MUSEGGMAUER: Auch Aussenfassade des Nölliturms ist stark beschädigt

Die verpassten Feiern zum 500-Jahr-Jubiläum des Nölliturms sollen dieses Jahr nachgeholt werden. Doch bereits gibt es eine weitere Hiobsbotschaft.

Guy Studer
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Der Nölliturm ist zurzeit eingerüstet. Nun hat sich gezeigt, dass auch die Fassade stark beschädigt ist. (Bild: Dominik Wunderli / Archiv Neue LZ)

Der Nölliturm ist zurzeit eingerüstet. Nun hat sich gezeigt, dass auch die Fassade stark beschädigt ist. (Bild: Dominik Wunderli / Archiv Neue LZ)

Der stämmige Nölliturm ist derzeit eingepackt und wird saniert. Dies ist dringend nötig, da letztes Jahr unerwartet starke Schäden an der Dachkonstruktion auftauchten (siehe Kasten). Deshalb musste die Zunft zu Safran, welche den Nölliturm nutzt, auch die 500-Jahr-Feierlichkeiten für den 1513 erbauten Turm verschieben. Diese waren ursprünglich letzten Juni vorgesehen.

So ist am Bot der Zunft zu Safran vom Samstag – nebst der Wahl des Fritschivaters 2014 – auch das Thema Nölliturm auf den Tisch gekommen. Beschlossen wurde, die Jubiläumsfeier in diesem Jahr nachzuholen. Ein definitives Datum steht zwar noch nicht fest, doch die Feier wird vermutlich zusammen mit dem Tag der offenen Museggtürme stattfinden, der für den Herbst geplant ist. Über das am Samstag beschlossene Budget für die Feierlichkeiten macht die Zunft keine Angaben. Sicher ist aber, dass die Feier eine «Besichtigung des Nölliturms samt Rahmenprogramm» beinhaltet, wie Zunftschreiber und Zeremonienmeister Martin Bucherer erklärt.

Hohler Sandstein

Was aber, wenn die Sanierung des Nölliturms bis zu den Feierlichkeiten noch gar nicht abgeschlossen ist? «Im schlimmsten Fall ist der Turm dann noch eingerüstet», sagt Martin Bucherer. Der Innenausbau soll zwar bis im Mai fertig sein. Was aber die Aussenfassade betrifft, hat Ernst Widmer, Geschäftsführer des Vereins für die Erhaltung der Museggmauer, schlechte Nachrichten: «In den letzten Tagen hat sich bei genaueren Untersuchungen gezeigt, dass die Schäden an der Aussenfassade – vor allem auf der Nordwest-Seite – viel grösser sind als erwartet.» So weise der Sandstein viele Hohlstellen unter der Oberfläche auf. Bemerkbar machen sich diese beim Klopfen auf den Stein. Von blossem Auge seien sie kaum zu sehen. «Erwartet hatten wir solche Schäden nicht in diesem Ausmass, schliesslich wurde die Fassade bereits im Jahr 1992 saniert.»

Noch sei es zu früh, um über die Auswirkungen auf die Arbeiten und die Kosten zu schliessen. «Erst müssen wir mit der Stadt und der Denkmalpflege erörtern, wie wir die Schäden beheben wollen», so Widmer. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Nölliturms wurden noch im November auf 860 000 Franken veranschlagt. Um diese noch einhalten zu können, müsste angesichts der grossen Schäden wohl eine besonders günstige Lösung für die Aussenfassade gewählt werden.

Sanierung im Sommer fertig?

Entschieden wird laut Widmer jedenfalls nicht vor Ende Januar. Die Aussenarbeiten können sowieso nicht vor März beginnen. Denn diese sind wetterabhängig und können nur bei Temperaturen über null Grad ausgeführt werden. Was Widmer sagen kann: «Die Arbeiten an der Aussenfassade werden sich sicher bis in den Sommer hinziehen.»

Die übrigen Arbeiten – am Dach sowie innen – laufen hingegen fahrplanmässig. Auch kostenmässig. «Erste Massnahmen im Dachbereich wurden bereits ausgeführt. Derzeit werden die Dachbalken ersetzt und das Dach wieder zusammengebaut», so Widmer.

Wenn der Nölliturm dereinst wieder in altem Glanz erstrahlt, soll er auch für die Öffentlichkeit attraktiver werden.Schon länger besteht die Idee, einen historischen Rundgang zur Wehrtechnik im Mittelalter anzubieten. Angedacht wäre ein Start im historischen Museum mit einem Gang über die Spreuerbrücke bis zum Nölliturm, gespickt mit Infos. Ein Entscheid diesbezüglich wurde am Samstag aber noch keiner gefällt.