MUSEUM: Sursee – wie es war und ist

Die Ausstellung «Sursee im Umbruch» zeigt, wie sich die Stadt seit den 70er-Jahren gewandelt hat. Das Thema könnte aktueller nicht sein.

Ismail Osman
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Die Zeiten haben sich geändert: Das Foto zeigt Sursees Oberstadt im Jahr 1985. (Bild: Bruno Meier)

Die Zeiten haben sich geändert: Das Foto zeigt Sursees Oberstadt im Jahr 1985. (Bild: Bruno Meier)

Vierherrenplatz, Hofstetterfeld oder Park & Ride: In Sursee ist das Thema Wachstum und der damit verbundene Wandel derzeit allgegenwärtig. Die Kleinstadt Sursee hat sich in den letzten Jahrzehnten stark entwickelt und ist zu einem regionalen Zentrum gewachsen.

Kaum jemand dokumentierte diesen Wandel Sursees in den vergangenen 40 Jahren so minutiös wie der Fotograf Bruno Meier (62). Seit seiner Ausbildung zum Fotografen lichtet er Sursees Quartiere und die Menschen, die diese bevölkern, ab. «Zunächst wanderte ich einfach durch die Quartiere und schoss Bilder, um mit meiner damals brandneuen Mittelformatkamera besser umgehen zu können», erinnert sich Meier zurück. «Viele dieser Quartiere übten bald eine starke Faszination auf mich aus, und so begann ich, deren Wandel festzuhalten.»

 

Sursee - Korporationsgemeinde von 2013 / Oberstadt 24-26. (Bild: Bruno Meier)
9 Bilder
Sursee - Korporationsgemeinde, Oberstadt 24-26, von 1985. (Bild: Bruno Meier)
Sursee - Herrenhutgeschäft Eichenberger, Unterstadt Sursee, 1986. (Bild: Bruno Meier)
Sursee - Grossenbacher, Haushaltwaren und Glas, Unterstadt Sursee, von ca. 1983. (Bild: Bruno Meier)
Sursee - Blick von der Centralstrasse auf die Altstadt Sursee von 2002. (Bild: Bruno Meier)
Sursee - Blick von der Centralstrasse auf die Altstadt Sursee von 1985. (Bild: Bruno Meier)
Sursee - Bahnhofstrasse von 2002. (Bild: Bruno Meier)
Sursee - Bahnhofstrasse 8 von 1997. (Bild: Bruno Meier)
Sursee - Chrüzlistrasse von 2002. (Bild: Bruno Meier)

Sursee - Korporationsgemeinde von 2013 / Oberstadt 24-26. (Bild: Bruno Meier)

Über 10'000 Negative gesichtet

In der Ausstellung «Sursee im Umbruch» des Sankturbanhofs ist eine Auswahl von Meiers Stadtfotografien zu sehen – meist im Früher-heute-Vergleich nebeneinander. Die Ausstellung, die heute eröffnet wird, macht nur einen Bruchteil von Meiers Archiv an Langzeitfotostudien öffentlich zugänglich. «Für die Ausstellung habe ich weit über 10'000 Negative durchgesehen», sagt Meier. Eine Auswahl daraus zu treffen, sei schwer gewesen: «Ich bin schier verzweifelt.»

Die Idee für die Ausstellung gaben aber nicht Meiers Fotografien, sondern drei Architekturmodelle aus den Siebzigerjahren, erklärt Sibylle Gut, Co-Leiterin des Sankturbanhofs: «Die Modelle stammen aus einem Wettbewerb zur Zentrumsplanung, der damals gehalten wurde.» Die Zukunftsvisionen von damals sehen eine viel grünere Stadt voraus, als sie heute existiert. «In der ursprünglichen Planung der Ausstellung waren die Bilder von Bruno Meier nicht im Mittelpunkt», gesteht Gut. «Je mehr Fotos ich aber sah, desto mehr Platz wollte ich ihnen einräumen.»

Im Gespräch zeigt sich Fotograf Meier nicht nur als stummer Dokumentarist des Wandels, sondern auch als kritisch denkender Stadtbewohner: «Ich kann nicht generalisierend sagen, dass ich Sursees Wandel positiv oder negativ gegenüberstehe», sagt Meier. «Es gibt sehr gute Beispiele für die städtebauliche Entwicklung, etwa entlang der Ringstrasse. Andererseits haben wir auch Einfamilienhaussiedlungen, die sich unkontrolliert in die Grünflächen der Gemeinden fräsen.»

Autobahn war Grund für Wachstum

Zu den beiden für die Stadt Sursee einschneidendsten baulichen Entwicklung gefragt, verweist Meier zum einen auf die Erschliessung Sursees durch die Autobahn A 2 in den Jahren zwischen 1975 und 1981, zum anderen auf den Stadthof am Martigny-Platz. «Die Autobahn brachte eine ganz neue Art der Vernetzung mit dem Rest des Kantons und dem Rest des Landes – der Anschluss war auch entscheidend für das Wachstum der Stadt», sagt Meier rückblickend.

«Der Stadthof ist für mich eher ein negatives Beispiel. Hierfür wurde ein ganzes Quartier weggeräumt und ein moderner Bau direkt an die historischen Stadtmauern herangebaut. Es ist insofern schade, als dass man dadurch architektonisch nicht mehr ablesen kann, wie sich die Stadt entwickelt hat.» Umso wertvoller erscheinen Meiers fotografische Langzeitstudien seiner Heimatstadt.

Hinweis

Die Ausstellung «Sursee im Umbruch» wird heute Abend um 20 Uhr im Sankturbanhof eröffnet. Die Ausstellung dauert bis zum 31. August. Öffentliche Führungen mit dem Fotografen Bruno Meier finden am 27. Juni und am 24. August statt. Mehr Infosfinden Sie hier.