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Musikstudenten sollen an der Reuss wohnen

Im St. Karli-Quartier in der Stadt Luzern wird demnächst ein temporäres Wohnheim für Musikstudenten gebaut. Schon jetzt erhält der private Bauherr Anfragen von interessierten Mietern.
Gabriela Jordan
So könnte der temporäre Bau an der Reuss dereinst aussehen. (Bild: PD)

So könnte der temporäre Bau an der Reuss dereinst aussehen. (Bild: PD)

Musikstudenten können sich freuen: Das geplante Studentenheim an der St.-Karli-Strasse in der Stadt Luzern kann definitiv gebaut werden. Wie der private Bauherr und Kantonsrat Urban Frye (Grüne) mitteilt, wurde die Baubewilligung für die «Musik-Box» erteilt. Die Eröffnung ist bereits auf Ende 2018 geplant. «Es hat eine Weile gedauert und Nerven gebraucht. Aber jetzt kann es zum Glück bald losgehen», sagt Frye auf Anfrage. Dass das Projekt in nur rund einem halben Jahr realisiert werden kann, liege daran, dass zeitgleich zum Aushub auch das Haus in der Werkstatt erstellt werden kann. «Danach kann es wie ein Legohaus auf dem Grundstück aufgebaut werden.»

Das Spezielle am Bauprojekt ist, dass es eigens für Musikstudentinnen und Musikstudenten konzipiert worden ist. Im fünfstöckigen Holzhaus werden sich nebst 23 Studio-Appartements auch Proberäume sowie eine für kleine Konzerte geeignete Eingangslobby samt Konzertflügel befinden. Unter anderem sollen den Studenten auch eine kleine mobile Bühne und eine Gesangsanlage zur Verfügung stehen. Weil das Grundstück dereinst für die Spange Nord gebraucht wird, wird der Bau allerdings nur temporär bestehen bleiben.

Musik-Box erhält erhöhten Schallschutz

Die Kosten des Bauprojekts sind auf 3,2 Millionen Franken veranschlagt. Urban Frye, einst selbst Musiker und während vieler Jahre Produzent und Konzertveranstalter, will damit ein auf die besonderen Bedürfnisse von Musikern ausgerichtetes Wohn- und Arbeitshaus errichten. «Die Musikstadt Luzern entwickelt sich stetig weiter», sagt er. Demnach wird der Ausbildungsstandort Luzern mit dem Neubau der Musikhochschule Luzern beim Südpol für junge Musikerinnen und Musiker noch attraktiver. «Schwer wird es für sie jedoch bei der Suche nach geeigneten Wohnmöglichkeiten, wo sie auch üben und proben können. Kaum jemand möchte einen jungen Trompeter als direkten Nachbarn.» Viele Studenten würden sich deshalb meist ausserhalb des Zentrums einen zusätzlichen Proberaum mieten. Die Musik-Box wird aus diesem Grund mit einem erhöhten Schallschutz gebaut.

Obwohl Frye die Appartements noch nicht ausgeschrieben hat, hat sich das in der Musikszene schon herumgesprochen. Frye hat bereits einige Anfragen von interessierten Mietern bekommen. «Ich habe natürlich noch niemandem zugesagt. Ich werde die Zimmer ausschreiben, sobald der definitive Eröffnungstermin feststeht. Bei der Auswahl werde ich auf einen guten Mix achten. Zum Beispiel sollen auch internationale Studenten in der Musik-Box leben können.» Die Mietkosten werden, je nach Grösse und Lage des Studios, zwischen 750 und 850 Franken pro Monat betragen.

«Ich will nicht, dass das Wohnheim zu einem Party-Ort verkommt.»

Frye räumt ein, dass er punkto Lärm zunächst etwas Bedenken hatte: «Ich will nicht, dass das Wohnheim zu einem Party-Ort verkommt. Aus Gesprächen mit dem Studentenverein kam jedoch heraus, dass dies auch nicht im Sinn der Studenten wäre. Das Niveau an der Hochschule ist derart hoch geworden. Die angehenden Profi-Musiker wollen primär einen Ort, wo sie seriös arbeiten können.» Ein Experiment sei das Ganze aber trotzdem, meint Frye. Wie es genau herauskommt, wisse er noch nicht.

Nach 15 Jahren könnte das Haus der Spange Nord weichen

Wie erwähnt, wird die Musik-Box vermutlich nur bis zum Bau der Spange Nord im St. Karli-Quartier stehen bleiben. Falls die Nachfrage besteht, kann die Musik-Box laut Frye jedoch abgebaut und an einem neuen Ort wieder aufgebaut werden. Mindestens 15 Jahre wird das Gebäude dort aber bestehen bleiben. Die Spange Nord dürfte frühestens ab dem Jahr 2035 realisiert werden. Offen ist momentan zudem, ob sie überhaupt gebaut wird. Die Stadt Luzern wehrt sich weiterhin gegen die Pläne des Kantons. Und auch das Volk wird an der Urne noch über das Strassenprojekt befinden.

Ironisch ist in diesem Zusammenhang die Geschichte um das Grundstück von Urban Frye. Dieses hat der Kanton einst erworben, um das Projekt Spange Nord realisieren zu können. Vor gut 15 Jahren verkaufte er es jedoch an Urban Frye, weil er definitiv auf das Strassenprojekt verzichten wollte. Da der Kanton nun aber doch wieder an seinen ursprünglichen Plänen festhält, will er das Grundstück zu einem späteren Zeitpunkt wieder erwerben. Als Ultima Ratio könnte Urban Frye enteignet werden.

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