Jetzt stellt Calida Hygienemasken her – und spannt mit einem kleinen Luzerner Modeatelier zusammen

Rund 10'000 Masken wird die Luzerner Mode-Manufaktur «LU Couture» nach Ostern ausliefern. Um der riesigen Nachfrage beizukommen, holt das Luzerner Start-up Unterstützung von Calida.

Simon Mathis
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Lena Jakubowski, Lehrtochter bei LU Couture, mit einer Hygienemaske.

Lena Jakubowski, Lehrtochter bei LU Couture, mit einer Hygienemaske.

Bilder: PD

Die Coronakrise macht die Maske zum essenziellen Kleidungsstück: Nun steigt auch das Wäscheunternehmen Calida in die Produktion von Hygienemasken ein, wie die Surseer Firma auf Anfrage bestätigt. Die Anfertigung im eigenen Werk in Ungarn soll aller Voraussicht nach nächste Woche anlaufen, schreibt Alexandra Helbling, Managing Director von Calida. Zurzeit befinde man sich in der Testphase. Es lasse sich also noch nicht sagen, wie viele Masken pro Woche hergestellt werden.

Klar ist allerdings jetzt schon, dass Calida bei der Produktion mit dem Luzerner Start-up «LU Couture» zusammen arbeiten wird. Die Mode-Manufaktur, die sich auf Abendroben spezialisiert hat, stellt schon seit mehreren Wochen Masken her. «Die Nachfrage ist unglaublich gross», sagt Geschäftsführerin Rufina Hümmer. Die ersten Lieferungen sollen nach Ostern erfolgen:

«Wir werden rund 10'000 Masken verschicken.»

Wohlgemerkt: LU Culture produziert nicht auf Vorrat, sondern nur auf Bestellung. Um den vielen Anfragen beizukommen, wird das bald siebenjährige Start-up nun also von Calida unterstützt. Die Masken sind kein Medizinprodukt, wie die Modeschöpfer auf ihrer Website festhalten. Allerdings absorbiere das Material Tröpfchen.

Täglich neue Anfragen

Calida werde in einem ersten Schritt 12'000 Masken nach den Vorlagen von LU Couture herstellen, so Alexandra Helbling. Mit dem Start-up arbeite Calida seit mehreren Jahren zusammen: «Wir kennen, schätzen und helfen uns gegenseitig. Wir haben auch einige Nachwuchs-Talente von LU Couture bei uns ins Produktentwicklungs-Team übernommen.»

Gut möglich, dass Calida mit weiteren Unternehmen Partnerschaften abschliesst. «Derzeit prüfen wir alle Anfragen», schreibt Helbling. «Durch den enormen Bedarf erreichen uns täglich neue Ideen dazu.» Später werde Calida auch Masken nach eigenen Designs produzieren. «Dies zum Schutz für unsere Kunden und zum Schutz unserer Mitarbeiter in den Läden nach dem Lockdown», wie Helbling ausführt. Momentan fokussiere man sich vor allem auf die Produktion, um den aktuellen Bedarf abzudecken. Weiter ins Detail gehen könne Helbling nicht – das Unternehmen wolle später genauer informieren.

Nicht nur zweckmässige Masken sind gefragt

Abnehmer der LU-Couture-Masken sind vor allem Privatpersonen, aber auch einzelne private Geschäfte. «Bei Geschäften wird auch die Gestaltung wichtig», erläutert Rufina Hümmer. «Zum Beispiel können wir die Masken in den Firmenfarben oder mit besonderen Designs ausführen.» 

«Die neue Situation beflügelt auch die Fantasie», hält Hümmer fest. Tatsächlich: Neben den schlichten, zweckmässigen Masken finden sich im Online-Shop mittlerweile auch dekorative Einzelmasken aus Baumwolle oder Spitze. Kostenpunkt pro Stück: 25 Franken. «Bei den gestalteten Masken haben vor allem unsere Lernenden viel eingebracht», so Hümmer. An der Produktion beteiligt sind zehn Mitarbeiter und 26 Lernende. LU Couture betreibt auch eine Modeschule.

Eine der dekorativen Masken.

Eine der dekorativen Masken.

Die Hygienemaske als Mode-Accessoire: Das ist nicht weit hergeholt, findet Rufina Hümmer: «Gut möglich, dass hier ein neuer Trend entsteht. In Asien werden die Masken teils bereits auf das restliche Outfit angepasst. Wieso nicht auch bei uns?»

Darin sieht Hümmer keinen Widerspruch. «Auch normale Bekleidung befriedigt ein Grundbedürfnis. Im Moment gehört die Maske zu diesem Bedürfnis dazu.» Für Modeschöpfer sei das nichts Neues: «Ästhetik und Funktion gehören immer zusammen.»

Die Situation im Luks hat sich beruhigt

Und wie sieht es mit den Masken für das medizinische Personal aus? Das Luzerner Kantonsspital (Luks) verfüge zurzeit über genügend Hygiene-Masken, schreibt Mediensprecher Markus von Rotz auf Anfrage. «Dank dem grossen Engagement unserer Einkaufsabteilung und unserem engen Kontakt mit verschiedenen Lieferanten hat sich die Situation entspannt. Wir erwarten aktuell keinen Engpass.»

Eine Maske als Teil des Outfits: Skizze von LU Couture.

Eine Maske als Teil des Outfits: Skizze von LU Couture.

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