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Neues Museum: Feuer und Flamme für die Handdruckspritze

Atemschutzgeräte, Feuerlöscher und Uniformen: Ein Museum in Meggen sammelt restaurierte Gerätschaften und Fahrzeuge der Feuerwehr. Das Prunkstück der Ausstellung ist eine Handdruckspritze. Sie ist fast 200 Jahre alt.
Jeanette Voltz
Sie haben das Feuerwehrmuseum in Meggen aufgebaut. Von links: Beat Gähwiler, Peter Storz und Erich Lischer. (Bild: PD)

Sie haben das Feuerwehrmuseum in Meggen aufgebaut. Von links: Beat Gähwiler, Peter Storz und Erich Lischer. (Bild: PD)

Einst aktive Megger Feuerwehrmänner gründeten 2011 einen Feuerwehrverein. Das war in der ehemaligen Zivilschutzanlage an der Dreilindenstrasse 15. Ihre Absicht: Pflege und Unterhalt von Gerätschaften und Fahrzeugen, die nicht mehr im aktiven Feuerwehrdienst gebraucht werden. Damit wollen sie wichtige Zeitzeugen der Nachwelt erhalten.

Oberhalb des hölzernen Eingangstores an der Dreilindenstrasse 15 steht in grossen Lettern «1925 – Feuerwehr Depot». Und hinter diesem Tor befindet sich das neue Museum. In zwei grossen Räumen sammeln, pflegen und dokumentieren die Vereinsmitglieder imposante Gerätschaften und historische Ausrüstungsgegenstände aus diversen Epochen.

Verein hält Oldtimer in Schuss

«Diese Zeitzeugen wie auch das Lokal gehören der Gemeinde Meggen», sagt Erich Lischer. Er ist der Präsident des Feuerwehrvereins. Ohne Freiwilligenarbeit könnte das Museum aber nicht bestehen. Nur weil ein Teil der rund 25 Mitglieder pro Jahr an sechs Samstagen daran arbeitet, können die Exponate erhalten bleiben. «Von 2012 bis 2017 haben wir so insgesamt 1371 Stunden investiert», erklärt Lischer nicht ohne Stolz.

Doch nicht nur Zeit, auch Geld ist nötig. Der Mitgliederbeitrag beträgt 100 Franken und die Gemeinde unterstützt den Verein mit jährlich 300 Franken. Da steht wenig Geld zur Verfügung. Deshalb sei man auf Sponsoren angewiesen. «Letzthin musste der rote Land Rover, Baujahr 1956, vorgeführt werden. Das hat uns an die 3000 Franken gekostet. Denn Bremsanlage, Filter und Benzinpumpe mussten ersetzt werden», so Lischer.

Jetzt ist der Oldtimer wieder in einem tipptoppen Zustand, und die Substanz noch original. Dem Vorführen stand also nichts mehr im Weg. Fast jedenfalls, wie Lischer schmunzelnd sagt: «Es wurde ein kaputtes Katzenauge bemängelt, das ist alles.» Damit der Oldie keine Standschäden bekommt, werde er regelmässig bewegt. So kommt er zum Beispiel an Oldtimertreffen, bei Hochzeiten oder andern Anlässen zum Einsatz.

Mit Handdruckspritze per Schiff ins Rotzloch

Sie ist der Stolz der Aussteller: die Handdruckspritze, Baujahr 1837. Von links: Erich Lischer, Peter Storz und Beat Gähwiler. (Bild: PD)

Sie ist der Stolz der Aussteller: die Handdruckspritze, Baujahr 1837. Von links: Erich Lischer, Peter Storz und Beat Gähwiler. (Bild: PD)

Das eigentliche Prunkstück der Ausstellung ist aber die Handdruckspritze mit Baujahr 1837. Was heute für die moderne Feuerwehr das Tanklöschfahrzeug ist, war in den Gründerjahren die Handdruckspritze. «1838 kam sie erstmals zum Einsatz», erzählt Beat Gähwiler. Er ist der Historiker des Vereins. Damals habe es im Rotzloch gebrannt. Die Feuerwehrmänner seien mit Schiff und Spritze nach Stansstad gefahren.

Weil der Alpnachersee zugefroren war, musste die Spritze von Hand bis zur Brandstätte gezogen werden. «Die Übung dauerte mehrere Stunden, der Brand war in der Zwischenzeit gelöscht», sagt Gähwiler lachend. Die Spritze hat ein «ordentliches Gewicht» und wurde normalerweise von zwei oder vier Pferden gezogen. Für die Inbetriebnahme standen ganze acht Männer im Einsatz.

Die Handdruckspritze ist mit einem doppelwirkenden Druckkolben ausgerüstet. Gähwiler erklärt: «Das hat den Vorteil, dass man sowohl Wasser aus dem See oder einem Bach ansaugen, wie auch Wasser in die Schläuche abgeben kann.» Die Spritze wurde über 100 Jahre zur Brandbekämpfung benutzt und erst 1938 durch eine moderne Motorspritze ersetzt.

Ein Stück Ortsgeschichte

Eigentlich müsste sie restauriert werden, denn sie stand jahrelang in einer alten Scheune, wo sie diverse Schäden erlitt. Nun sucht man Sponsoren. Bei der Gemeinde ist man schon vorstellig geworden, doch sie lehnte eine Kostenübernahme von 30 000 Franken ab. «Wir bleiben am Ball und suchen weiter nach Geldgebern», sagt Lischer.

Neben alten Lösch- und Atemschutzgeräten, Helmen, Strahlrohre, Feuerlöschern, vier lebensgrossen Figuren in Uniformen aus verschiedenen Epochen und vielem mehr, finden sich auch vier Schlauchwagen in der Ausstellung. Diese waren bisher in Aussendepots untergebracht.

Und von solch einem Depot stammt auch das Eingangstor zum Museum. Diese Aussendepots hatten ihren hohen Stellenwert, denn erst sie erlaubten es bei einem Brand möglichst schnell zu reagieren. Lischer erzählt: «Zwischen 1838 und 1938 gab es 18 Grossbrände auf unserem Gemeindeboden, da musste schnell reagiert werden».

Die Exponate brauchen Pflege. Lischer und seine Kameraden kümmern sich darum. Sie unterhalten nicht nur diese Zeugen der Ortsgeschichte, sondern dokumentieren sie auch. Eigentliche Öffnungszeiten kennt das Museum nicht, wie Lischer sagt: «Wir öffnen auf Anfrage. Das kann per Mail oder auch mit einem Anruf sein. Wir sind bereit und hoffen auf ein reges Interesse.»

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