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MUSICAL: Le Théâtre will Nische pflegen

Am Samstag feiert im Le Téâtre das Musical «Summer of 85» Premiere. Mit diesem Stück zeigt das Theaterhaus im Jubiläumsjahr seine erste Eigenproduktion – als letzte grosse Show in Kriens.
Natalie Ehrenzweig
Szene aus der Hauptprobe des Musicals «Summer of 85». Bild: Marcel Habegger/Le Théâtre (Kriens, 8. November 2016)

Szene aus der Hauptprobe des Musicals «Summer of 85». Bild: Marcel Habegger/Le Théâtre (Kriens, 8. November 2016)

Seit zehn Jahren zeigt das Le Théâtre in Kriens Musicals und wurde dafür am Anfang sogar belächelt. In der Zwischenzeit hat sich das Theaterhaus einen internationalen Ruf als mutiger Nischenplayer erarbeitet. Ein wichtiger Schritt in dieser Entwicklung war die Aufführung des Musicals «Flashdance». «International war das Stück erst ein Flop. Deshalb haben wir vom Verlag die Erlaubnis bekommen, das Buch zu bearbeiten. Wir haben Szenen gestrichen, Dialoge umgeschrieben. Und jede Vorstellung war ausverkauft», erinnert sich Geschäftsleiter Andréas Härry. Das sei international auf grosse Resonanz gestossen, und der Verlag konnte seither das ­Musical – mit Krienser Bearbeitungen – weiterverkaufen.

Ähnlich lief es beim Musical «Daddy Cool». «Frank Farian ging mit seinen Musical zweimal fast Konkurs. Wir haben etwa 70 Prozent des Textes umgeschrieben, und es wurde zu unserer zweiterfolgreichsten Produktion», so Härry. Daraufhin wurde von seinem Berliner Verlag angeregt, er solle doch selber ein Musical schreiben. «Wir hatten diese Idee schon länger. Und mir war klar: Ich würde ein Jukebox-Musical schaffen, also von bestehenden Liedern ausgehen.» Es gebe wenige amüsante Musicals. «Tragische Musicals passen eher nicht zu uns. Darum wollte ich ein positives Tanzmusical machen.»

Nach dem Erfolg mit «Flashdance» und «Daddy Cool» wusste Andréas Härry, dass er mit ­Musik aus den 80er-Jahren arbeiten wollte. Um bekannte Lieder zu bekommen, wurden die Urheberrechtsgeber von 60 Songs angefragt. «Der Verlag hat uns dabei sehr unterstützt. Dieser Prozess hat fast ein Jahr gedauert», erklärt Härry. «Verlage von Stars wie Madonna, Cher oder Chicago haben zugestimmt, was mich positiv überrascht hat.»

Eigenproduktionen kosten einen Drittel mehr

Musicals sind teure Produktionen. «Eine Eigenproduktion kostet rund einen Drittel mehr, als ein bestehendes Stück zu zeigen. Dafür gehen die Tantiemen in unsere Kasse. So sollte sich das ausgleichen», meint Andréas Härry. Ausserdem haben sich diese Woche bereits einige Theaterleute angemeldet, um sich das Stück anzusehen und allenfalls selber zu inszenieren. «Summer of 85» sei so konzipiert, dass es auch auf grossen Bühnen gespielt werden könne. «Darum wollten wir unsere erste Eigenproduktion auch noch hier in Kriens zeigen. Wenn es auf unserer kleinen Bühne gut funktioniert, dann auch anderswo», findet Härry.

Denn das Le Théâtre könnte nächstes Jahr ins Gersag ziehen. Dort hat die Greber Circomedia AG, die Betreiberin des Le Théâtre, die Geschäftsführung des Kongresszentrums übernommen (wir berichteten). Ob das Theater folgt, darüber entscheidet der Einwohnerrat am 22. November. «Doch wir sind zuversichtlich, wir haben wenig Gegenwind gespürt. Im Gegenteil», so Härry. Das Gersag werde zu einem Kulturhaus: «Wir haben viele Anfragen und planen bereits 2018, obwohl ja noch nichts fix ist.»

Der Umzug würde dem Le Théâtre wichtige Möglichkeiten eröffnen. «Gerade die grosse, moderne Küche im Gersag würde uns helfen, dem Theaterpublikum eine interessante, haus­interne Gastronomie zu bieten. Das ist in Kriens nicht möglich», erklärt der Musicalproduzent. Da im Gersag 560 Leute Platz finden (in Kriens sind es 330) und die Bühne grösser ist, schaut Andréas Härry freudig in die Zukunft. Vielleicht wäre dann auch ein Musical wie «Les Misérables», bei dem es mehr Platz für die Musiker braucht, möglich? Oder eine nächste Eigenproduktion? «Im Kopf gibt es schon Ideen. Aber wie es weitergeht, hängt vom definitiven Entscheid der Gemeinde ab. Doch das nächste Stück wird in den nächsten Wochen bestimmt», verrät Härry. Seit das Le Théâtre seinen mutigen Ruf hat, werden ihnen laufend Stücke angeboten. «Oft Neuinszenierungen, deutschsprachige Premieren oder Uraufführungen. Und diese Nische möchten wir in Zukunft weiterpflegen, auch im Gersag.»

Hinweis

Premiere: Morgen, 19.30 Uhr, Le Théâtre Kriens. Weitere Daten und Infos: www.le-theatre.ch

Natalie Ehrenzweig

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