder soweit. Die Sicherheitsanalyse arbeitet jeweils das Beratungsunternehmen EBP Zollikon aus. Der Einbezug einer externen Firma schaffe die nötige kritische Distanz, so Illi.

Das Luzerner Modell lasse sich durchaus auf München übertragen, ist Maurice Illi überzeugt: «Klar, München ist ungleich grösser, aber die Grundidee gilt auch dort. Zu diesem Schluss kamen auch unsere Münchner Kollegen.» Diese haben Luzern 2015 besucht. Die Sicherheitsdirektion unternahm mit der Delegation eine Stadttour zu den risikoreichsten Orten, unter anderem zur Reusswehr, das letztlich über die Hochwassersituation der Stadt entscheidet.

Themen verändern sich laufend

Das Sicherheitskonzept konstant weiterzuverfolgen, sei gar nicht mal so einfach. Man dürfe sich nicht von «Sicherheits-Trends» beeinflussen lassen, so Illi. Wann immer irgendwo auf der Welt ein Amoklauf geschehe, sei diese Gefahr in allen Köpfen. «Dann müssen wir dieses Thema zwar aufgreifen und gebührend abhandeln, aber nicht übergewichten.» Schliesslich gebe es noch viele andere Gefahren, die zu berücksichtigen seien. Umgekehrt gibt es Sorgen von damals, die heute keinen mehr umtreibt. «2008 zum Beispiel ging das Schreckgespenst der Massenbesäufnisse um.» Das sei heute kaum mehr ein Thema

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