MUSEGG: Dieser Turm bleibt verschlossen

Heute können die Museggtürme besichtigt werden. Der Zugang zum Luegislandturm bleibt aber weiterhin verwehrt. Dabei hätte der älteste Turm ein spannendes Innenleben zu bieten.

Dominik Weingartner
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Der Luegislandturm. (Bild Pius Amrein)

Der Luegislandturm. (Bild Pius Amrein)

Dominik Weingartner

Die Sanierung der historischen Museggmauer ist nach zwölf Jahren abgeschlossen. Das 12-Millionen-Projekt soll dazu beitragen, die Existenz des Luzerner Wahrzeichens für lange Zeit zu sichern (Ausgabe vom 22. August). Heute ist die Bevölkerung eingeladen, die fertig sanierte Mauer und die Museggtürme zu besichtigen – auch solche, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind. Doch einer der neun Türme bleibt auch am Tag der offenen Museggtürme verschlossen. Der Luegislandturm, mit fast 650 Jahren der älteste von allen, kann nicht besichtigt werden.

Das hat vielfältige Gründe, wie eine Anfrage beim zuständigen Turmwart des Vereins für die Erhaltung der Museggmauer, Walter Fassbind, zeigt. «Der einzige Zugang zum Turm führt über den Rasen eines privaten Gartens», sagt Fassbind. Aus verständlichen Gründen wünsche der Besitzer keinen Tourismus in seinem Garten.

Der Weg ist zu gefährlich

Zwar gäbe es noch eine weitere Möglichkeit, in den Turm zu gelangen – nämlich über den Mauergang. Doch dieser wird ebenfalls nicht für Besucher geöffnet. «Einerseits führt auch dieser Weg zwei Meter neben den Fenstern von Privaträumlichkeiten durch. Andererseits ist der Weg nicht sicher», begründet der Turmwart. Auf dem Mauerweg zwischen Wacht- und Männliturm fehlt nämlich ein Geländer. Zudem sind dort unter anderem Stromleitungen verlegt. «Das sind Stolperfallen», sagt Walter Fassbind. Aus diesem Grund ist der Weg für Besucher nicht offen. «Man müsste viel Geld in die Hand nehmen, um den Mauerweg zugänglich zu machen», so Fassbind. Theoretisch sei es vielleicht möglich, die Rohre zu verlegen und ein Geländer zu installieren, aber das wäre auch mit sehr viel Aufwand verbunden.

Alles ist noch original

Die Tatsache, dass der Luegislandturm keine Touristenattraktion ist, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass das Innere des Turmes noch in einem sehr ursprünglichen Zustand erhalten geblieben ist. Der 1367 erbaute Luegislandturm ist der älteste bekannte Teil der Museggmauer – und genau darum auch für Forscher interessant. Für diese gebe es auch Ausnahmebewilligungen, damit sie den Turm besichtigen können, sagt Walter Fassbind. Mit einem Seil gesichert, gelangen sie über den Mauerweg zum Turm.

Im Turm selber warten wiederum weitere Sicherheitsrisiken für die seltenen Besucher. So ist die Treppe nicht gesichert. Und der Turm ist Richtung Stadt offen. Es fehlen Sicherheitsvorkehrungen wie etwa Gitter, die verhindern, dass man aus dem Turm herausfallen kann.

Ein neues Tor auf der Nordseite?

Die einzige taugliche Lösung wäre gemäss Walter Fassbind der Bau eines Tores an der Nordseite des Turmes. Dann könnte man vom Brambergquartier in den Turm gelangen. Bei den beiden Nachbartürmen Wacht- und Männliturm wurde dies gemacht. Doch Fassbind geht davon aus, dass sich der Denkmalschutz dagegen stellen würde. Denn ein Tor an der Aussenseite einer Befestigungsmauer wäre ein sehr starker Eingriff in die historische Fassade.

So bleibt es also dabei: Der Luegislandturm bleibt der Öffentlichkeit bis auf absehbare Zeit unzugänglich. Heute Samstag bieten sich den Besuchern dennoch genügend spannende Einblicke in normalerweise verschlossene Türme. Dazu gehören der eben sanierte Nölliturm, der Pulverturm, der Allenwindenturm und der Dächliturm. Und natürlich stehen auch die öffentlichen Türme (Schirmer-, Wacht-, Zyt- und Männliturm) heute für Besuche zur Verfügung.

Hinweis

Tag der offenen Museggtürme: Heute von 10 bis 17 Uhr. Freie Besichtigung und Führungen. Festzentrum auf dem Sportplatz Bramberg. Mehr Informationen auf www.museggmauer.ch